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Paten für Flüchtlingsfamilien gesucht

Diskussion um Unterkünfte Paten für Flüchtlingsfamilien gesucht

Die Entscheidung, ob 
Gladenbachs Magistrat den Kompromiss-Vorschlag zur Unterbringung von rund 100 Flüchtlingen im ehemaligen Oranier-Verwaltungsgebäude 
akzeptiert, fällt Montag.

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Sowohl im alten Amtsgericht in Gladenbach (links) als auch im ehemaligen Nachtclub „La Bohème“ sollen demnächst Flücht­linge einziehen.

Quelle: Silke Pfeifer-Sternke

Gladenbach. Der Magistrat der Stadt Gladenbach beschäftigt sich am Montag mit dem von Vize-Landrat Marian Zachow unterbreiteten Kompromiss-Vorschlag zur Flüchtlingsunterbringung auf dem ehemaligen Industrie-Standort der Firma Oranier in Weidenhausen.

Zachow unterbreitete dem Magistrat in einer vorherigen Sitzung die Pläne des Landkreises, nachdem das städtische Gremium und auch der Ortsbeirat Weidenhausen sich gegen das Verwaltungsgebäude, aber für die Unterbringung von Flüchtlingen in den beiden auf dem Gelände leerstehenden Wohnhäusern ausgesprochen hatten (die OP berichtete).

Die Häuser seien in einem schlechten baulichen Zustand, sodass sie erst nach einer längeren Bauzeit von einem bis zu eineinhalb Jahren bezugsfertig seien, sagte Zachow. Deshalb prüft der Magistrat folgenden Kompromiss-Vorschlag:

*  Der Nutzungsvertrag soll statt über acht Jahre, über sechs bis sechseinhalb Jahre geschlossen werden.

*  Es wird eine Ausstiegsklausel vereinbart, sofern die gesamte Vermarktung des Objektes einschließlich des Verwaltungsgebäudes möglich ist.

*  Zur Vermarktung suchen die Wirtschaftsförderung des Landkreises, die Stadt Gladenbach sowie die Firma Oranier gemeinsam nach Lösungen, um am Standort Weidenhausen langfristig wieder 400 Arbeitsplätze zu sichern.

Flüchtlingshelfer treffen sich

Zachow erläuterte zudem, dass mit dem Umbau des Verwaltungsgebäudes ein weiteres Plus auf der Habenseite steht: Die Bausubstanz des Gebäudes werde durch den Umbau erheblich aufgewertet und verbessert.

Der Magistrat forderte vom Landkreis neben einer schriftlichen Bestätigung auch unterstützende Maßnahmen bei der Integration der Flüchtlinge. Derzeit liegen die Integrationsaufgaben maßgeblich auf den Schultern von rund 70 ehrenamtlichen Helfern, die in der Flüchtlingshilfe organisiert sind.

Zurzeit hat die Flüchtlingshilfe das Problem, dass nach der Neuorganisation die Arbeit der gebildeten Teams teilweise nur schleppend vorankommt. Deshalb sollen Treffen organisiert werden, sodass sich die Helfer kennenlernen und untereinander austauschen können (siehe Kasten unten).

Da der Landkreis auch nach kleineren Wohneinheiten sucht, sind außer dem ehemaligen Verwaltungsgebäude von Oranier zwei weitere stadtbekannte Objekte im Fokus für die Unterbringung von Flüchtlingen.

Info-Tag soll neue Helfer gewinnen

Im ehemaligen Nachtclub La Bohème in der Bahnhofstraße sollen circa 28 Familien mit Kindern untergebracht werden. Dort finden derzeit noch Umbauarbeiten statt. Auch im Amtsgerichts-Gebäude sollen demnächst bis zu 25 Personen leben.

Um die Familien besser zu betreuen, sucht die Gladenbacher Flüchtlingshilfe nach Paten, die den Neubürgern eine Starthilfe geben, aber vor allem Hilfe zur Selbsthilfe ermöglichen. Es geht vor allem darum, Unterstützung anzubieten bei der Einrichtung von Bankkonten, der Anforderung von Krankenscheinen, Vermittlung von Arztterminen, Vorbereitung bei der Anmeldung der Kinder für den Kindergarten oder die Schule.

Am 3. März sind Gladenbacher Bürger eingeladen, sich über die Aufgaben der Paten zu informieren und sich mit anderen Ehrenamtlichen der Flüchtlingshilfe auszutauschen (siehe ebenfalls Kasten).

Wie Zachow gegenüber den Magistrats-Mitgliedern erläuterte, hat die Hinterland-Kommune Gladenbach bereits ihr Soll von 124 unterzubringenden Flüchtlingen erfüllt. Tatsächlich leben in Gladenbach 158 Asylsuchende. Da sich die Situation nicht entspanne, warten noch rund 20.000 Flüchtlinge in den Erstaufnahmelagern auf ihre Zuweisung, erklärte Zachow.

von Silke Pfeifer-Sternke

 
 Team-Treffen

22. Februar, 19 Uhr: Treffen des Sprachteams in den Räumen des Studienkreises

29. Februar, 18 Uhr: Treffen des Teams zur Koordination der Freizeitaktivitäten in den Räumen des Diakonischen Werks

3. März, 18.15 bis 20 Uhr, Treffen der Paten in den Räumen des Diakonischen Werks

7. März, 19 Uhr; Treffen des Teams Projekte/Veranstaltungen in den Räumen des Diakonischen Werks.

 
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