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„Onkel Heinz“ erhält die „Kuhlo-Medaille“

Trompeten-Jubiläum „Onkel Heinz“ erhält die „Kuhlo-Medaille“

Eine ganz besondere Ehrung wurde Heinz Weber, der im November seinen 80. Geburtstag feierte, zuteil. Er wurde für 70 Jahre Trompetenspiel in Chören geehrt.

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Heinz Weber zeigt die von Erwin Ganz überreichte Urkunde sowie die Kuhlo-Medaille.

Quelle: Ingrid Lang

Weipoltshausen. Seit 70 Jahren spielt Heinz Weber Trompete in den drei Posaunenchören im Ort der Gemeinde Lohra. Als 10-Jähriger begann Weber, in eine gebrauchte Trompete, die damals etwa 10 Reichsmark kostete, zu blasen, denn der größte Wunsch des kleinen Jungen war, Musik vor allem auf einer Trompete oder einem Horn zu machen.

Diese Leidenschaft hält bis heute an. Auf welcher Feier oder Veranstaltung Weber auch erscheint, hat er seine Trompete im Gepäck dabei und spielt einige Stücke. So wie bei der letzten Kunstausstellung in Lohra, wo ihm die Besucher für das Musizieren mit Beifall dankten.

Die Grundlagen, um den Instrumenten die richtigen Töne zu entlocken, erlernte Weber im Jahre 1946 in der evangelischen Kirche in Lohra. Die erste Bewährungsprobe fand im folgenden Jahr an Weihnachten statt, als die Bläser in der Kirche ihr erstes Konzert gaben. Seit dieser Zeit wirkte Weber in einem Posaunenchor mit. Als 16-Jähriger spielte er in einem Bläser-Spezialchor beim Erntedankfest der Evangelisch methodistischen Kirche (EmK) in Großen Linden mit, wo ihm der Leiter Wolfgang Walter Mut zur Gründung eines Bläserchors machte. Schließlich übernahm er 1972 die Leitung des Bläserchores der EmK in Lohra - für 38 Jahre. „Zu Beginn waren wir nur 8 bis 10 Bläser, die sich regelmäßig zum Üben trafen“, erinnert sich Weber noch.

Neben dem Bläserchor leitete Weber seit 1972 rund fünf Jahrzehnte lang den Männerchor und seit 1974 etwa 40 Jahre den gemischten Chor der EmK. Anfang der 1970er Jahre trat er dem Posaunenchor in Weipoltshausen bei. Sehr gerne erinnert er sich, wenn er mit Chorleiter Erwin Ganz bei Veranstaltungen Volkslieder auswendig spielte. Die Trompete ist bis heute sein ständiger Begleiter, denn ein Leben ohne sein Instrument möchte er sich nicht vorstellen, sagte Weber.

Er überraschte Geburtstagskinder, Ehepaare bei Hochzeitsjubiläen, aber auch seinen Hausarzt am 60. Geburtstag mit einem Ständchen. Ein solches gab es für ihren „Onkel Heinz“, wie Doris Weber ihn liebevoll nennt, unter anderem von der Gitarrengruppe der EmK, die „Runter gekommen, abgestiegen, alles aus Liebe, der König ward Kind“ und „Kling Glöckchen“ hören ließen.

Die Bläser aus Weipoltshausen überbrachten zu Beginn der Feier die musikalischen Geburtstagsgrüße mit „Happy Birthday“. Anschließend begeisterte der Posaunenchor um Ganz mit etlichen Weihnachtsmelodien wie „Tochter Zion“ und der „Weihnachtsbäckerei“.

Erwin Ganz ehrte den Jubilar für seine 70-jährige Bläsertätigkeit und überreichte ihm von der Landeskirche Kurhessen Waldeck eine Ehrenurkunde. Zudem gab es für den Jubilar die „Kuhlo-Medaille“ des „Posaunengenerals“ Johannes Kuhlo sowie die Kopie eines Choralbuches aus dem Jahre 1881, das der Posaunist und Organisator der evangelischen Posaunenchöre mit handschriftlichen Notizen versah.

Der Jubilar bedankte sich mit „Amazing grace“ für die vielen Glückwünsche.

von Ingrid Lang

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