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Neues Feuerwehrgerätehaus kann gebaut werden

Gemeindeparlament Neues Feuerwehrgerätehaus kann gebaut werden

Nach längerer Diskussion wurde der Neubau des Feuerwehrgerätehauses für die fusionierten Wehren Willershausen, Damm und Lohra am jetzigen Bolzplatz in der Kerngemeinde beschlossen.

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Lohras Parlament stimmt mehrheitlich dem Millionen-Projekt zu.

Quelle: Memephoto / pixelio.de

Lohra. 1,9 Millionen Euro als maximale Bausumme haben Lohras Gemeindevertreter für das geplante Funktionsgebäude der Feuerwehr genehmigt. Vor der Abstimmung gab es allerdings zwei heftige Debatten. So entfachte sich zunächst eine Diskussion über die Bauweise des Daches.

Die Feuerwehr hatte sich für ein Flachdach entschieden, weil es auch für Übungszwecke genutzt werden soll. Einige Gemeindevertreter und bereits Mitglieder des Haupt- und Finanzausschusses trauten der Bauweise nicht. Sie verwiesen auf die Erfahrungen in der Vergangenheit:hohe Folgekosten bei Bürgerhäusern, die in einer Flachdach-Bauweise errichtet und deren Dächer im Laufe der Jahre undicht wurden. „In 30 Jahren funktioniert das nicht mehr“, prophezeite Peter Thiel (CDU).

Schwald: Es nicht nicht um ein neues Spielzeug

Die Mitglieder des Hauptausschusses lehnten allerdings bereits die Pultdachvariante ab. Diese hätte auch nur über den Sozialräumen gebaut werden können. Auch die Mitglieder der Gemeindevertretung votierten letztlich für das Flachdach. Für Werner Waßmuth (CDU) war die Diskussion über die Bauweise nicht nachvollziehbar.

„Wir müssen uns darauf verlassen, was die Fachleute empfehlen“. Er bat mit Blick auf die bereits erteilte Förderzusage des Landes um die Zustimmung zur Vergabe des Projektes an ein Generalunternehmen. Ansonsten drohe die Gefahr, dass alles wieder von vorne beginnt.

Kurt Schwald (SPD) erinnerte die Gemeindevertreter daran, dass mit der Zustimmung nicht ein neues „Spielzeug“ für die Feuerwehr angeschafft wird, sondern der Bau des Gerätehauses, in dem laut Bürgermeister Georg Gaul vier Hallen und vier Garagen untergebracht werden sollen, eine Investition in die Zukunft ist. Es sei auch in Bezug auf die Kosten nicht zu befürchten, dass dort „goldene Wasserhähne“ installiert werden, sagte Schwald.

Allerdings entbrannte nach der Diskussion um das Flachdach eine zweite: Aus Sicht einiger Gemeindevertreter ist der Informationsfluss aus der Verwaltung über den Planungsstand mangelhaft gewesen. Erst zwei Tage vor der Abstimmung über das Millionen-Projekt sei Mitgliedern des Haupt- und Finanzausschusses ein Plan vorgelegt worden.

Debatte um Kosten – aber kein Streit

Wehrführer Markus Wißmann brach indes eine Lanze für die Verwaltung und sprach von einer „Musterplanung“. „Die Feuerwehr war immer dabei“, sagte er. Diese Aussage reichte Karl Klefenz (Bündnis 90/Die Grünen) nicht. Schließlich hätten sich die Kosten mehr als verdoppelt. „Wir haben keine Planungen gesehen“, monierte er. Eine Entscheidung, ohne die Planungsunterlagen zu kennen, bezeichnete er als unverantwortlich. „Erst müssen wir die Pläne sehen, dann können wir abstimmen“, sagte er.

Bürgermeister Gaul erinnerte daran, dass die anfänglich geplanten Kosten von 800.000 Euro eine vorsichtige Schätzung gewesen sei. Er hielt es für ausreichend, dass die Ausschussmitglieder am Dienstag über die Planungen in Kenntnis gesetzt worden sind. Im Übrigen sei die Suche nach Einsparpotenzial die Aufgabe des Gemeindevorstandes, erklärte er.

Dass nicht um die Kosten gestritten wird, versuchte Hans-Wilhelm Kisch (BFB) zu verdeutlichen. Es ginge vielmehr um die Frage, welchen Anteil die Gemeindevertreter an der Ausprägung des Neubaus haben. Er kritisierte, dass bei der größten Investition der letzten Jahre ungenügend Informationen geflossen sind. Er wollte damit sein Missfallen ausdrücken, was nicht bedeute, dass er gegen den Beschluss stimmt.

So wie Kisch sahen es andere Parlamentarier auch, sodass der Beschluss zur Vergabe mit 20 Jastimmen und einer Neinstimme bei sieben Enthaltungen angenommen wurde.

von Silke Pfeifer-Sternke

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