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Nicht nur wegen der Kosten umstritten

Wärmedämmung Nicht nur wegen der Kosten umstritten

Die energetische Sanierung von Gebäuden ist umstritten, und das nicht erst seit das Forschungsinstitut Prognos im Auftrag der staatlichen Förderbank KfW ermittelte, dass die Aktionen zur Verminderung des Verbrauchs an Heizenergie mehr Geld verschlingen, als durch sie eingespart wird.

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Dämmstoffplatten mit Polystyrol sowie verwendete Schutzmittel machen Probleme bei der Entsorgung.

Quelle: Armin Weigel / dpa

Auslöser ist das Ziel, bis zum Jahr 2050 den Heizenergieverbrauch in Wohngebäuden Deutschlands um 80 Prozent zu senken. Um dieses zu erreichen, sind der Studie zufolge Investitionen von rund 838 Milliarden Euro nötig, wodurch die Energiekosten jedoch nur 370 Milliarden Euro geringer ausfielen. Hintergrund der Zielvorgabe ist, die Kohlendioxidemissionen zu reduzieren und somit die Klimaerwärmung zu beeinflussen.

Der Hebel dazu ist die Energieeinsparverordnung (EnEV), die oft verändert immer stärkere Dämmungen für Neubauten vorschreibt. Nach Angaben des Fachverbands Wärmedämmverbundsysteme wurden seit 1993 rund 769 Millionen Quadratmeter Dämmplatten an Häuser in Deutschland geklebt. Das entspricht einer Fläche, die größer als der Stadtstaat Hamburg ist.

Bisher wird zur Dämmung meist der umstrittene Stoff 
Polystyrol verwendet, ein aufgeschäumter Kunststoff, der aus Erdöl hergestellt wird und besser unter dem Namen Styropor bekannt ist. Damit gibt es mehrere ungelöste Probleme: Die Lebensdauer der Platten an den Fassaden wird auf 20 bis 30 Jahre geschätzt.

Wenn sie ersetzt werden, dürfen sie nicht auf der Mülldeponie landen, sondern müssen, wegen verwendeter Chemikalien, zum Beispiel für den Brandschutz und gegen Algenbildung, in einer Müllverbrennungsanlage vernichtet werden. Doch dazu müssten sie von Putz und Kleber getrennt werden, was schwierig und aufwendig ist.

Weitere Kritikpunkte und deren Gegenargumente von Experten sind:

Schimmel: Dieser wächst, weil die Feuchtigkeit in der Luft auch in herkömmlichen Gebäuden an kalten Oberflächen kondensiert. Dieses Problem lasse sich nur durch Luftaustausch, also 
mehrmaliges Lüften am Tag, 
lösen.

Algen: Sie wachsen auf kalten, weil gedämmten, nassen und schattigen Fassaden besonders gut. Dagegen gibt es besondere Putze, die auch keine Gifte enthalten, die bei Regen ausgewaschen und ins Grundwasser gelangen können. Ein ausreichender Dachüberstand ist ebenfalls ratsam.

Brandgefahr: Polystyrol ist leicht entflammbar, weshalb den Platten Brandschutzmittel beigefügt werden. Als Alternative gibt es nicht entflammbare Dämmstoffe wie Steinwolle die zudem in der Produktion weniger Energieintensiv sind.

von Gianfranco Fain

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Viel Geld gaben die 
Gemeinden Lohra und Dautphetal für die energetische Sanierung von Bürgerhäusern aus. Dank staatlicher Zuschüsse
 holen sie die Investitionen in übersichtlichen Zeit­räumen wieder herein.

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