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Seltener Birnengarten

Obstanbauer hüten seltenen Schatz

In Obereisenhausen gibt es eine einzigartige Sammlung historischer Birnensorten. Sollten Arten durch Seuchen vom Aussterben bedroht sein, kann auf diesen Genpool zurückgegriffen werden.
Klaus Schmidt, Vorsitzender des Obst- und Gartenbauvereins Oberes Perftal, ist stolz auf die Birnenwiese und die Auszeichnung des Pomologenvereins.

Klaus Schmidt, Vorsitzender des Obst- und Gartenbauvereins Oberes Perftal, ist stolz auf die Birnenwiese und die Auszeichnung des Pomologenvereins.

© Hartmut Berge

Obereisenhausen. „Wir sind eine Obstanbau-Gegend“, sagt Klaus Schmidt, Vorsitzender des Obst- und Gartenbauvereins Oberes Perftal. Ich zweifele keine Sekunde daran. Wir sind gemeinsam in Obereisenhausen unterwegs. Draußen im Feld gibt es kaum einen Wegrand, kaum eine Wiese, an der kein Obstbaum steht.

Unser Ziel ist ein ganz besonderer Ort in dem Steffenberger Ortsteil: Die Birnenwiese auf dem Flurstück „Unterm tiefen Winkel“. Dort gibt es eine deutschlandweit einzigartige
Sammlung an alten Birnensorten. Und warum ausgerechnet in Obereisenhausen? Klaus Schmidt erzählt, wie alles begann: Während eines Obst- und Gartenbautages stellte er unter anderem eine Birne der nicht gerade weit verbreiteten Sorte „Margarete Marillat“ aus. Der Marburger Pomologe Dr. Norbert Clement habe ihn auf die Birne angesprochen und gefragt, wo er die denn gekauft
habe.

„Von wegen gekauft“, entgegnete Klaus Schmidt und berichtete, dass die Sorte bei ihm zu Hause bestens gedeihe. Beim Ortstermin stellten Experten fest, dass Obereisenhausen aufgrund seiner isolierten Höhenlage ein ideales Gebiet für die Anlage einer Birnensortenwiese ist. Eine der häufigsten Krankheiten, der Birnengitterrost, kommt in Obereisenhausen selten vor. Die Sporen des Pilzes vermehren sich nicht so schnell wie in anderen Regionen.
Der Idee folgte die Umsetzung: Mit im Boot waren – neben dem örtlichen Verein –

Dr. Clement, die heutige Fachabteilung Ländlicher Raum und Verbraucherschutz an der Kreisverwaltung – früher „ARLL“ – sowie die Untere Naturschutzbehörde. Als Standort wurde ein Südhang ausgekuckt, die Wiesengrundstücke wurden angekauft. 2006 pflanzte man dort die ersten 70 Birnbäume. „Grundlage für unsere Planung war das Obstbaubilderwerk ,Deutschlands Obstsorten‘“, berichtet der Ortsvereinsvorsitzende und erklärt: „Darin sind unter anderem 86 Birnensorten beschrieben. All diese und noch einige mehr sind jetzt auf unserer Wiese gepflanzt.“ Bemühungen in dieser Art, verschollene Sorten zu sammeln und wieder anzupflanzen, habe es bisher noch nicht gegeben, freut sich Schmidt. Er berichtet von großen Anstrengungen, die nötig waren, um an seltene Sorten zu kommen. So wurde die Sorte „Virgouleuse“ erst kürzlich wiederentdeckt. Offenbar auf dem Kontinent verschwunden ist die Sorte „Idaho“. Leise Hoffnung bestehe noch, aus einer englischen Sammlung Reiser zu bekommen, sagt Schmidt.

Damit es sich auch sicher um die jeweils entsprechende Sorte handele, werde regelmäßig der bundesweit führende Birnen-Pomologe Jan Bade aus Kaufungen eingeschaltet, der anhand der Früchte die Sortenechtheit überprüfe, erklärt er. Das endgültige Okay komme allerdings von einem Gremium des Deutschen Pomologenvereins, dem der Kreisverband Biedenkopf und somit auch der Ortsverein seit drei Jahren angehören. „Ist die Sorte anerkannt, können Edelreiser an Baumschulen und Privatpersonen verkauft werden“, erklärt der Vorsitzende.

Von den bereits geernteten Äpfeln und Birnen presste der Obst- und Gartenbauverein Oberes Perftal am Sonntag während des Tages der Regionen frischen Saft. Am 18. Oktober lädt der Verein zum Birnenfest ins Dorfgemeinschaftshaus nach Obereisenhausen ein.

von Hartmut Berge


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