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Pfarrer geprellt, vor Gericht gestellt

Haftstrafe Pfarrer geprellt, vor Gericht gestellt

Ein 57-Jähriger stand vor Gericht, weil er in mindestens 35 Fällen bei Pfarrämtern in Mittelhessen, Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz eine Notlage vortäuschte, um Geld zu erschleichen.

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Ein 57-Jähriger stand vor Gericht, weil er in mindestens 35 Fällen bei Pfarrämtern in Mittelhessen, Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz eine Notlage vortäuschte, um Geld zu erschleichen.

Quelle: Archiv

Biedenkopf. Amtsgerichtsdirektor Richter Mirko Schulte verurteilte am Donnerstag den vorbestraften Angeklagten, der seit eineinhalb Jahren im Nordkreis lebt, zu einer Gefängnisstrafe von einem Jahr und zehn Monaten, zuzüglich einer zweijährigen Führerscheinsperre.

Zu der Höhe des Urteils und der Führerscheinsperre kam es, weil der Angeklagte ohne Fahrerlaubnis zum Prozess gefahren war, wie sich während der Verhandlung herausstellte. Viele seiner „Kurierfahrten“ zu den Pfarrämtern unternahm der 57-Jährige vom Frühjahr bis zum Sommer 2010 ins Hinterland, unter anderem nach Buchenau, Dautphe, Breidenstein, Breidenbach, Obereisenhausen, Gönnern und Gladenbach. Meistens kassierte er dabei 50 Euro.

Er begründete sein Handeln mit seiner prekären finanziellen Situation, ausgelöst durch seine damalige Arbeitslosigkeit und Alkoholabhängigkeit. Der Mann beteuerte, sein Leben geändert zu haben. Seine Lebensgefährtin und seine Arbeit bei einer Apothekenzuliefererfirma geben ihm Halt, von seiner Alkoholsucht habe er sich befreit, so seine Aussage.

Staatsanwalt Hormel forderte eine Freiheitsstrafe von 22 Monaten ohne Bewährung sowie eine zweijährige Führerscheinsperre. „Nur wenige haben eine solche Vorstrafendichte“, machte er dem Angeklagten deutlich, der seit 1969 immer wieder strafrechtlich in Erscheinung getreten ist und zuletzt im Jahr 2010 von einem nordhrein-westfälischen Gericht zu einer Bewährungsstrafe verurteilt wurde – ebenfalls wegen Erschleichung von Geld in mehreren Fällen.

von Björn-Uwe Klein

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