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„Ortesweg“ ist schönste Erfahrung

Tour der „Hinterländer Mountainbiker“ (Teil 4) „Ortesweg“ ist schönste Erfahrung

Genau 166 Kilometer legten die „Hinterländer Mountainbiker“ in drei Tagen auf dem „Ortesweg“, der „Autobahn des 8. Jahrhunderts“, zurück. Es sollte die schönste Erfahrung auf einem geschichtsträchtigen Weg werden.

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Jörg Krug posiert vor einem historischen Grenzstein auf dem „Ortesweg“.

Quelle: privat

Hinterland. Ihr Plan, den „Ortesweg“ zu befahren und dabei auf einem geschichtsträchtigen Weg Geschichte zu erleben, ist für die sechs Mountainbiker Harald Becker, Jörg Krug, Siegfried Pitzer, Matthias Schmidt, Ulrich Weigel und Jan Meyer voll aufgegangen. Auf der letzten Etappe legten sie 52 Kilometer und 550 Höhenmeter zurück. Als sie am Morgen aufbrachen, blies ihnen der Wind entgegen.

Am Tag zuvor hatte es eine Sturmwarnung gegeben, die Radsportler hielten sich dennoch an ihren Plan. Mit Rückenwind erklommen sie mit dem Rad die Haßberge. Ihr GPS-Höhenmesser pendelte sich zwischen 500 und 500 Meter über dem Meeresspiegel ein. Sie kamen zügig voran.

Als Beleg für eine alte Hochstraße machten sie die nebeneinander verlaufenden tiefen Fahrrinnen aus. Auch die Merowinger, das älteste Königsgeschlecht der Franken, sollen entlang dieser „Autobahn des Mittelalters“ ihre Spuren hinterlassen haben, wie den Königshof in Fulda und Gräberfelder in den Haßbergen. Der Rennweg, auf dem die Hinterländer unterwegs waren, galt später als wichtiger Verbindungsweg zwischen der Abtei Fulda und der dazugehörigen Propstei Hammelburg.

Heftiger Wind vor Hallstadt

Nach den ersten 25 Kilometern erreichten die Radfahrer den Ort Pettstadt. Sie gastierten am See und genossen die Rast. Energiegeladen machten sie sich auf zum Endspurt auf dem historischen Weg. Er ist als Eilboten- und Kurierweg wissenschaftlich belegt, meidet als Höhenweg die meisten Siedlungen und bietet den Nutzern malerische Ausblicke.

Stundenlang ging es bei heftigem Seiten- und Rückenwind für die Hinterländer weiter, bis sie bei Hallstadt in die Zivilisation zurückkehrten. Sie erhaschten einen Blick auf die Silhouette ihres Etappenziels: Bamberg war in greifbare Nähe gerückt. Gerade noch trockenen Fußes erreichten die Mountainbiker ihr Ziel gegen 16 Uhr.

Für sie hat sich die Suche in den Archiven nach dem „Ortesweg“ und das Befahren gelohnt: „Der Weg ist ideal für Mountainbikes, aber auch für Trekkingräder“, lautet ihr Fazit. Der Weg sei gut befahrbar, allerdings müsse man hin- und wieder kurze Pausen einlegen und das Rad schieben, raten sie.

Die Geschichte zum „erfahren“ der Geschichte endet für die „Hinterländer Mountainbiker“ in einer urigen Brauerei und mit deftiger Küche. „Trotz der Abenteuer in China, Namibia, Japan, Brasilien, den USA oder auf Hannibals Spuren in den Alpen: Die Tour auf dem Ortesweg zählen die Hinterländer zu den schönsten Erfahrungen der vergangenen 23 Jahre.

von Silke Pfeifer-Sternke

Auf ihrer Tour auf dem „Ortesweg“ befuhren die „Hinterländer Mountainbiker“ auch viele unbefestigte Wege. Privatfoto
 
Hintergrund
Die GPS-Daten und das Buch „Geschichte Erfahren“ von den „Hinterländer Mountainbikern“ ist zu finden im Internet auf der Homepage www.himobiker.de. Ein kurzes Video über die Tour auf dem Ortesweg findet man auf www.youtube.com
Weitere Informationen über alte Straßen in Rhön, Spessart, Haßberge, Thüringer Wald gibt es im Buch „Mittelalterliche Straße und Wege in der Rhön, im Grabfeld und den angrenzenden Gebieten“ und im Internet auf der Homepage www.unterwegs-auf-alten-Strassen.de.
 
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Das Ziel der Reise fest im Blick

Am zweiten Tag ihrer Tour auf der „Autobahn des 8. Jahrhunderts“ erreichten die „Hinterländer Mountainbiker“ den höchsten Punkt ihrer Fahrt auf dem historischen „Ortesweg“.

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