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Parlament schlägt Brücke zu Wallauern

Stadtparlament Parlament schlägt Brücke zu Wallauern

Die Wallauer können aufatmen. Ihre Ideen zur Umnutzung des Hallenbadgeländes sind nicht nur ein Papiertiger, sondern sollen tatsächlich umgesetzt werden.

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Das Grundstück des Hallenbadgeländes darf schon seit 2006 nicht mehr betreten werden. Wegen statischer Probleme wurde das Hallenbad geschlossen.

Quelle: Benedikt Bernshausen

Biedenkopf . Trotzig wie ein Paddelboot in der Brandung der aufbäumenden See stellte sich Bürgermeister Joachim Thiemig in der Stadtverordnetenversammlung am Donnerstagabend gegen die spürbare Zirkulation des Gegenwinds zur Umnutzung des Wallauer Hallenbadgeländes. Er wollte ein eindeutiges Votum zum vorgestellten Konzept eines Mehrgenerationengeländes – also 100 Prozent. Es sollte eine Wiedergutmachung an die Wallauer Bürger werden, die sich mit der Schließung ihres Hallenbades vor neun Jahren zurückgestellt fühlten. Wann immer es im Parlament etwas zu verteilen gab und Wallau leer ausging, lautete der Vorwurf: Stadtteildenken.

„In der Vergangenheit haben wir kläglich versagt. Es gilt, die Fehler zu beseitigen“, sagte Thomas Mayerle (SPD). Da passten die Änderungsvorschläge aus dem Haupt- und Finanzausschuss (HuF) und vom Bürgerblock (BB) so gar nicht zum Versöhnungangebot. Der BB stellte die leidige Frage nach den Kosten der geplanten Anlage und regte die Prüfung eines Alternativstandorts an. Der HuF hatte eigentlich nur redaktionelle Änderungen vorgeschlagen. Wobei sich an dem Wort „Vorbereitung“ die Geister scheideten. Magistratsprecher Thiemig hielt die Änderungswünsche für einen Ausdruck des Misstrauens gegen „sein“ Gremium.

230 000 Euro im Haushalt eingeplant

„Wir wissen, was wir zu tun haben, das braucht ihr uns nicht in die Beschlussvorlage reinzuschreiben“, sagte der Bürgermeister. Er wollte den vorgelegten Beschluss durchbringen – ohne Änderungen. Als Grund gab Theimig an, dass er auf dem Hallenbadgelände endlich loslegen will. 230 000 Euro sind im Haushalt 2015 eingestellt, damit könnte schon mal die Abrissbirne geordert und das marode Gebäude dem Erdboden gleichmacht werden.

Siegfried Engelbach (CDU) machte als erster der Fraktionssprecher deutlich, dass es von allen grundsätzlich ein Ja zur geplanten Umnutzung gibt. Er erinnerte daran, dass für die Umsetzung des Beschlusses eben keine 100-prozentige Zustimmung notwendig ist, lediglich die Mehrheit. Deshalb schlug er vor: „Lasst uns abstimmen!“

So stimmten dann 32 Stadtverordnete bei einer Gegenstimme (die OP berichtete) für den vom HuF vorgeschlagenen geänderten Beschluss – ohne das Wort „Vorbereitung“.

Das Parlament schlug also mit 97 von 100 Prozent eine Brücke zu den Wallauern. Jetzt muss gemeinsam an der Umsetzung der Freizeitanlage für Jung und Alt gearbeitet werden. Vor allem darf das Konzept mit den Ideen der Bürger nicht in der Schublade verstauben.

von Silke Pfeifer-Sternke

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