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Schausteller wollen auf den Kirschenmarkt

Gericht Schausteller wollen auf den Kirschenmarkt

Die Diedenshäuser Schaustellerfamilie Kreuser will die Zulassung für drei ­ihrer Geschäfte zum Kirschenmarkt per einstweiliger Anordnung erwirken.

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Gladenbach. Nach aktuellem Plan stehen während des Gladenbacher Kirschenmarktes auf dem Rummelplatz als größere Fahrgeschäfte der Frisbee, eine Schneebahn (Musikexpress), die Euro-Rutsche, ein Autoscooter und drei Kinderkarussells. Der Schausteller Herbert Kreuser und sein Sohn Walter sind jetzt vors Verwaltungsgericht in Gießen gezogen und klagen gegen die Stadt, um die Zulassung von drei ihrer Geschäfte zu erwirken, einem Autoscooter, einem Pizza-Verkaufsstand und dem „Enten-Angeln“. Werden sie nicht zugelassen, fordern sie von der Stadt insgesamt 60000 Euro.

Sie klagen, weil ihre Bewerbungen nicht berücksichtigt wurden. Der Generalpächter von Rummelplatz und Fressgasse, Konrad Ruppert, hatte in einer Anzeige im „Komet“, einer Fachzeitung für Schausteller und Marktkaufleute, zur Bewerbung für den Kirschenmarkt 2014 aufgefordert und eine Frist bis zum 15. Dezember gesetzt. Von den etwa 110 Bewerbern habe er rund 40 ausgewählt, teilte er Anfang des Jahres auf Anfrage der OP mit.

Herbert und Walter Kreuser hatten ihre Bewerbungen an den Magistrat der Stadt Gladenbach gerichtet, eine mit dem Vermerk, „zu Händen des Bürgermeisters“. Bürgermeister Klaus-Dieter Knierim teilte Konrad Ruppert mit Schreiben vom 9. Januar mit, dass auch bei der Stadt Bewerbungen eingegangen seien und bat ihn, diese bei der Aufstellung des Vergnügungsparks und der Fressgasse zu berücksichtigen.

Unter den 39 Bewerbungen, die in Gladenbach eingingen, waren die besagten von Herbert und Walter Kreuser. Sie tragen den von Bürgermeister Knierim abgezeichneten Eingangsstempel vom 9. Dezember 2013.

Weil sie nicht fristgerecht bei ihm eingegangen waren, hatte der Generalpächter die 39 Bewerbungen nicht mehr für den Kirschenmarkt 2014 berücksichtigt.

Er hatte dies auch schriftlich begründet. Diese Begründung und seine Vorschlagsliste schickte er nach Gladenbach. Beides wurde sowohl im Aufsichtsrat der stadteigenen Gesellschaft SEB, früher KFG, als auch im Magistrat abgesegnet. Ruppert argumentierte unter anderem, dass die 39 in Gladenbach abgegebenen Bewerbungen bei ihm erst am Montag, 13. Januar, im Briefkasten gelegen hätten, er aber laut Vertrag bis zum 15. Januar der SEB eine Beschicker-Liste vorzulegen habe.

In der Begründung zum Antrag auf Erlass einer einstweiligen Anordnung heißt es unter anderem: „Selbst wenn die Antragsgegnerin (die Stadt Gladenbach) meinen sollte, dass der ,Generalpächter‘ Ruppert auch für die Bewerbungen beziehungsweise Auswahl zuständig sei, hätte sie entweder den Antragsteller darauf verweisen müssen, sich bei Herrn Ruppert zu bewerben oder aber die bei ihr eingehenden Bewerbungen ,fristgerecht‘ an Herrn Ruppert weiterleiten müssen, was sie nach eigenem Bekunden jedoch - offenkundig sogar vorsätzlich oder zumindest grob fahrlässig - unterlassen hat.“

Der Antrag auf Erlass einer einstweiligen Anordnung liegt dem Verwaltungsgericht Gießen seit der vorletzten Mai­woche vor.

von Hartmut Berge

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