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Nobel, souverän und bewegungsstark

„Perpignan Noir“ Nobel, souverän und bewegungsstark

Ernst Meier aus Holzhausen kann es kaum glauben: Dem Hengst „Perpignant Noir“ steht eine große Karriere im Reitsport und als Zuchthengst bevor.

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„Perpignan Noir“ - hier mit Vorführer Pascal Kandziora – wurde von der heimischen Zuchtgemeinschaft Familie König (Kehna), Ernst Meier und Susanne Premer (Holzhausen) gezogen. Der Hengst wurde in Münster als Sieger gekört und wechselte für die Rekordsumme von 340 000 Euro den Besitzer.

Holzhausen. Als Familie König aus Kehna sowie Ernst Meier und Susanne Premer aus Holzhausen sich vor gut vier Jahren entschieden, gemeinsam ein Fohlen zu ziehen, hätten sie nicht zu Träumen gewagt, was sich daraus entwickelt.

Der in Holzhausen aufgezogene Hengst „Perpignan Noir“ wurde als bester Trakehner-Hengst in Neumünster gekört. Bei einer ersten Selektion im August, wurden aus rund 150 vorgestellten Hengsten 38 ausgewählt und zur Körung eingeladen.

„Das ist wie ein Sechser im Lotto“

In der vergangenen Woche präsentierte sich „Perpignan Noir“ in den Holstenhallen der Körkommission so überzeugend, dass er zum Siegerhengst prämiert wurde. Er setzte sich gegen sechs andere Hengste durch, die von den ausgewählten 38 Kandidaten übriggeblieben waren. „Das ist wie ein Sechser im Lotto“, sagt Ernst Meier, den das Ergebnis stolz macht.

Bis zur Körung war Unternehmer Adrian Gasser aus der Schweiz der stolze Besitzer, der den Hengst auch auf den Namen „Perpignan Noir“ taufte und auf einem Gestüt am Zuger See aufzog. Er habe dem Hengst ins Gesicht gesehen und gewusst, dass da etwas Besonderes ist.

Bei der Versteigerung in Neumünster wechselte der Hengst 2,5-jährig durch den Zuschlag von Auktionator Uwe Heckmann in den Besitz von Karl Ochsner und Dominik Hartl aus Linz. Beide sind Unternehmer, Besitzer von Trakehner-Pferden und Begründer der Vermarktungsplattform Trakehner-for-life.

Züchter verfolgen Karriere von „Perpignan Noir“

„Perpignan Noir“ ersteigerten sie für die Rekordsumme von 340.000 Euro. Das sei die höchste Summe, die bisher bei einer solchen Aktion für einen Junghengst in der 53-jährigen Trakehnergeschichte gezahlt worden ist, sagt Meier.

Die Entwicklung des Hengste verfolgt der Holzhäuser gespannt aus der Ferne. Die Ausbildung, die der Hengsts nun genießt, sowie die Haltung hätte die heimische Zuchtgemeinschaft nicht stemmen können. „Die Aufzucht ist riskant“, sagt Meier. Bei der Elitenfohlenschau in Hannover verkaufte die Zuchtgemeinschaft „Perpignan Noir“ im Alter von drei Monaten für 15 000 Euro. Das sei ebenfalls ein stolzer Preis gewesen. Schon damals habe sich gezeigt, was in dem Hengst steckt, sagt Meier.

Als Mutterstute stand Manfred Königs „Parade Go“ zur Verfügung, als Vatertier wurde „Schwarzgold“ aus dem Gestüt Hörem ausgewählt, ein junger noch unbekannter Hengst. „Diese Entscheidung hat sich als Volltreffer erwiesen“, sagt Meier. Als der Hengst 2013 zur Welt kam, erkannten Fachleute das Potenzial und die Qualität des Hengstes.

„Ein Trakehner wie aus dem Bilderbuch“

Anfang des Jahres kam die Nachwuchshoffnung im Trakernerzuchtverband in einen Ausbildungsbetrieb in die Nähe von Osnabrück. Dort wurde er für die Auswahl zur Körung vorbereitet. In der Prüfungsphase setzte sich „Perpignan Noir“ dann gegen einen starken Konkurrenten durch: „Helium von Millennium aus der Hirse von Induc“. Der Hengst stammt aus der Zucht von Alan Nissen aus dem dänischen Skals und wurde bei der Auktion für 170.000 Euro an das Gestüt Staffelde bei Berlin verkauft.

Die Kommission entschied sich für den Rapp-Hengst aus dem Landkreis Marburg-Biedenkopf, dessen Siegerehrung mit Standing Ovations des Publikums honoriert wurde. „Ein Trakehner wie aus dem Bilderbuch. Nobel, bewegungsstark und jederzeit souverän auftretend“, lautete das Fazit des Zuchtleiter Lars Gehrmann.

„Perpignan Noir“ verkörpere den modernen Trakehner-Typ, einen Siegerhengst wie man ihn sich wünscht: großrahmig, langbeinig, mit bedeutender Mechanik, leichtfüssig und einem sehr korrekten Fundament.

von Silke Pfeifer-Sternke

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