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Ohne Belehrung geht gar nichts

Informationsveranstaltung Ohne Belehrung geht gar nichts

Worauf müssen Vereine achten, wenn sie Lebensmittel anbieten? Hygiene-Berater Hartmuth Albrecht gab Tipps auf einer Veranstaltung der Freien Wähler Dautphetal.

Friedensdorf. Grundsätzlich gilt, dass in jedem Verein zumindest eine Person eine Belehrung nach dem Infektionsschutzgesetz erhalten haben muss, erklärte der Experte. In dieser Belehrung wird darauf hingewiesen, welche Hygienevorschriften zu beachten sind und wie mit Lebensmitteln umgegangen werden soll, die an Dritte verkauft werden.

Dazu gehört zum Beispiel der Hinweis, keine Speisen - auch nicht das Brötchen vom Würstchen - mit ungeschützten Händen zu berühren oder keinen Dienst zu schieben, wenn man eine leichte Erkältung verspürt.

Diese Belehrung kostet 25 Euro, wobei der Belehrte die Informationen an andere Vereinsmitglieder weitergeben kann.

Das könnte zum Beispiel auch als eigenständiger Tagesordnungspunkt im Rahmen einer Jahreshauptversammlung geschehen, sagte Albrecht. Allerdings muss dabei beachtet werde, dass eine Belehrung nur für eine Veranstaltung gilt.

Sobald nach dieser eine weitere Veranstaltung ausgerichtet wird, ist eine erneute Belehrung erforderlich.

Ebenso sei es aber möglich, diejenigen, die einen Verkaufsdienst übernehmen, nicht mündlich, sondern schriftlich zu belehren, sagte Albrecht weiter. Dazu muss ein entsprechendes Belehrungsschreiben unterschrieben zurückgegeben werden. Wichtig sei auch, dass die Bescheinigung über die Belehrung bei der jeweiligen Veranstaltung vorliegt.

Denn es könne jederzeit vorkommen, dass ein Kontrolleur vorbeischaut, um zu überprüfen, ob die Hygienevorschriften eingehalten werden. Liegt die Bescheinigung nicht vor, gibt es eine kostenpflichtige Verwarnung von mindestens 35 Euro.

Heikel wird es vor allem, wenn tatsächlich ein grober Verstoß vorliegen sollte - also zum Beispiel verdorbene Lebensmittel verkauft werden und sich die Kunden dadurch eine Infektion einhandeln. Dann liegt die volle Haftung beim Vorstand des Vereins, betonte Albrecht und führte weiter aus, dass ein solcher Haftungsfall schnell eine Summe von 60000 bis 100000 Euro annehmen könne.

Dennoch nahm der Experte den rund 50 anwesenden Vereinsvertretern die Sorge, künftig am besten gar keine Speisen mehr zu verkaufen. Die Erfahrung zeige, dass deutlich über 90 Prozent der Speisen bei Vereinsveranstaltungen in Ordnung seien und auch die Hygiene-Vorschriften eingehalten werden.

Außerdem handele es sich bei den Vorschriften für Vereine um Mindestanforderungen, die eigentlich selbstverständlich seien - zum Beispiel, dass bei leicht verderblichen Lebensmitteln die Kühlkette nicht unterbrochen werden darf oder nach dem Besuch von Toiletten die Hände gewaschen werden müssen.

Für Gaststätten seien die Auflagen wesentlich höher, so Albrecht. Er riet den Vereinsvertretern dazu, regelmäßig an einer entsprechenden Schulung teilzunehmen, wie sie die Volkshochschule anbietet.

Dort findet auch die Belehrung über den hygienischen Umgang mit Lebensmitteln bei Vereins- und Straßenfesten statt und es gebe eine Menge hilfreiche Tipps.

Zum Beispiel, dass beim Verkauf von Kuchen und Torten nicht die komplette Torte am Verkaufsstand ausgestellt werden sollte, sondern lediglich ein Stück zur Ansicht. Der Rest des Kuchen sollte dann in einem Kühlschrank aufbewahrt werden.

Oder auch, dass an einem Verkaufsstand stets der Name des anbietenden Vereins sowie eine Telefonnummer als Kontakt ersichtlich sein sollte, damit eventuell Beschwerden geäußert werden können.

Die Freien Wähler wollen auch künftig Informationsveranstaltungen anbieten, mit denen sie vor allem Vereine ansprechen, sagte FW-Vorsitzender Michael Honndorf. So sollen die Vereine als wichtige Träger der Gesellschaft unterstützt und gefördert werden.

von Sascha Valentin

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