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Projektierer informieren über Windpark

Projekt „Auf dem Hemmerich“ Projektierer informieren über Windpark

Rund 120 Besucher kamen am Mittwochabend ins Bürgerhaus in Lohra, um sich über das geplante Windparkprojekt mit neun Anlagen aus erster Hand zu informieren.

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Auf dem Hemmerich, oberhalb des Lohraer Ortsteils Rodenhausen, sollen vorerst nur noch zwei Windkraftanlagen entstehen. Die ­Option für zwei Anlagen auf der Gladenbacher Gemarkung besteht aber noch.

Quelle: Gianfranco Fain

Lohra. Philipp Schmidt-Bovendeert von der Firma 
„AXMA-Wind“, Christoph Boeffel von der Firma Enercon sowie Joachim Wierlemann und Ulf Schmidl von „BürgerWind Gladenbach“ erläuterten das geplante Vorhaben in den Ortsteilen Rodenhausen und Seelbach sowie an der Gemarkungsgrenze von Lohra.

„Die geplanten Windräder von der Firma Enercon vom Typ 
E 115 gehörten zu den technisch fortschrittlichsten und zuverlässigsten und haben eine Höhe von 206 Metern“, erläuterte Boeffel die technischen Daten der bis zu zehn geplanten Windkraftanlagen. „BürgerWind“ plant zwei Anlagen in Rodenhausen.

Vorher begrüßte Bürgermeister Georg Gaul die Gäste und berichtete, dass die Stadtwerke Marburg und „BürgerWind Gladenbach“ schon im Jahre 2012 den Bau von Windkraftanlagen in diesem Gebiet geprüft hatten und ihr Vorhaben im Frühjahr 2012 den gemeindlichen Gremien vorgestellt hatten.

Bürgermeister: Gutachten nicht aktuell

Nach Wirtschaftlichkeitsberechnungen stiegen die Stadtwerke Marburg 2015 aus der Projektierung aus, da das Gebiet „nur sehr schwierig und aufwendig zu erschließen sei“, zitierte der Bürgermeister das damalige Gutachten der Stadtwerke. Am 12. März 2015 habe die Gemeindevertretung Lohra beschlossen, sich nicht an der Projektierung, dem Wegebau und dem Betrieb von Windkraftanlagen zu beteiligen, da die Wirtschaftlichkeit des Projekts sehr fraglich sei.

Kritisch merkte Georg Gaul zur aktuellen Veranstaltung an, dass die vorliegenden Gutachten nicht aktuell und die betroffenen Jagdgenossenschaften noch nicht in gewünschtem Maße in das Projekt eingebunden seien, und so stehe das Projekt aus Sicht der Gemeinde Lohra noch ganz am Anfang.

Boeffel ging in seinen Ausführungen auf die schwierige Geländelage ein. Windkraftanlagen auf hügeligem Gelände bedeuteten auch immer Aufschüttungen und Abtragungen. Die Einrichtung einer Umladestation für die Anlieferung der Anlagen am Rand des Windparks und der Wegebau seien aufwendig in diesem Gebiet, aber im Hinblick auf die Gesamtanlage nicht unwirtschaftlich.

Ihr Ziel sei es, die Wertschöpfung in der Region zu halten sowie Bürger und Kommune mitzunehmen. Eine Beteiligung der Bürger an den Windkraftanlagen sei über „BürgerWind“ in genossenschaftlicher Form möglich, sagte Schmidl. Bei der anschließenden Diskussion ging es um Naturschutz, die Jagdpacht und den Ausstieg aus der Atomenergie, der gesellschaftlicher Konsens in Deutschland ist.

Fragen konnten teilweise nur sehr hypothetisch beantwortet werden, weil die Planungen noch ganz am Anfang sind. Realistisches Datum für einen Baubeginn sei Ende 2017, teilten die Projektierer in der Infoveranstaltung mit.

von Anita Ruprecht

Zur Informationsveranstaltung über Windkraftanlagen für Lohra kamen gut 120 Gäste ins Bürgerhaus. Foto: Anita Ruprecht
 
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