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Ortsbeirat kämpft für Krippenplätze

Spendenaktion Ortsbeirat kämpft für Krippenplätze

Das Ausschreibungsergebnis für die Modernisierung und Sanierung des Mornshäusers Kindergartens liegt über der Kostenschätzung. Alle ziehen nun an einem Strang, um die Lücke zu minimieren.

Gladenbach. Am 22. März vergangenen Jahres hatte Gladenbachs Stadtparlament - bei nur zwei Nein-Stimmen - beschlossen, dass dieses Projekt nur angegangen wird, wenn der kalkulierte Kostenanteil der Stadt nicht überschritten werde. Das Ausschreibungsergebnis liegt seit ein paar Monaten vor und liegt 60 000 Euro über der Schätzung (die OP berichtete).

Ende Januar trafen sich Vertreter der Stadt, der evangelischen Kirchengemeinde Mornshausen, der Landeskirche sowie der Architekt, um nach Lösungen zu suchen.

Unter anderem hätten konstruktionsbedingte Veränderungen und Kostensteigerungen am Bau zur Überschreitung der damaligen Kostenschätzung geführt, erklärt Mornshausens Ortsvorsteherin Margarete Kuhrt.

Auch sie weiß, dass Gladenbachs Parlament erneut abstimmen müsste, sollte der Kostenanteil der Stadt mehr als 247 000 Euro betragen.

Nach Bekanntwerden der Verteuerung verkündete Mornshausens Ortsbeirat in seiner jüngsten Sitzung, dem Projekt würden 4000 Euro zufließen, die überwiegend aus Überschüssen von Dorf- und Lichterfesten resultierten.

Das Gremium ging noch einen Schritte weiter: Es startete einen Spendenaufruf, ließ ihn an alle Haushalte verteilen und schrieb Vereine und Firmen an. Denn mit der Erweiterung des Hortes sollen auch fünf weitere Krippenplätze geschaffen werden.

Eine altersgemischte Gruppe mit fünf Plätzen für Kinder im Alter von 2 bis 3 Jahren wird in eine U-3-Kinderkrippe mit insgesamt zehn Plätzen für Kinder im Alter vom vollendeten ersten bis vollendeten dritten Lebensjahr eingerichtet. Aufgrund der Kostenschätzung kämen auf die Stadt 247000 Euro zu, die in der Dezembersitzung als außerplanmäßige Ausgabe noch über den Haushalt 2012 abgewickelt wurden. Neu war ein Zusatz zur Beschlussvorlage, dass bei Verteuerung der Kosten die städtischen Gremien neu entscheiden sollen.

Bereits in den Fachausschüssen hatte der Bürgermeister angekündigt, dass Bund und Land ihre Zuschüsse um rund 15 Prozent kürzen wollen. Von den kalkulierten 387000 Euro Kosten sollten nach damaliger Kalkulation 75000 Euro von Bund und Land kommen.

Kommt es zu den Kürzungen, gäbe es gut 11000 Euro weniger Zuschüsse. Bezüglich der endgültigen Zuschusszusagen aus Wiesbaden kann es März werden. 2011 waren die Um- und Anbaukosten mit 494000 Euro beziffert worden. Ein abgeänderter Raumplan machte es möglich, dass die jüngste Kostenschätzung bei 378000 Euro lag. Nach dem Ausschreibungsergebnis stehen nun 60000 Euro an Mehrkosten zu Buche. Obwohl der Planer versucht, die Mehrkosten zu reduzieren, und der Ortsbeirat die Spendentrommel rührt, steht auch die Stadt unter Druck. Denn für alle Kommunen gilt die gesetzliche Vorgabe, bis 1. August 2013 für 35 Prozent der unter dreijährigen Kinder Betreuungsplätze zur Verfügung zu stellen

Am 12. März ist das Mornshäuser Kindergartenprojekt Thema im Haupt- und Finanzausschuss, zwei Tage später wird das Parlament erneut darüber beraten.

Wer dem Spendenaufruf des Ortsbeirates zugunsten der neuen Krippenplätze folgen möchte, kann bei Ortsvorsteherin Margarete Kuhrt die Kontonummern erfahren, Telefon 06462/8389.

von Hartmut Berge

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