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Ortsumgehung in der Warteschleife

Bundesstraße 62 Ortsumgehung in der Warteschleife

Ob das Planfeststellungsverfahren dieses Jahr noch eingeleitet wird? Das Bundesministerium wird den technischen Vorentwurf voraussichtlich erst im zweiten Halbjahr erhalten. Dann ist auf eine Entscheidung zu warten.

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Durch den Biedenkopfer Stadtteil Eckelshausen quälen sich vor allem während der Stoßzeiten des Berufsverkehrs die Fahrzeuge über die Bundesstraße 62. Wann mit dem Bau einer Ortsumgehung begonnen wird, ist weiterhin offen.

Quelle: Archivfoto

Eckelshausen. Als „Offenbarungseid der Hessischen Landesregierung“ bezeichnete der Marburger Bundestagsabgeordnete Sören Bartol am Dienstag die Mitteilung, dass die Planung der Umgehungsstraße für den Biedenkopfer Stadtteil Eckels­hausen sich weiter verzögert.

Aus einer Antwort auf seine Anfrage beim Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur heißt es, dass laut der planenden hessischen Straßenbauverwaltung sich die Vorlage des Vorentwurfs zur Ortsumgehung Eckelshausen verzögert. Angestrebt werde nun eine Vorlage in der zweiten Hälfte dieses Jahres. Und: Genaue Angaben über Zeitpunkt und Dauer des Planfeststellungsverfahrens könne die hessische Straßenbauverwaltung beim derzeitigen Planungsstand nicht machen.

Noch Anfang dieses Jahres ging man davon aus, dass Hessen Mobil den technischen Vorentwurf der abgestimmten Vorzugsvariante dem Bundesverkehrsministerium in der ersten Jahreshälfte vorlegt. Davon ist nun nicht mehr die Rede.

Sören Bartol verärgert

„Da hat jemand seine Hausaufgaben nicht gemacht“, mutmaßt der stellvertretende Vorsitzende der SPD-Bundestagsfraktion und weist eindeutig dem Land Hessen die Schuld „an der weiteren Verzögerung dieses seit Jahren beabsichtigten Projekts“ zu.

Besonders ärgert den Verkehrsexperten Bartol: Er erreichte in seiner ersten Amtsperiode im Bundestag, dass die Umgehung von Eckelshausen im Jahr 2003 in den vordringlichen Bedarf aufgenommen wurde, und nun, wo die Bundesregierung „für Infrastrukturprojekte so viel Geld zur Verfügung stellt wie nie zuvor“, noch nicht mal die Planung steht.

Sonja Lecher von Hessen Mobil erklärt, warum es bei dem Projekt in der Vorentwurfsphase zu einer Verzögerung gekommen ist, die ihre Wurzel im vergangenen Jahr habe. Dabei ging es unter anderem um hydraulische Berechnungen zum Niedrigwasserabfluss der Altlahn sowie an die Jahreszeit angelehnte landespflegerische Untersuchungen. Zudem mussten neue Straßenbaurichtlinien eingearbeitet werden. All dies führt dazu, dass erneute Abstimmungen und Anpassungen erforderlich sind.

BI setzt auf schnelle Umsetzung

Nun wird angestrebt, den technischen Vorentwurf – mit Linie, Höhenlage und weiteren Ansprüchen an die Planung – im zweiten Halbjahr 2015 dem Bundesverkehrsministerium vorzulegen. Wann danach das Planfeststellungsverfahren eingeleitet werden kann, liege dann vorerst in der Hand der Bundesbehörde. Stimmt diese der Vorentwurfsplanung zu, werden die Unterlagen erstellt, um das Planfeststellungsverfahren einzuleiten. Wenn Baurecht besteht, müsse der Bund das erforderliche Geld zur Verfügung stellen.

Werner Mohrherr vom Sprecherrat der Bürgerinitiative (BI) Ortsumgehung Eckelshausen war am Dienstag für eine Stellungnahme nicht zu erreichen. Die BI setzt sich seit mehr als 25 Jahren für eine Entlastung vom Durchgangsverkehr auf der Bundesstraße 62 ein.

Sie setzt darauf, dass die Planung für die Umgehungsstraße forciert wird, damit das Planfeststellungsverfahren noch in diesem Jahr beginnen kann. Ebenso wichtig ist es für die BI, dass die Umgehungsstraße bei der diesjährigen Fortschreibung des Bundesverkehrswegeplans weiter im vordringlichen Bedarf enthalten bleibt.

von Gianfranco Fain

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