Volltextsuche über das Angebot:

16 ° / 10 ° Regenschauer

Navigation:
Prestigegewinn für Altenverser Denkmal

Anerkennungspreis Prestigegewinn für Altenverser Denkmal

Für die gelungene Sanierung alter Bauten verlieh das Land neun Projekten den Hessischen Denkmalschutzpreis. Einen davon erhielt Steffen Seibert, der in Altenvers ein Verwaltungsgebäude und eine Fabrikationshalle erneuerte.

Voriger Artikel
„Letzte Chance“ wandelt sich in Albtraum
Nächster Artikel
Mobile Kastrations-Klinik soll Katzenleid mildern

Steffen und Julia Seibert freuen sich über den Anerkennungspreis des Hessischen Landesamtes für Denkmalpflege, den sie für die Restaurierung der alten Zigarrenfabrik in Altenvers erhalten haben.

Quelle: Hartmut Berge

Altenvers. „Es ist eine riesige Anerkennung“, freut sich Steffen Seibert über den Preis des Landesamtes für Denkmalpflege, den er am Freitag erhielt. Während sich andere einfach über den Anerkennungspreis freuen würden, bekennt der Altenverser selbstkritisch, er habe in den zwei Jahren, vom Kauf bis zur Nutzung der alten Zigarrenfabrik, „gar nicht so viel gemacht“.

Genau das macht aber das Besondere an diesem Denkmalschutzobjekt aus, bemerkte Dr. Bernhard Buchstab. Der Bezirkskonservator vom Landesamt für Denkmalpflege schlug das um 1900 errichtete Gebäude vor, weil es mit substanzschonenden Eingriffen nach dem Motto „Weniger ist mehr“ gelungen sei, das Haus wieder seiner ursprünglichen Nutzung zuzuführen. Die zwischenzeitlichen Wohnungen sind zurückgebaut und wieder zu einem Verwaltungstrakt umgewandelt, die Produktionshalle wurde mit „minimalen Installationen“ den Bedürfnissen des Betriebes angepasst. Nun wird darin wieder etwas hergestellt, so wie früher an langen Tischen, nur dass jetzt nicht Zigarren gedreht, sondern High-Tech-Produkte - explosionsgeschützte Videokameras - hergestellt werden.

Dass er keinen Geldpreis, sondern nur einen Anerkennungspreis erhalten hat, stört Seibert nicht im Geringsten: „Wir haben mit geringen Mitteln Synergien erzeugt und ziehen unseren täglichen Nutzen daraus.“ So wurde zum Beispiel die Halle im Originalzustand wieder hergerichtet und „alles, was wir für unsere Produktion benötigen, wurde auf Putz montiert“.

Das schont die Bausubstanz der ehemaligen Produktionsstätte der Firma J. B. Noll, die auf mehreren Etagen rund 600 Quadratmeter umfasst. Vor rund drei Jahren begann Steffen Seibert seine Überzeugung umzusetzen: Arbeitsplätze müssen wieder in die Nähe der Wohnorte gebracht werden, statt die Arbeitnehmer weite Pendler­wege bewältigen zu lassen. Als der Betrieb aus Platzgründen erweitert werden musste und sich die Gelegenheit ergab, das Kulturdenkmal zu kaufen und Altenvers treu zu bleiben, griff der Jungunternehmer zu.

Mittlerweile sind das Erd- und das Obergeschoss fertiggestellt, und unter dem Dach entstand ein Konferenzraum. In den nächsten Jahren soll noch das 1924 erstellte Naturschieferdach erneuert werden.

von Gianfranco Fain

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Hinterland

Auf der Meinungsseite der OP finden Sie Kommentare zu lokalen und regionalen Ereignissen und zum politischen Weltgeschehen. Sportliche "Einwürfe" und lokale Glossen gehören zum meinungsstarken Erscheinungsbild der Oberhessischen Presse. mehr