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Saunagänge werden höher besteuert

„Kur-Tourismus-Energie“ Saunagänge werden höher besteuert

Ab diesem Mittwoch wird der Saunagang teurer: Für das Schwitzen in der Kammer sind jetzt 19 statt wie ­bisher nur 7 Prozent Mehrwertsteuer fällig.

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Ab dem 1. Juli werden für den Besuch einer Sauna 19 Prozent Mehrwertsteuer fällig. Bisher waren es nur 7 Prozent.

Quelle: Archiv

Bad Endbach. Der Eigenbetrieb „Kur-Tourismus-Energie“ der Gemeinde Bad Endbach als Betreiber der Lahn-Dill-Bergland-Therme hat rechtzeitig reagiert und die Preise für den Besuch der Saunalandschaft zum 1. Januar dieses Jahres angehoben.

Mit Inkrafttreten der Erhöhung stand fest, dass die Erträge sinken werden, da von den Bruttoerträgen zusätzlich 12 Prozent mehr ans Finanzamt abzuführen sind. Geschäftsführer Bernd Grebe rechnet mit Mehrkosten von 50.000 Euro – gemessen an den durchschnittlichen Besucherzahlen.

Um die Erlösschmälerung abzufedern, wurde eine neue Eintrittsstruktur entwickelt. Früher hat eine Tageskarte entweder den Thermen- oder den Saunabesuch beinhaltet, jetzt gibt es eine kombinierte Tageskarte. Auf die Schwimmbadnutzung entfällt weiterhin eine Mehrwertsteuer von 7 Prozent, auf die Saunanutzung der erhöhte Betrag.

Im Herbst sollen Preise und Erlöse überprüft werden

Eine Tageskarte (Thermen- und Saunanutzung) kostet werktags 21 Euro, davon entfallen auf 10 Euro für die Schwimmbad-Nutzung 70 Cent Mehrwertsteuer und für die Saunanutzung (10 Euro) 1,90 Euro Mehrwertsteuer. Gebe es die Kombi-Karte nicht, wären auf den Eintrittspreis von 21 Euro fürs Saunieren rund 4 Euro an Mehrwertsteuer fällig.

„Die Kombi-Karte ist eine relativ gute Lösung“, sagt Eigenbetriebs-Geschäftsführer Bernd Grebe. Im Herbst soll überprüft werden, ob die bereits erfolgte Anpassung der Eintrittspreise ausreicht, um die Mehrkosten durch die erhöhte Steuer auszugleichen. Gegebenenfalls müsse noch mal nachgebessert werden, sagt Grebe.

Gladenbachs Eigenbetrieb SEB (Stadtmarketing-Energie-Bäder) hat ebenfalls an der Preisschraube gedreht. Zum 6. Juli verteuert sich der Besuch des Freizeitbades Nautilust. Allerdings werden dies Saunagänger und Schwimmbadnutzer erst im September spürbar merken. Aufgrund der Sommervergünstigung bleibt der Preis gleich: 15 Euro. Im September steigt er dann auf 19 Euro. 2014 lag der Preis für die Tageskarte in den Sommermonaten noch bei 12 Euro. 3 Euro zahlt der „Flatrate“-Badegast in diesem Jahr drauf.

Sauna-Angebote sollen Bäder attraktiver machen

Begründet wird die Steuererhöhung von der Bundesregierung damit, dass der Saunagang keine Gesundheitsbehandlung, sondern Wellness ist. Von den Ländern gab es keinen Widerspruch – nur einen Aufschub bis zum Inkrafttreten des Gesetzes: ursprünglich sollte es ab dem 1. Januar gelten. Betroffen von der Neuregelung sind nach Angaben des Deutschen Sauna-Bundes etwa 2100 Saunabäder.

Viele Saunen werden in Kombination mit öffentlichen Bädern betrieben – vor allem auch, um deren Zuschussbedarf zu senken. „Viele Betreiber haben seit den 1980er-Jahren ihre Bäder durch Saunaangebote ergänzt, um sie attraktiver zu machen“, sagt Fritz Schramma, Präsident der Deutschen Gesellschaft für das Badewesen.

Die höhere Umsatzbesteuerung wird entweder zu Preiserhöhungen mit Rückgang der Besucherzahlen oder zu einem höheren Bezuschussungsbedarf oder zu beidem führen, darüber sind sich die Verbände einig. In einer „Frankfurter Erklärung“ fordern sie die Rücknahme der Umsatzsteuererhöhung. Eine Unterschriftenliste haben mehr als 126.000 Saunabesucher unterzeichnet, um der Forderung Nachdruck zu verleihen.

von Silke Pfeifer-Sternke

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