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„Ringstraße 32“ ist wieder im Spiel

Kommunalinvestitionsprogramm des Landes und des Bundes „Ringstraße 32“ ist wieder im Spiel

Noch mal alles auf 
Anfang: zumindest bei der Investition von Bundesmitteln in das Haus des Gastes und in das Wohn- und Geschäftshaus „Ringstraße 32“.

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Die Rückansicht des Objektes „Ringstraße 32“ lässt vermuten, dass das Haus dringend sanierungsbedürftig ist. Das Parlament muss nun beraten, ob es in die Prioritätenliste des Kommunalinvestitionsprogramms aufgenommen wird.

Quelle: Silke Pfeifer-Sternke

Gladenbach. Was im Bau- und Planungsausschuss als Konsens verabschiedet wurde, stand am Dienstagabend im Haupt- und Finanzausschuss wieder in der Kritik: die Prioritätenliste zur Verwendung der Mittel aus dem Kommunalinvestitionsprogramm des Bundes.

Diskussionen gab es vor allem bei der Großinvestition in das Haus des Gastes (zur energetischen Sanierung wurden rund 900.000 Euro kalkuliert) und bei der Streichung der Mittel für die „Ringstraße 32“.

Für den Sozialdemokraten Patrick Bernshausen war es nicht einleuchtend, dass das Gros des Fördertopfes in das Haus des Gastes fließen soll. „Politisch ist das Signal fatal“, sagte er und begründete seine Ablehnung damit, dass er sowohl die Nachhaltigkeit als auch die Innovation vermisst.

Klar müsse am Haus des Gastes etwas getan werden, aber er sei dagegen, dass fast die komplette Fördersumme dort hineinfließt. Er schlug deshalb vor, das Objekt „Ringstraße 32“ für 200.000 Euro zu sanieren und die sich daraus ergebenden Einsparungen ins Haus des Gastes zu investieren.

Kosten-Nutzen-Analyse
 soll vorgelegt werden

Robby Jahnke (SPD) erläuterte, dass für ihn die im Bau- und Planungsausschuss auch mit seiner Stimme beschlossene Prioritätenliste Sinn gemacht habe. Aber die Argumentation Bernshausens hielt er für plausibel und forderte aus finanzpolitischer Sicht eine Kosten-Nutzen-Analyse, bevor eine Entscheidung getroffen wird.

Bürgermeister Peter Kremer 
gab zu bedenken, dass das Haus des Gastes gut ausgelastet ist und dass der Investitionsstau dort relativ hoch sei. Vor allem bei der Lüftungstechnik be‑
stehe erheblicher Sanierungsbedarf.

Auch die Lichtkuppeln auf dem Dach seien teilweise nur notdürftig mit Klebeband abgedichtet. „Für mich ist es wichtig, dass das Haus noch 20 Jahre zu nutzen ist“, sagte Kremer und appellierte an die Ausschussmitglieder, den größtmöglichen Förderbetrag dem Haus des Gastes zuzuordnen.

Zur „Ringstraße 32“ wiederholte er die Aussage von Bauamtsleiter Ulrich Weber, dass die Sanierung des Gebäudes zu kostenintensiv sei – Weber hält bei geschätzten Kosten von 400.000 Euro einen Abriss für sinnvoller –, und ergänzte, dass täglich damit gerechnet werden muss, dass die Heizung im Haus ausfällt.

Vier Projekte mit Priorität

Zudem gab Kremer zu bedenken, dass das Objekt „Raue Gasse“ ebenfalls ein „Sorgenkind“ ist. Die aktuelle Abrechnung des Objektes bezeichnete er als „unter aller Kanone“. In dem Gebäude sind die Feuerwehr, das Rote Kreuz sowie ein Jugendraum untergebracht, eine Wohnung ist vermietet.

Nach einer umfangreichen Diskussion einigten sich die Ausschussmitglieder schließlich darauf, dass die Prioritätenliste, die dem Parlament zur Abstimmung vorgeschlagen wird, zunächst vier Punkte erhält: 


1. Waldkindergarten Weidenhausen (46.000 Euro).

2. Kindergarten Pusteblume in Runzhausen (92.000 Euro)

3. Dorfge
meinschaftshaus Römershausen (23.000 Euro)

4. Dorfgemeinschaftshaus Runzhausen (10.000 Euro).

Zum Haus des Gastes und zur „Ringstraße 32“ soll die Verwaltung weitere Informationen über Kosten und Einsparpotenzial vorlegen, sodass das alte Parlament in einer Sondersitzung diese Daten erörtern wird. Eine Abstimmung über das Kommunalinvestitionsprogramm des Bundes soll dann das neu gewählte Parlament vornehmen.

FW setzen Salzböde-Radweg 
mit auf Prioritätenliste

Die vom Bau- und Planungsausschuss aufgestellte Prioritätenliste zum Kommunalinvestitionsprogramm des Landes fand indes Zustimmung, und es wurde noch auf Bestreben von Helmut Brück (FW) als letzten Punkt der Radweg Salzböde aufgenommen. Das zur Verfügung stehende Fördergeld beläuft sich auf 423.000 Euro. Davon sollen rund 80.000 Euro als Pauschalmittel für kleinere Investitionen und Anschaffungen beantragt werden.

Auf Platz zwei folgt die Sanierung der Mappesmühle (200.000 Euro), die der zwei Brücken über den Römershäuser Bach (80.000 Euro), auf Platz 4 folgen Planungskosten für barrierefreie Bushaltestellen (10.000 Euro), auf Platz 5 die Brücke Hüttenmühle (47.000 Euro) und auf Platz 6 die Brücke über die Allna (150.000 Euro).

Bei einer Enthaltung wurde diese Prioritätenliste von den Mitgliedern das Haupt- und Finanzausschusses beschlossen. Zu vermuten ist, dass dieser Vorschlag der Prioritätenliste 
zur Verwendung der Landesmittel auch die Zustimmung im Stadtparlament erhält.

Die Stadtverordnetenversammlung der Stadt Gladenbach tagt diesen Donnerstagabend ab 19 Uhr im Haus des Gastes.

von Silke Pfeifer-Sternke

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