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Noch nicht reif für Ruhestand

Abschiedsfeier Noch nicht reif für Ruhestand

Mit einem DankeschönFest würdigte das Dekanat Biedenkopf die Verdienste von Lee Cosmas Ndeiy, der seit Anfang des Jahres im Ruhestand ist.

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Gitarre spielend und afrikanische Lieder singend: So ist Lee Cosmas Ndeiy weit über die Dekanatsgrenzen als Botschafter der Partnerschaftsarbeit mit Tansania bekannt.Foto: Karin Berge

Oberasphe . Tansania ist für viele Menschen im Dekanat Biedenkopf und auch darüber hinaus nicht nur irgendein weit entferntes afrikanisches Land. Dass es heute so viele Partnerschaften zwischen tansanischen und hiesigen Kirchengemeinden und Kindergärten gibt, ist ganz wesentlich das Verdienst von Lee Cosmas Ndeiy.

Bei einem Dankeschön-Fest in Oberasphe anlässlich seiner Ruhestandsversetzung haben der Tansania-Freundeskreis des Evangelisch-lutherischen Dekanats Biedenkopf und viele Weggefährten am Sonntag­nachmittag die Verdienste des Mannes gewürdigt, der Ende vergangenen Jahres in den Ruhestand gegangen ist.

„Tansania ist zu einem Teil unseres Lebens geworden“, brachte es Liesel Hallenberger in dem Gottesdienst, mit dem das Dankeschön-Fest in Oberasphe begann, auf den Punkt. Wie kein anderer habe Lee Cosmas Ndeiy die Partnerschafts-Idee mit Leben erfüllt, sagte die Vorsitzende des Kirchenvorstands Frohnhausen/Eder, das zusammen mit Eifa und Oberasphe ein gemeinsames Kirchspiel bildet.

Ndeiy, seit zehn Jahren im Dekanat für die Missions- und Ökumenearbeit zuständig, habe den Menschen im Dekanat seine Heimat und deren Kultur nahegebracht. Darüber hinaus habe er bei seinen vielen Besuchen in Frauenhilfe-Gruppen, Kindergärten und Schulen auch immer wieder überzeugend Zeugnis seines unerschütterlichen Glaubens abgelegt, machte Hallenberger bewusst, die auch die Vorsitzende der Dekanatssynode im Evangelisch-lutherischen Dekanat Biedenkopf ist.

„Tansania ist Teil unseres Lebens geworden.“

Dass kein Mensch unersetzlich sei, gelte „nicht so ganz“ für diese authentische Partnerschaftsarbeit, erklärte Dekan Gerhard Failing nach dem Gottesdienst bei der Feier im Dorfgemeinschaftshaus: „Dafür kann es gar keinen anderen geben!“ Seine Hoffnung sei, dass Lee Cosmas Ndeiy mental noch nicht reif für den Ruhestand sei und sich damit noch etwas Zeit lasse. Auf diesen Umstand setzten auch andere Grußwort-Redner, beispielsweise aus dem Kindergarten Oberasphe und Allendorf, die sich mit Liedern und Geschenken bedankten. Die Oberaspher Kindergartenkinder hatten sich bereits im Gottesdienst trommelnd eingebracht, und bei der Feier ließen auch die Mitglieder eines Trommel-Workshops an der Gesamtschule Battenberg die musikalischen Ergebnisse ihrer Arbeit hören.

Die Frauenhilfe Oberasphe, unter deren Kuchenbüfett für die Gäste sich die Tische förmlich bogen, sagte – unterstützt von ihren Männern – mit einem jeden Gesangverein zur Ehre­ ­reichenden Lied musikalisch Danke für Lee Cosmas Ndeiys Arbeit. „Wie kann ich dem Herrn all das vergelten, was er mir Gutes getan hat?“, fragte Ndeiy in Anlehnung an Psalm 116 in seiner Predigt und auf sein Berufsleben zurückblickend. Als Privatmann aus Tansania kommend habe er von Anfang an Hilfe von vielen Seiten erfahren und Arbeit zunächst in der heimischen Industrie, bei einem Bauunternehmen und als Nachtportier in einem Hotel gefunden. Die Arbeit als Referent für Mission und Ökumene schließlich sei auch deshalb nicht leicht gewesen, weil Deutsche ein anderes Zeitverständnis als Afrikaner hätten, sagte er schmunzelnd. „Vergelten“, also zurückgeben und wiedergutmachen, könne er Gott für sein Wohlwollen nur seinen Dank und die Bereitschaft, seine Begabungen, sein Tun und Handeln und sein ganzes Leben mit Leib und Seele in seinen Dienst zu stellen, sagte Lee Cosmas Ndeiy. Musikalisch gestaltete der von ihm geleitete Amani-Gospelchor den Gottesdienst und die Feier mit. Weitere Grußbotschaften richteten Pfarrer Karlhans Nüßlein als Vertrauensmann des Pfarrerinnen- und Pfarrer-Gebetsbundes in Hessen und Nassau, Pfarrer Jörg Stähler als Vorsitzender des Tansania-Freundeskreises und Ndeiys Nachfolger als Missions- und Ökumene-Referent sowie der Biedenkopfer AltdekanEdgar Weigel und der Runyaga-Freundeskreis an den verdienten Partnerschaftsarbeiter.

von Klaus Kordesch

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