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Pferdefreunde fürchten neue Steuer

Zukunftsangst Pferdefreunde fürchten neue Steuer

Die Mitglieder des Vereins der Pferdefreunde Gladenbach und Umgebung lehnen die in die Diskussion gebrachte Pferdesteuer ab, da diese auch den Fortbestand des Vereins mit seiner umfangreichen Jugendarbeit gefährde.

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Der Verein für Pferdefreunde Gladenbach und Umgebung spricht sich gegen die Einführung einer Pferdesteuer aus.

Quelle: Klaus Peter

Marburg. In ihrer Jahreshauptversammlung diskutierten die Mitglieder des Vereins der Pferdefreunde und Umgebung das Thema „Pferdesteuer in Gladenbach“ sehr intensiv, aber jederzeit sachlich.

Vereinsmitglied Gunthard Koch berichtete, dass seitens der SPD-Fraktion eine Anfrage an den Bürgermeister bezüglich der in Gladenbach aufgestellten Pferde gerichtet worden sei. Diese Anfrage ziele wohl auf die Einführung einer Pferdesteuer ab, die vier deutsche Kommunen bereits beschlossen haben.

Mit der Generierung dieser Steuer solle dann vermutlich die Haushaltslage der Stadt verbessert werden. Ein konkreter Antrag seitens der SPD-Fraktion über die Einführung einer Pferdesteuer liege dem Parlament noch nicht vor. In Gladenbach werden derzeit rund 200 Pferde gehalten.

Die Einführung einer Pferdesteuer würde möglicherweise, wie in Bad Sooden-Allendorf geschehen, den Fortbestand des Vereins mit seiner umfangreichen Jugendarbeit infrage stellen. Der Verein im Werra-Meißner-Kreis sei aufgelöst worden. Nach einem entsprechenden Bericht in der Oberhessischen Presse am Samstag, 9. Mai, habe die Reiterliche Vereinigung in Warendorf Koch angerufen und dem Verein bei Bedarf Unterstützung zugesagt.

Solche Steuern, so Koch, zerstörten Strukturen. Viele Gemeinden hätten bereits einen solchen Antrag auf Einführung einer Pferdesteuer abgelehnt. Vielfach Pferdefreunde seien es, die gerade alte Höfe vor dem Verfall retteten und sie als Stallanlagen für ihre Pferde nutzen. Gerade wegen dieser Voraussetzungen würden auch viele Pferdehalter auf das Land ziehen. Sogenannte „Gnadenbrot-Pferde“ oder auch gewerblich genutzte Tiere wie Therapiepferde würden nicht unter diese Steuer fallen.

Koch: Jugendarbeit des Vereins kommt Stadt zugute

„Eine Erhebung der Pferdesteuer bringt nicht viel“, betonte Gunthard Koch, „vielmehr übersteigen die Verwaltungsgebühren die Einnahmen.“ Der Verein habe in Gladenbach aus privaten Mitteln, wie zum Beispiel Mitgliedsbeiträgen, durch Eigenleistung und nur wenig öffentliche Subventionen die vereinseigene Reitanlage geschaffen. Andere Vereine in der Stadt würden jährlich mit Zuschüssen für Platzpflege unterstützt. Dies sei den Pferdefreunden in Gladenbach bisher versagt geblieben. Auch seien die umfangreichen Gerätschaften für die Platzpflege aus eigenen Mitteln angeschafft worden.

Die in die Diskussion geworfene Abgabe besteuere einen Sport und treffe insbesondere Mädchen und Frauen, die sich ihr Pferd und die Kosten teilweise vom Mund absparen müssten. Etwa 95 Prozent der in Gladenbach eingestellten Pferde hätten weibliche Besitzer. Der Verein biete der Stadt im Grunde professionelle Jugendpflege ausschließlich aus Vereinsmitteln, resümierte Koch.

Die Pferdesteuer sei auch nicht mit der Hundesteuer vergleichbar, denn diese sei vor vielen Jahren als Leitungssteuer eingeführt worden, um zu verhindern, dass ein Haushalt vier oder fünf Hunde besitze. Pferdesteuer könne keine Leitungssteuer sein, denn wer könne sich schon mehr als ein Pferd leisten. Damit sei die Pferdesteuer eine Bagatellsteuer, die den Haushalt nicht rette, betonte Koch.

Michel: Pferdesport ist kein Hobby wie jedes andere

Katja Hinder machte darauf aufmerksam, dass Gemarkungsgrenzen doch eher klein seien und wenn zum Beispiel in Gladenbach die Pferdesteuer eingeführt werde, käme es dazu, dass viele Pferde in den Nachbarkommunen eingestellt würden.

Ein Mitglied wies auf die Wichtigkeit der Jugendarbeit des Vereins hin, in dem junge Menschen die Disziplin im Umgang mit den Pferden und damit der Kreatur erlernen würden, die auch für ihr späteres Leben wichtig sei.
Vorsitzende Antje Michel zog ein abschließendes Resümee dieser Diskussion:

„Wir werden uns zusammensetzen, Argumente sammeln und auch darauf hinweisen, dass das Halten von Pferden nicht ein Spaß für eine Stunde ist, sondern dass die Besitzer 24 Stunden am Tag mehr oder weniger für das Pferd da sind, um dieses zu versorgen. Die Einführung einer eventuellen Pferdesteuer werde dem Pferdesport nicht gut tun und für enorme Schwierigkeiten sorgen.“

von Klaus Peter

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