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Rückkehr zu den familiären Wurzeln

Gladenbach Rückkehr zu den familiären Wurzeln

Im Hause von Jürgen und Barbara Runzheimer waren jüngst Nitza und Yoram Stern sowie Dr. Petro Grünstein zu Gast, Juden deren Vorfahren in Gladenbach lebten und arbeiteten.

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Barbara und Jürgen Runzheimer (von lInks) empfangen Nitza und Yoram Stern sowie Dr. Petro Grünstein in Gladenbach.

Quelle: Aniita Ruprecht

Gladenbach. Petro Grünstein kommt seit 1965 regelmäßig nach Europa. Er besucht das Grab seines Vaters Arthur in Lugano, schaut in Kaiserslautern, der Heimatstadt seiner Mutter vorbei, und seit den 90er Jahren führt es ihn auch nach Gladenbach.

Dort ist er bei Familie Runzheimer zu Gast. Jürgen Runzheimer hatte zu Recherche-Zwecken für sein Buch „Gladenbach und Schloss Blankenstein“ mit Petro Grünstein Kontakt aufgenommen.

Der Jude Arthur Grünstein war Arzt und hatte seine Praxis im Haus in der Bahnhofstraße 3. 1934 verließ er mit seiner zukünftigen Frau Hilde Mattauch, die aus Kaiserslautern stammte, Gladenbach.

Er hatte eine Stelle als Arzt an einem Kairoer Krankenhaus in Aussicht und starb Ende 1934 auf der Fahrt dorthin in Lugano (Schweiz). Seine Ehefrau ging danach in ihren Heimatort Kaiserslautern zurück, wo im Februar 1935 Sohn Peter Arthur Grünstein (Petro Grünstein) zur Welt kam.

Hilde Grünstein wanderte zunächst nach Lissabon (Portugal) aus, und am 29. November 1942 bestieg sie gemeinsam mit ihrem Sohn einen Dampfer, der sie nach Buenos Aires (Argentinien) brachte.

Hilde Grünstein wollte aus religiösen und politischen Gründen nicht mehr in Europa leben. Ihr Sohn Dr. Petro Grünstein ist heute 76 Jahre alt und lebt in Argentinien. Seine Mutter starb 2002. Sie hatte als Opernsängerin in Argentinien Karriere gemacht.

Ilse Grünstein, verheiratete Stern, wurde 1910 in Gladenbach geboren und war die Schwester von Arthur Grünstein. Sie heiratete Moritz Stern aus Gilserberg, der bei der jüdischen Familie Schiff in Gladenbach arbeitete.

Als Polizisten 1934 zum Haus der Grünsteins kamen und Moritz Stern verhaften wollten, öffnete die Hausangestellte, die kürzlich gestorbene Emma Lang, die Tür, und sagte die Familie sei nicht zu Haus.

von Anita Ruprecht

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