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Ortschaft Katzenbach bleibt mit Breitband unversorgt

Schnelles Internet Ortschaft Katzenbach bleibt mit Breitband unversorgt

Mehr als 140 interessierte Bürger stellten bei der Informationsveranstaltung der Deutschen Telekom im Rathaus kritische Fragen zum Breitbandnetz, das in Biedenkopf Mitte dieses Monats startet.

Biedenkopf. Am 14. August wird das „schnelle Internet“ im Bauabschnitt 1, der vor allem die Gemeinde Breidenbach und die Stadt Biedenkopf umfasst, geschaltet. Ab dann sind die hohen Bandbreiten bei den Internetanbietern oder über den Fachhandel zu buchen. Bis die neuen Geschwindigkeiten dann tatsächlich den eigenen Haushalt erreichen, vergehen nach Buchung etwa 14 Tage. „Damit sind wir noch vor dem Zeitplan“, betonte Klaus Bernhardt, Geschäftsführer der kommunalen Breitband Marburg-Biedenkopf GmbH. Geplant war die Inbetriebnahme des ersten Bauabschnitts im September. Nach Aktivierung des Glasfasernetzes können rund 95 Prozent der Haushalte in Biedenkopf Bandbreiten von mindestens 25 Mega-Bit pro Sekunde (Mbit/sek) buchen - theoretisch möglich sind bis zu 50 Mbit/sek. Weitere 3 Prozent der Haushalte könnten auf wenigstens 20 Mbit/sek zugreifen, ein Prozent auf wenigstens 16 Mbit/sek.

Als einziger Ort im Landkreis wird Katzenbach nicht an das Hochgeschwindigkeitsnetz angeschlossen. „Dort hat die Telekom keinen Kabelverzweiger“, erklärte Bernhardt. Außerdem würden vereinzelt entlegene Häuser und Höfe wohl nicht vom schnellen Netz profitieren können. „Ab dem 14. August haben wir die Möglichkeit auf Anfrage die individuelle verfügbare Bandbreite zu prüfen“, berichtete Winfried Moser von der Telekom.

Die Info-Veranstaltung im Rathaus nutzte die Telekom in erster Linie zur Bewerbung eigener Produkte. Doch obwohl sie das Netz ausbaut und betreibt, hat der Konzern keine Monopolstellung. „Es stecken öffentliche Mittel im Netz, das daher auch offen für Drittanbieter ist“, betonte Bernhardt mehrfach. Wichtig ist, dass Kunden, die bereits über einen Internetanschluss verfügen, vom neuen Netz nicht automatisch profitieren. „Einen Automatismus gibt es nicht. Alles geschieht nur auf Antrag und nach Prüfung der Möglichkeiten, die der bisherige Router und Anschluss bietet“, erklärten die Experten.

Neue Verträge garantieren Mindestgeschwindigkeit

Stutzige Bürger hakten nach, berichteten, dass sie schon seit Jahren einen Vertrag über eine Bandbreite von bis zu 16 Mbit/sek hätten, aber nur 0,2 Mbit/sek nutzen könnten. Ein Besucher fragte: „Werde ich dann in Zukunft die volle Leistungen erhalten?“ Moser winkte - begleitet von höhnendem Raunen - ab: „Nein!“ In den alten Verträgen sei von „bis zu“ die Rede und das erfülle die Telekom auch mit einer deutlich niedrigeren Geschwindigkeit. Wer aber einen neuen Vertrag abschließe, habe Anspruch auf eine Mindest-Geschwindigkeit. „Die muss die Telekom bereitstellen“, sagte Bernhardt und berief sich auf einen gemeinsamen Vertrag.

Zumindest die Telekom-Kunden können von bestehenden Verträgen vor Ende der Vertragslaufzeit auf einen neuen Hochgeschwindigkeitsvertrag wechseln. Zu Interessenten, die sich über die Internetseite der Breitband GmbH (www.breitband-marburg-biedenkopf.de) registriert hatten oder in den nächsten Tagen registrieren, sagte Moser: „Diese Kunden werden von uns als erste bedient und angesprochen.“

ZAHLEN UND FAKTEN

Für den Internet-Ausbau in Biedenkopf waren 15 Kilometer Tiefbauarbeiten nötig. Insgesamt wurden 31 Kilometer Glasfaserkabel verlegt. Rund 1500 Haushalte – mehrheitlich in den Stadtteilen – erhalten damit erstmals Zugang zu schnellem Internet. Der Spatenstich des Projektes erfolgte im August 2013. In 7 Bauabschnitten werden bis Ende 2015 in den Gemeinden des Landkreises – mit Ausnahme der Stadt Marburg – Glasfaserleitungen verlegt. Dazu wird die sogenannte FFTX-Variante angewendet: Die dezentralen Kabelverteiler werden über Glasfaserleitungen – bisher Kupfer – versorgt. Zwischen den grauen Kästen und den Häusern verbleiben die Kupferleitungen. Der flächendeckende Ausbau im Landkreis kostet voraussichtlich 50 Millionen Euro, woran sich Städte, Gemeinden und Landkreis über die Breitband GmbH mit 10 Millionen Euro beteiligen.

von Benedikt Bernshausen

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