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Reuter: So schnell es geht Windräder aufstellen

Windpark Hilsberg Reuter: So schnell es geht Windräder aufstellen

Eine mögliche Verringerung der Einspeisevergütung nach der Bundestagswahl treibt die Bad Endbacher zur schnellen Umsetzung des Windparks Hilsberg an.

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Bad Endbach. Gut gelaunt präsentierte sich am Freitag nach langer Abwesenheit Bauamtsleiter Thomas Reuter. „Wir sind froh“, bekräftigt der Technische Leiter des Eigenbetriebs „Kur, Tourismus, Energie“, unter dessen Dach der Bau des Windparks und später auch der Betrieb der fünf Windräder läuft, die früheren Aussagen des Ersten Beigeordneten Dieter Domke.

An seinem ersten Arbeitstag mochte Reuter nicht näher auf die Pläne zur weiteren Vorgehensweise der Gemeinde eingehen, weil es noch einiges abzustimmen gibt. Doch der Bauamtsleiter bekräftigt: „Wir setzen das um!“ und zwar „so schnell es geht.“ Schließlich sei deshalb der erneute Antrag zur vorzeitigen Rodung eingereicht worden, und dies von ihm persönlich. Grund der Eile ist die Befürchtung, dass die Einspeisevergütung für den gewonnenen Strom aus Windkraftanlagen nach der Bundestagswahl „irgendwann“ noch mehr vermindert wird.

Deshalb werde die Gemeinde nicht nur so schnell wie möglich mit den Arbeiten beginnen, sondern bei diesen auch „alles machen, was die Genehmigung erlaubt“. Man wolle alle zugestandenen Rechte nutzen, ebenso wie es die Gemeinde von den Standortgegnern erwartet. Auf dem Gerichtsweg gegen die Rodungsgenehmigung vorzugehen, sei deren gutes Recht, betont Reuter, und würde auch Klarheit herstellen.

Der Endbacher Bauamtsleiter geht davon aus, dass ein Eilverfahren vor dem Verwaltungsgericht bis Mitte des Sommers entschieden sein wird - natürlich zugunsten der Gemeinde Bad Endbach. Dies erwartet er nach dem Studium der Begründung im Verfahren des Vorjahres durch die Anwälte der Gemeinde. Deshalb sieht er auch einem möglichen Hängeverfahren „gelassen“ entgegen. Beides seien Möglichkeiten, die der klageberechtigte Vogelschutzverein Holzhausen vermutlich ergreifen werde.

Wulf Hahn widerspricht Hartmut Mai vom Nabu

Wie die Vogelschützer als Speerspitze der Standortgegner vorgehen werden steht noch nicht fest (die OP berichtete). Eine Aktion zur Unterstützung der Erhaltungsbemühungen für den Hilsberg zieht jedoch jetzt schon Kontroversen nach sich.

Der Berater der Bürgerinitiative Holzhausen, Wulf Hahn, widerspricht Hartmut Mai in einer Stellungnahme. Mai, Landesgeschäftsführer des Nabu, hatte am Mittwoch mitgeteilt, dass Hahn nicht wie von diesem selbst angekündigt am Berlin-Marathon des Nabu-Bundesverbandes teilnehmen wird. Dabei wollte Hahn wie im vergangenen Jahr Spenden sammeln, diesmal zugunsten des Hilsbergs. Dies sei nicht möglich, weil Hahn nicht in das Team aufgenommen wurde sondern zehn andere Läufer. Die Teilnahme von Hahn sei auch daran gescheitert, dass der Hilsberg kein Nabu-Projekt mehr sei, da sich der Verband mit Bad Endbach geeinigt habe.

Dem widerspricht Hahn in einer Mitteilung vom Freitag: Zwar habe er am Mittwoch per E-Mail von seinem Ausschluss erfahren, aber die Darstellung Mais entspreche nicht den Tatsachen. „Die Spendenaktion war mit dem Bundesverband abgestimmt. Teena Ihmels von der Abteilung Marketing & Fund­raising beim Nabu-Bundesverband war von mir informiert worden, mit ihr war die Spendenaktion auch persönlich besprochen worden . . .“

Zudem sei „die Spendenaktion mit dem Vorsitzenden des NABU-Kreisverbandes Erich Sänger persönlich abgestimmt worden, auch die Angabe der Kontoverbindung des Kreisverbandes. Daher war und ist es eine Nabu-Aktion.“

Ziel sei es gewesen, für die Spendenaktion des Kreisverbandes Marburg-Biedenkopf zu werben, die sich für den Schutz des Rotmilans, des Schwarzstorchs, des Uhus und des Luchs‘ sowie der Wildkatze im Umfeld des Windparks am Hilsberg einsetzt, so Hahn.

Hahn: Noch Ende Oktober wollte Nabu keinen Vergleich

In der E-Mail werde ihm unterstellt, ein politisches Zeichen gegen den Windpark und den Landesverband Hessen setzen zu wollen, so Hahn weiter. Dieser Darstellung widerspricht er entschieden: „Mir geht es ausschließlich um die schützenswerte Tierwelt am Hilsberg. Noch Ende Oktober 2012 hat sich der Nabu Hessen dafür einsetzen wollen, dass der Hilsberg Naturschutzgebiet wird. Hartmut Mai hat mir am 30. Oktober im persönlichen Gespräch in unserem Büro in Marburg versichert, dass man einen Vergleich aus Naturschutzgründen nicht näher treten könne.“

von Gianfranco Fain

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