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Ortsverein liebäugelt mit Feuerwache

„Dammer Spatzen Ortsverein liebäugelt mit Feuerwache

Das Lohraer Parlament könnte in seiner nächsten Sitzung den Verkauf des Feuerwehrgerätehauses in Damm an den Orts­verein „Dammer Spatzen“ beschließen.

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Über die Zukunft des Feuerwehrgerätehauses in Damm soll die Lohraer Gemeindevertretung in ihrer nächsten Sitzung entscheiden.  Der Ortsverein „Dammer Spatzen“ ist an dem Kauf des Objektes interessiert.

Quelle: Silke Pfeifer-Sternke

Damm. Die Sozialdemokraten regen mit einem Antrag den Verkauf des Dammer Feuerwehrgerätehauses an. Sie begründen ihren Antrag damit, dass durch die Fusion der drei Lohraer Feuerwehren Willershausen, Damm und Lohra und dem Neubau des Feuerwehrzentrums das Dammer Feuerwehrgerätehaus ab Juni 2016 nicht mehr benötigt wird. Der Haupt- und Finanzausschuss berät darüber am kommenden Donnerstag, die Gemeindevertretung am 28. Januar.

Das Gebäude habe für die Dammer Bevölkerung eine wichtige Funktion, erläutert SPD-Chef Kurt Schwald die Intention des Antrags. Aufgrund der Finanzsituation der Kommune stehe das Dorfgemeinschaftshaus in Damm zum Verkauf. Sobald sich ein Käufer findet, verfüge der Ort nicht mehr über eine Versammlungsmöglichkeit.

Ziel: Haus für Gemeinschaft

„Unser Ziel ist es, das Feuerwehrgerätehaus für die Bevölkerung zu erhalten. Es ist eine tolle Immobilie und vor allem wegen der Halle für Investoren interessant“, sagte Schwald. Da es bereits mehrere Interessenten gibt, wolle die SPD erreichen, dass der Ort attraktiv bleibe – gerade auch mit Blick auf den demografischen Wandel. Es ­gebe bereits keine Gaststätte mehr im Ort, und vielleicht auch bald kein Gemeinschaftshaus, sagte er. Bereits im Dezember hatten die „Dammer Spatzen“ bei einem SPD-Ortstermin ihre Bereitschaft erklärt, das Feuerwehrgerätehaus zu tragbaren Bedingungen zu kaufen und es zu einem Begegnungszentrum umzubauen, in dem dann auch nach Beerdigungen Kaffee und Kuchen angeboten werden könnte.

Das Gebäude böte sich dafür an, sagt Schwald. Das Rolltor könnte entfernt und ein Fenster eingesetzt werden. Dann verfüge das Gebäude über Toiletten, eine kleine Küche und ­einen eingerichteten Schulungsraum.
Das Projekt müsste allerdings finanzierbar sein, das heißt der Verein müsste das Objekt für „kleines Geld“ kaufen können. Auch die Gemeinde gewinnt: Sie müsse keine Unterhaltungskosten mehr tragen. „Also eine Win-Win-Situation“, sagt Schwald.

Der Verkauf des Feuerwehrgerätehauses in Damm soll sich in puncto Finanzierungsmodell am Verkauf des Dorfgemeinschaftshauses Weipoltshausen­ im vergangenen Jahr orientieren, wobei es sich bei dem Dammer Gebäude um ein viel kleineres handelt. Oder der Verkauf soll sich am „Lohraer Modell“, das Hermann Schorge und Hans-Wilhelm Kisch erarbeitet haben, ausrichten.
Im März 2015 beschloss das Lohraer Parlament, das Wei­poltshäuser Gemeinschaftshaus für 95.000 Euro an den Heimatverein zu verkaufen.

Modell baut auf Eigenleistung

Die Gemeinde zahlt weiterhin monatlich 790 Euro Kaltmiete für die Benutzung und von 2015 bis 2018 einen jährlich fallenden Betriebskostenzuschuss. Seit November 2015 ist das Dorfgemeinschaftshaus Weipoltshausen somit nicht mehr im Besitz der Gemeinde.

Bereits Anfang 2014 machte Lohras Bürgermeister Georg Gaul angesichts der angespannten finanziellen Lage der Gemeinde und des durch den ­Erhalt der Bürgerhäuser verursachten jährlichen Defizits von rund 400 000 Euro klar, dass die Gemeinde Lohra den größten Teil der zehn Dorfgemeinschaftshäuser an Gewerbetreibende oder Bürgervereine abzugeben versuche.

Schorge erarbeitete daraufhin zusammen mit Kisch ein Modell, in dem die Dorfgemeinschaft das in ihrem Ort befindliche Bürgerhaus übernehmen könnten. Durch Eigenleistungen und Personaleinsparungen reduzieren sich die Unterhaltungskosten, die die Gemeinde tragen müsste.

Ebenso blieben die Mieten ­erhalten, die die Gemeinde ­beispielsweise für öffentliche Sitzungen bezahle.

von Joshua Müller und Silke Pfeifer-Sternke

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