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Rettungsaktion endet im Desaster

Wildschwein Emma von Jäger erschossen Rettungsaktion endet im Desaster

Eine traurige Nachricht erschüttert die Mitglieder der Hundehilfe Hinterland: Das handzahme Wildschwein Emma ist tot.

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Wildschwein Emma wurde in einen Pferdeanhänger verladen, mit dem es in sein neues Zuhause 
gefahren wurde. Das Glück währte nur kurz.

Quelle: privat

Biedenkopf. Damit hatte das Team um Marita Müller nicht gerechnet. Nach dem langen Hickhack um den Fortbestand des Tiergeheges auf der Sackpfeife hatte die Hundehilfe Hinterland kurzfristig ein neues Zuhause für das handzahme Wildschwein Emma gefunden.

Doch dann ereilte das Team die schlechte Neuigkeit: Der Publikumsliebling der Sackpfeife, Emma, war vergangenen Sonntag aus dem neuen Gehege in der Nähe des Bodensees ausgebüxt und wurde von einem Jäger erschossen.

Vertrag geplatzt, keine Verlängerung zugelassen

Müller ist entsetzt und wütend – auf den Bürgermeister der Stadt Biedenkopf, Joachim Thiemig, weil der Vertrag zur Übernahme des Tiergeheges zwischen der Hundehilfe und der Stadt aufgrund der „unerfüllbaren“ Auflagen nicht zustande gekommen ist.

Seit dem 1. Juni hatte die Hundehilfe die kommissarische Leitung über das Tiergehege und die Pflege 
der 51 Tiere. Weil der Vertrag 
geplatzt ist, setzte die Stadt Biedenkopf eine Deadline zur Schließung des Tiergeheges: 
 31. Juli. „Die Zeit war zu knapp, um alle Tiere zu vermitteln“, sagt Müller.

Die Hundehilfe hat sich trotzdem ins Zeug gelegt und sogar für das Wildschwein Emma ein neues Heim über die Sendung Maintower gefunden. Es stand aber fest, dass das als Flaschenkind aufgezogene Wildschwein nur mit seinem Kumpel, Schaf Finn, ebenfalls ein Flaschenkind, vermittelt wird, um ihm ein bisschen Normalität mit auf den Weg zu geben.

Hundehilfe macht Emmas Tod auf Facebook öffentlich

Dass Emma trotzdem ausgebüxt ist, schreibt Müller der Tatsache zu, dass es dem Verein aufgrund des Fristablaufs nicht möglich gewesen ist, das neue Heim zu begutachten, um den neuen Besitzern eventuell Tipps geben zu können, damit das neue Gehege ausbruchssicher wird. Die einjährige Emma sollte eigentlich auf einem 36 Hektar großen Areal noch ein schönes Leben fristen, doch die Umsiedlung nahm einen dramatischen Verlauf.

Ihrem Ärger macht Müller auf der Facebook-Seite der Hundehilfe Hinterland Luft, da der Verein zur Vermittlung der Tiere bei der Stadt um einen Aufschub von 10 Tagen gebeten hatte – ohne Erfolg. Sie sagt, dass das Tier nicht hätte sterben müssen, wenn das von der Hundehilfe Hinterland vorgeschlagene Konzept zur Erhaltung des Tiergeheges auf der Sackpfeife eine 
Chance erhalten hätte.

Doch womöglich sei dies politisch nicht gewollt gewesen. Vom 
Eigenbetrieb sei nämlich der Betrag von 36.000 Euro pro Jahr zur Finanzierung der Tiere genannt worden. Für völlig überzogen hält Müller diese Kostenaufstellung.

Ihr Facebook-Beitrag wurde bis Mittwochabend mehr als 80 Mal geteilt und viele Male kommentiert. So mancher will die Sackpfeife als Ausflugsziel streichen. Die allermeisten finden Emmas Schicksal traurig.

von Silke Pfeifer-Sternke

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