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Rolle des Kreises birgt Stoff für Zwist

Ehrenamtspauschale Rolle des Kreises birgt Stoff für Zwist

Für das Projekt „Naturschule Camp Lachenwald“ sowie die Verteilung der Ehrenamtspauschale stellte der Hauptausschuss die Vorzeichen auf „Grün“.

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Der Landkreis gibt den Kommunen Geld zur Förderung des ­Ehrenamtes. Der „Geldregen“ ist nicht unumstritten.

Quelle: Nadine Weigel

Dautphe. In der Sache waren sich die Mitglieder des Haupt- und Finanzausschusses der ­Gemeindevertretung Dautphetal einig, doch die Zwischentöne machten während der Sitzung am Dienstagabend die Musik.

Eine Gegenstimme gab es bei fünf Tagesordnungspunkten und die auch nur aus Verfahrensgründen. Er habe schon mehrfach angeregt, den Prüfer für den Jahresabschluss der Gemeindewerke zu wechseln, weshalb er gegen die Weiterführung des Auftrags an den derzeitigen Prüfer stimmen werde, kündigte Michael Honndorf von den Freien Wählern (FW) an.

Sowohl Bürgermeister Bernd Schmidt (FW) als auch Fachbereichsleiter Hermann Henkel erläuterten, dass es aus Kostengründen in fast 30 Jahren nur 3 Prüfer gegeben habe. Denn die Gebühren seien zwar bei allen­ gleich, doch der Aufwand zur Einarbeitung sei größer und deshalb mit mehr Kosten verbunden. Deshalb habe man nur etwa alle 10 Jahre den Prüfer gewechselt. Dennoch wolle man im nächsten Jahr Honndorfs Wunsch berücksichtigen.

Bei den anderen Tagesordnungs-Punkten gab es nur einstimmige Annahmeempfehlungen für die Gemeindevertreter. So steht wohl nichts mehr der Änderung des Flächennutzungsplanes und des Bebauungsplanes „Naturschule Camp Lachenwald“ im Wege, was zugleich die Realisierung des Projekts näherrücken lässt.

Gemeinde gibt jedes Jahr 130.000 Euro für Ehrenamt

Auch hinsichtlich der Einrichtung einer Geodateninfrastruktur waren sich die Ausschussmitglieder einig, zumal Henkel erklärte, alle Bauleitpläne nicht für 11.000 Euro digitalisieren zu können. Diese EU-Vorgabe will der Landkreis mit Zuschüssen des Landes nun umsetzen und biete den Kommunen in einer Zusammenarbeit günstige Konditionen an. „Das können wir auch erwarten“, sagte Honndorf dazu, schließlich gebe die ­Gemeinde viel Geld als Kreisumlage an die Verwaltung ab.

Um Kreispolitik ging es auch beim Tagesordnungspunkt „Umsetzung der Ehrenamtspauschale“. Im Grunde sind alle dafür, weil das Ehrenamt und so, wie es die Gemeinde Dautphetal durchführen will, auch die Kompetenzen der Ortsbeiräte gestärkt wird. Man habe sich für einen Sockelbetrag zuzüglich eines Pro-Kopf-Anteils entschieden ( OP berichtete), damit auch in den kleinen Ortsteilen etwas bewirkt werden könne, erklärte Bürgermeister Schmidt.

Als Christdemokrat Dr. Horst Falk für den Einsatz des Geldes, Dautphetal erhält rund 11.600 Euro, ein Loblied auf den Landkreis einstimmte, unterbrach ihn der Sprecher des anderen Teils der Zählgemeinschaft. „Das stimmt nicht, das ist unser Geld“, sagte Honndorf. Er habe eine andere Auffassung von Selbstverwaltung und sehe­ die Bereitstellung des Geldes als „eine Art Gewissensberuhigung“. Es sei schön, etwas vom Landkreis zu bekommen, aber die Gemeinde gebe dem Kreis auch jährlich 7 Millionen Euro. Vor Ort etwas zu fördern, könne die Gemeinde mit eigenem Geld am besten.

Resolution: Noch keine Antwort von der Sparkasse

Den Vorwurf eines anderen­ Ausschussmitglieds nach der fehlenden Nachhaltigkeit, konterte Dr. Falk mit dem Vorschlag, die Gemeinde könne das im nächsten Jahr übernehmen. Bedacht werden könnten von den Ortsbeiräten solche Menschen, die nicht in Vereinen ­tätig sind aber zum Beispiel wie eine Frau in Holzhausen jahrelang Grünanlagen gepflegt habe.

Das rief den Widerspruch von Henkel hervor. Für solche, von den Ortsbeiräten rekrutierten Helfern, wende die Gemeinde­ jedes Jahr 130.000 bis 150.000 Euro auf. „Das ist die Förderung von Ehrenamt in Dautphetal“, sagte Henkel fügte aber an, ­
dass das Geld des Kreises „unsere­ Bemühungen sehr ergänzt“.

Am Ende der Sitzung sagte Bürgermeister Bernd Schmidt noch, er habe kürzlich ein Mitglied des Sparkassenvorstands angesprochen, warte aber noch auf Antwort. Anlass war Dr. Falks Frage, was aus der „mit verstärkter Höflichkeit“ gestellten Anfrage zum Überdenken des Konzeptes geworden ist. Die Dautphetaler Gemeindevertretung hatte sich mit einer Resolution an die Sparkasse gewandt, nachdem diese angekündigt hatte,­ nur noch die Geschäftsstelle in Dautphe zu erhalten und andere in Servicestationen umzuwandeln oder zu schließen.

Das letzte Wort in diesen Vorhaben hat die Gemeindevertretung. Sie tagt am Montag ab 19 Uhr im Bürgerhaus Dautphe.

von Gianfranco Fain

 
 
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