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Richter im Porno-Prozess wird ungeduldig

Aus dem Landgericht Richter im Porno-Prozess wird ungeduldig

Obwohl die Beweislage gegen ihn spricht, bestreitet der Biedenkopfer, dem Verbreitung pornografischer Bilder seiner Ex-Freundin vorgeworfen wird, weiterhin, einer Frau SMS mit Beleidigungen und Drohungen geschickt zu haben.

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Quelle: Thorben Wengert / pixelio.de

Marburg. Vor dem Marburger Landgericht wehrt sich der 50-Jährige gegen eine Verurteilung des Amtsgerichts Biedenkopf. Wie die OP berichtete, schloss am vorigen Verhandlungstag ein Experte praktisch aus, dass die fraglichen Textnachrichten, wie von der Verteidigung gemutmaßt, manipuliert wurden.

Der Angeklagte betonte zuvor mehrfach, dass die verlesenen Botschaften nicht von ihm stammten. Die vulgäre Ausdrucksweise sei nicht seine. Auch habe er nie gedroht, die während der Beziehung einvernehmlich entstandenen Aufnahmen zu verbreiten.

Die Nachrichten konnten zwei Telefonnummern zugeordnet­ werden. Wie Staatsanwalt ­Jonathan Poppe jetzt sagte, habe ihm der ermittelnde Polizist mitgeteilt, dass beide Nummern laut Auskunft des Telefonanbieters zum Tatzeitpunkt dem Biedenkopfer gehörten. Der hatte bestritten, zwei Mobiltelefone besessen zu haben und betonte nun, sich dessen immer noch nicht bewusst zu sein.

„Es war das letzte Mal, dass ich Sie danach gefragt habe“, hob der Vorsitzende der Berufungskammer, Gernot Christ, hervor, nachdem der Angeklagte erneut bestritt, die Nachrichten verfasst zu haben. Schon mehrfach deutete der Richter an, dass er das nicht glaubt.

Das Gericht geht auch der Frage nach, inwieweit der Angeklagte sich Zugang zu E-Mail-Accounts der Geschädigten verschaffte. Diese hatte ausgesagt, von zuhause auf ihre dienstlichen Daten zugegriffen zu haben, weil sie in der Firma ­einen Englischkurs besuchte; dabei­ habe ihr damaliger Lebensgefährte das Passwort sehen können. Grundsätzlich, sagte ein Firmenmitarbeiter, sei der Zugriff von zuhause möglich.

Auf Antrag der Verteidigung soll am nächsten Verhandlungstag, Mittwoch, 11. Januar, ­eine weitere Mitarbeiterin gehört werden, denn der Kurs fand erst nach Ende der Beziehung statt.

von Heiko Krause

 
 
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Textnachrichten mit Beleidigungen und Drohungen auf dem Mobiltelefon des mutmaßlichen Opfers sind wohl nicht manipuliert worden. Das hat ein Sachverständiger im Prozess gegen einen 50-Jährigen aus Biedenkopf, der pornografische Bilder seiner Ex-Freundin verbreitet haben soll, festgestellt.

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