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Reuters Gefühl: „Die Akzeptanz wächst“

Windpark Hilsberg Reuters Gefühl: „Die Akzeptanz wächst“

Nach dem Gewinn eines weiteren Gerichtsverfahrens, soll das erste Windrad auf dem Hilsberg im Oktober ans Netz gehen. Der Baufortschritt und der Wegfall von Hemmnissen lässt die Gmeeinde Bad Endbach hoffen, dieses Jahr zur Vermeidung von 2000 Tonnen Kohlendioxid beizutragen.

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Die fertigen Türme der Windkraftanlagen auf dem Hilsberg sind von Bottenhorn aus gut zu erkennen. Es fehlen noch die Gondeln und die Rotoren.

Quelle: Gianfranco Fain

Bad Endbach. Zwar durch einen Radunfall gezeichnet, dennoch ziemlich gelöst berichtet Thomas Reuter beim gestrigen Pressetermin von der Lage rund um den Windpark Hilsberg. Grund zur guten Laune hat der Bauamtsleiter der Gemeinde Steffenberg genug. Am Samstag traf die Entscheidung des Landgerichts Marburg ein, nun darf bei der Anlieferung der mehr als 50 Meter langen Rotoren für die Windräder auch über das von der BI Holzhausen gepachtete Gelände geschwenkt werden.

Dies war der Gemeinde Bad Endbach untersagt, da die BI gleich nach der Anpachtung des Grundstücks von der Gemeinde Steffenberg (die OP berichtete) Anfang März ein Betretungsverbot aussprach. Auf ein Schreiben des Rechtsbeistands der Gemeinde reagierte die BI nicht, sodass es zur Klage kam.

Man habe dieser Aufforderung keine Bedeutung beigemessen, erklärt BI-Vorsitzender Reinhold Leinweber auf Nachfrage, unter anderem weil Bad Endbachs Bürgermeister Markus Schäfer in einem Interview erklärt habe, dass der Weg „nun ausreichend breit“ sei und die BI nie ausdrücklich das „Überschwenken“ untersagt habe. Auch sei bei dem Eigentümer des Grundstücks, der Gemeinde Steffenberg, nicht wegen des Überschwenkens angefragt worden.

Kurz vor dem Verhandlungstermin willigte die BI in ein Anerkenntnisurteil ein, was zur Folge hat, dass die Entscheidung des Landgerichts sofort rechtskräftig ist. „Wir haben dem Gericht umgehend mitgeteilt, dass ein geringfügiges Überschwenken kein Problem für uns bedeutet hätte und haben es deshalb auch unter Verwahrung der Kosten geduldet und anerkannt“, erklärt Leinweber, doch das Gericht habe der BI auch die Kosten des Verfahrens auferlegt. Das Ganze habe die BI samt Pacht rund 8500 Euro gekostet, erklärte Reuter.

Doch nicht nur der Ausgang dieses Verfahrens erfreut Reuter, sondern auch folgende Entwicklungen: die Jagdgenossenschaft Holzhausen verfolge ihre Klage gegen die Genehmigung nach dem Bundes-Immissionsschutzgesetz (BImSchG) nicht weiter, auch ein Hausbesitzer zog seine Klage gegen die BImSchG-Genehmigung nach der Niederlage im Eilverfahren zurück und die Interessengemeinschaft „Pro Natur Steinperf“ habe erklärt, den Beschluss des Eilverfahrens gegen die BImSchG anzuerkennen.

Ebenfalls positiv sei, dass die laut Reuter „provozierenden Spaziergänge“, abgeebbt sind. Dies alles und auch die von der Gemeinde auf der Baustelle veranstalteten Führungen geben Reuter das Gefühl: „Die Akzeptanz wächst, die Lage normalisiert sich.“

Allerdings wurde am Standort 4 eine weitere Bodenverunreinigung, vermutlich durch Dieselöl, festgestellt und ebenso bei der Polizei angezeigt wie am Standort 2, wo es vermutlich Hydrauliköl war, sowie die Diesellache auf der Logistikfläche. Die Kosten für die Beseitigung beziffert Reuter auf insgesamt rund 40000 Euro, die allerdings die Firma Enercon zu tragen habe. Da die Logistikfläche nicht mehr benötigt wird, der Betonbau soll Ende der nächsten Woche beendet sein, warte Endbach auf die Freigabe durch das Regierungspräsidium, um den aufgebrachten Untergrund an anderer Stelle, zum Beispiel im Wegebau verwenden zu können.

Zum Baufortschritt erklärte Reuter, dass die Netzanbindung nach Rachelshausen und Mornshausen fertiggestellt ist und das Anfang September die Endmontage der Gondeln und Rotoren beginnen wird. Die erste Windkraftanlage soll spätestens Anfang November ans Netz gehen, der komplette Windpark bis Ende des Jahres.

Allenfalls die Natur könne der Gemeinde noch einen Strich durch die Rechnung machen, da zum Aufbau der Gondeln und Rotoren der Wind mit nicht mehr als 3 Metern pro Sekunde wehen dürfe. Wann das Hauptverfahren gegen die BImSchG vor dem Verwaltungsgericht beginnen wird, sei nicht absehbar, erklärte Reuter.

von Gianfranco Fain

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