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Rundstrecke soll erweitert werden

Radtourismus Rundstrecke soll erweitert werden

Die Erfolgsgeschichte des Bad Endbacher Flowtrail soll fortgeschrieben werden. Eine Erweiterung der Mountainbike-Rundstrecke auf eine Länge von30 Kilometer soll dieAttraktivität der Hinterlandkommune steigern.

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Bei den Enduro-Rennen fuhren die Teilnehmer auch über die Holzüberfahrten des Bad Endbacher Flowtrail.

Quelle: Daniel Boeth

Bad Endbach. Die Idee von Bürgermeister Markus Schäfer­ (CDU), das Radfahren im Wald zu legalisieren, stufte sein Stellvertreter Arndt Räuber (FW) in der Gemeindevertretersitzung am Freitagabend als ­„brillant“ ein. Illegale Strecken­ und Bauten mussten davor ­regelmäßig abgebaut werden, und es häuften sich die Beschwerden über die Nutzungillegaler Trail-Strecken. Es sei ein Glücksfall, dass mit Birgit Jüngst-Dauber als Mountainbikerin und Triathletin eine Expertin auf diesem Gebiet in der Gemeinde wohnt. Sie war es dann auch, die den Gemeindevertretern mit einer Präsentation das Konzept zur Erweiterung des bisherigen Angebots schmackhaft machte - auch anhand von Zahlen.

Der Flowtrail in Bad Enbach hat seit seiner Eröffnung im Juni 2014 einen hohen überregionalen Bekanntheitsgrad erlangt. Das ist vor allem auch auf die Austragung der Enduro-Rennen in diesem und dem Vorjahr zurückzuführen. Auch Freeride-Star und Rekordhalter Bobby Reed aus Californien hatte den Flowtrail zur Eröffnung auf Herz und Niere getestet und viel Spaß an den Abfahrten gehabt.

Seit drei Jahren behalten ­Ehrenamtliche die Strecke im ­Auge. Mit einem Zähler werden die Abfahrten wöchentlich abgelesen und aufaddiert. Die Abfahrten entwickelten sich seit der Eröffnung rasant nach oben. Waren es 2014 noch 5000 Abfahrten, wurden in diesem Jahr bereits 12500 gezählt. Bei der Besucherzahl verhält es sich ebenso: 2014 waren es 2000 ­Besucher, 2016 bereits 5000.

Auch Kleingladenbach plant weiter

Das Geld, das diese Flowtrail-Besucher als Tagestouristen ausgeben, verbleibe in der Region, sagte Jüngst-Dauber. Laut dem Ministerium für Wirtschaft wurde für den Radtourismus ermittelt, dass ein Besucher pro Tag 19,80 Euro ausgibt: zum Beispiel für tanken, essen, trinken, einkaufen. Bezogen auf die Besucher des Flowtrails bedeute dies, dass sie in den drei Jahren seit dem Bestehen 231000 Euro in der Region ausgegeben haben.

„Dieses Geld fließt zwar nicht direkt der Gemeinde zu, aber sie profitiert davon“, sagte Jüngst-Dauber. Nicht zu vernachlässigen sei auch die Tatsache, dass der Mountainbike-Sport eine­ schnell wachsende Sportart sei, während sie früher noch als Randsportart belächelt wurde. Wenn Bad Endbach die Planungen, einen Trailpark zu errichten, in die Tat umsetzt, dann verbessere sich die Lebensqualität, und der Tourismus habe­ wieder eine größere Bedeutung für die Hinterlandkommune. Mit der Erweiterung der Rundstrecke von 10 auf 30 Kilometer, könne man die Besucher länger binden. Die erweiterte Strecke soll dauerhaft nutzbar sein (von April bis Ende Oktober) und auch für Events genutzt werden.

Dass die Erweiterung der Strecke problemlos erfolgen kann, habe sich bei den Enduro-Rennen gezeigt, erklärte Jüngst-Dauber. Außerdem sei auch eine Vernetzung mit anderen Regionen denkbar. Kleingladenbach sei zum Beispiel mit seinen Planungen für einen Flowtrail weit fortgeschritten. Jüngst-Dauber­ verwies zudem auf das Erfolgsmodell Trailcenter Rabenberg im Erzgebirge, das mit einer Strecke von 50 Kilometern von Mountainbikern stark frequentiert wird.

Keimzelle weiter ausbauen

Die neue Streckenführung soll entlang auf dem Grenzgang geführt werden. „Die Pfade­ sind da und müssen nun in ein ­Legalisierungsverfahren gebracht werden“, sagte Jüngst-Dauber. Auf der geplanten Rundstrecke sollen weder Sprünge noch Holzüberfahrten oder Anliegerkurven entstehen. Es habe sich gezeigt, dass die Pflege des Flowtrail, die im Ehrenamt erfolgt, sehr aufwändig ist, erklärte Jüngst-Dauber.

Albert Döbele, zuständig für den Tourismus in Bad Endbach, glaubt an das Konzept zum Ausbau des Radtourismus und sprach vom „schönsten Flowtrail in Mittelhessen“. Er appellierte an die Gemeindevertreter: „Mit dem Flowtrail ist eine Keimzelle entstanden, es gilt, sie weiter auszubauen.“

Der Haupt- und Finanzausschuss soll sich in seiner nächsten Sitzung mit dem Ausbau der Trailstrecke befassen und die Kosten erörtern.

von Silke Pfeifer-Sternke

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