Volltextsuche über das Angebot:

4 ° / 0 ° Regen

Navigation:
Raubüberfall: Weitere Zeugen sollen gehört werden

Landgericht Raubüberfall: Weitere Zeugen sollen gehört werden

Das Landgericht Marburg setzte im Fall um den schweren Raubüberfall auf eine Spielhalle in Dautphe einen dritten Verhandlungstermin an.

Marburg.. In der Verhandlung am Freitag beantragte der Verteidiger des 37-jährigen Angeklagten, einen weiteren Sachverständigen hinzuzuziehen. Dieser soll klären, ob der Angeklagte und der Räuber, der am 14. Juni 2012 eine Spielhallenaufsicht mit einer Waffe bedrohte, mehr als 1000 Euro raubte und dabei gefilmt wurde, dieselbe Person ist oder ob es sich um zwei verschiedene Personen handelt. Da es zwar Videoaufnahmen zur Tatzeit aus der Eingangshalle gibt, der Täter aber maskiert den Raub beganngen hat, konnte noch nicht eindeutig geklärt werden, ob der Angeklagte, der kurz vor dem Überfall die Spielhalle verließ, der selbe war, der zwei Minuten später mit Skimaske und Baseballkappe bekleidet die Spielhallenaufsicht zur Herausgabe des Geldes zwang.

Nach Zeugenaussagen habe der Täter zwar eine andere Jacke getragen, die Jeanshose und die Statur des Angeklagten hätten sie aber wiedererkannt. Nur aufgrund dieser Aussagen konnte die Kriminalpolizei den Mann dingfest machen. Er wurde zur Fahndung ausgeschrieben und seine Wohnung durchsucht. Später geriet der 37-Jährige zufällig in eine Routinekontrolle in einer Spielhalle in Marburg. Seither sitzt der Hinterländer in Untersuchungshaft.

Zuvor hatte sich seine Schwester bei der Marburger Kripo telefonisch gemeldet und mitgeteilt, dass sich ihr Bruder stellen wolle.

Der Raubüberfall war eine Blitztat. Er dauerte etwa 45 Sekunden und ereignete sich gegen 5 Uhr. Ein Maskierter hielt der 22-jährigen Spielhallenaufsicht eine Waffe an die Stirn mit den Worten. „Kein Wort“ und griff dann selbst in die Kasse.

Zuvor soll sich der Angeklagte laut einer Zeugenaussage in der Spielhalle darüber geärgert haben, dass er am Abend 300 Euro verspielt hatte.

Für die Polizei ist der 37-Jährige kein Unbekannter. Er fiel in der Vergangenheit wegen Drogenkonsums auf. Ein Ermittler berichtete, dass der Angeklagte eine Woche vor der Tat nicht zur Arbeit erschienen war. Und von einem Krankenhausaufenthalt nach dem Todesfall seiner Lebensgefährtin. Ein anderer Polizist sagte aus, dass der Angeklagte bei der Festnahme 0,3 Gramm Heroin bei sich trug, das er zuvor in Frankfurt erworben hatte. Auch hat er bei ihm „relativ viel Geld“ gefunden: 300 Euro.

Beim nächsten Verhandlungstermin am 22. Februar um 11.30 Uhr im Saal 101 im Marburger Landgericht soll ein weiterer Zeuge der Verteidigung gehört werden. Zudem werden dann insgesamt zwei Sachverständige aussagen.

von Silke Pfeifer-Sternke

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Hinterland