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Neues Baugebiet für Buchenau kommt

Gemeindevertretung Neues Baugebiet für Buchenau kommt

Frühestens nächstes Jahr könnte die Gemeinde Dautphetal mit der
 Erschließung des rund 
2,3 Hektar großen 
Baugebietes beginnen.

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Das künftige Baugebiet „Im Bodenacker“ wird Buchenaus Ortskern verdichten. Links ist der Tiefbrunnen zu sehen.

Quelle: Michael Acker

Dautphetal. Die Begründung des CDU- und FW-Antrags, in Buchenau Bauland auszuweisen überzeugte nach allen Ausschussmitgliedern am Montagabend auch die Gemeindevertreter: Ein neues Baugebiet im verkehrsmäßig gut an Marburg und dem Zentrum von Dautphetal angeschlossene große Dorf sichere die Attraktivität der Gemeinde als Wohn- und Arbeitsort. Zudem wirke das Gebiet „Im Bodenacker“ der weiteren Zergliederung des 
Ortes mit kleinen Satellitenbaugebieten entgegen, verdichte die Ortslage und binde das fast ausverkaufte Baugebiet Katzenbachtal an.

Buchenaus Ortsvorsteher 
Andreas Feußner betonte, dass der Ortsbeirat sich schon seit langem für das Baugebiet ausgesprochen habe. Der Christdemokrat erinnerte auch an die Vereinbarung zu handeln, wenn es im Ort kein gemeindliches Bauland mehr gebe. Dies sei jetzt der Fall, und es bestehe eine erhöhte Nachfrage. 
Es wurden „innerhalb weniger 
Monate neun Bauplätze im 
benachbarten Elmshausen verkauft“, erklärte Feußner, woraus er schließt, dass Buchenau und Elmshausen „attraktive Wohnorte“ sind. Zudem gebe es in Buchenau keinen Leerstand mehr.

Nur Kreiner ändert seine Meinung

Wichtig sei, so Feußner, dass ein generationenübergreifendes und barrierefreies Wohnen ermöglicht werde. Wolfgang Schöbener von der FW betonte, dass mit dem Antrag nicht am Ortsbeirat vorbei agiert wurde. Er erklärte, dass auf dem rund 2,3 Hektar großen Gelände nach Abzug von rund 35 Prozent der Fläche für Straßen und Gehwege 22 bis 25 Bauplätze zu 600 bis 700 Quadratmetern zur Verfügung stehen könnten.

Einzig Sozialdemokrat Herbert Kreiner tat einen Sinneswandel kund. Er habe im Bauausschuss noch für den Antrag gestimmt, sei jetzt aber dafür, dass der Tiefbrunnen „möglichst lange offen gehalten wird“. Den Brunnen im künftigen Baugebiet gibt es seit 1953. Zurzeit fördert er rund 20.000 Kubikmeter Wasser pro Jahr und in seinem Umkreis herrscht aus Gründen des Wasserschutzes ein Bauverbot. Feußner erwiderte, dass man sich schon vor Jahren geeinigt habe, den Brunnen zu schließen und sich auch deshalb den Mittelhessischen Wasserwerken anschließen wolle. Es sei doch wichtiger, die Menschen im Ort zu halten, sagte Feußner. Es blieb bei Kreiners Gegenstimme, alle anderen Gemeindevertreter stimmten für den Antrag.

Nach diesem Beschluss wird die Verwirklichung einige Zeit in Anspruch nehmen. Es existiert zwar ein rechtskräftiger Bebauungsplan aus den 1960er-Jahren, doch dieser müsse überarbeitet werden, erklärt Fachbereichsleiter Hermann Henkel auf Anfrage der OP. Ein externes Büro werde die Lage der Bauplätze sowie der Straßen und Versorgungsleitungen planen. Die Gemeinde habe schon einige Grundstücke erworben, Ziel sei es, möglichst alle zu kaufen, das Gebiet zu erschließen und die Kosten auf den Verkaufspreis umzulegen. Laut Henkel werde die Verwaltung noch in diesem Jahr mit den Vorarbeiten beginnen, mit der Erschließung könne frühestens im nächsten Jahr gerechnet werden.

Alle sind für Radwegenetz

Einstimmig votierten die Gemeindevertreter gar für einen ursprünglichen CDU-/FW-Antrag, der zu einem gemeinsamen aller Fraktionen wurde, weil, wie Sozialdemokrat Joachim Ciliox erwähnte, „alle drei Fraktionen was dazu gebastelt haben“.

Nun hat die Gemeindeverwaltung den Auftrag, Möglichkeiten einer finanziellen Förderung zu finden, um die Radwege zwischen den Orten Herzhausen und Mornshausen, Holzhausen und Gladenbach, Silberg und Hommertshausen, Silberg und Quotshausen sowie von der Carlshütte nach Buchenau und Elmshausen inklusive der dazugehörigen Infra­struktur wie Beschilderung und Rastmöglichkeiten zu optimieren. Querungsmöglichkeiten der Landstraße bei Friedensdorf und Mornshausen gehören ebenfalls dazu.

Die ursprünglichen Antragsteller hatten das Wohlbefinden der Bürger im Sinn, so sagte es FW-Fraktionsvorsitzender Michael Honndorf. Ein Projekt, das die Gemeinde sowie deren Bürger in Form bringt und damit fit macht für die Zukunft, ergänzte Christian Weigel. Ein modernes Radwegenetz erhalte die Gemeinde attraktiv für Bürger, Sportler und Erholungssuchende, der beabsichtigte Ausbauplan müsse als Gesamtpaket begriffen werden, der nach einer Prioritätensetzung Schritt für Schritt umgesetzt werde. Die mögliche Zuschusshöhe bezifferte der Christdemokrat auf bis zu 75 Prozent.

von Gianfranco Fain

 
Beschlüsse

Einstimmig angenommen wurden zwei Anträge der CDU- und FW-Fraktion zur Ausweisung von Bauland in Buchenau und zur Prüfung des Zustands der Radwege in der Gemeinde und der Fördermöglichkeiten zum Ausbau derselben.

Ebenfalls einstimmig beschloss wurde, das Interesse 
der Gemeinde am Bundesprogramm „Sprach-Kitas“ zu bekunden, um Zuschüsse zu 
erhalten.

Ohne Gegenstimme willigten die Gemeindevertreter der Änderung des Konsortialvertrages der Lahn-Dill-Bergland Energie GmbH zu.

Mehrheitlich bejaht wurde die Umsetzung der vom Landkreis beschlossenen Zahlung einer Ehrenamtspauschale.

Mehrheitlich abgelehnt wurde ein Antrag der SPD-Fraktion auf Wiederaufnahme der Förderung bei Nutzung von leerstehenden Gebäuden und Baulücken.

Bei Stimmengleichheit abgelehnt wurde ein Antrag der CDU zur rechtzeitigen Information der Anlieger und Ortsbeiräte über Ausbau oder 
Sanierung von Gemeindestraßen.

 
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