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Neuer Vorstand will Tempo machen

Müllabfuhr Neuer Vorstand will Tempo machen

Der Breidenbacher Bürgermeister Christoph Felkl und sein Dautphetaler Kollege Bernd Schmidt vervollständigen als Stellvertreter von Vorsteher Georg Gaul den geschäftsführenden Vorstand des Müllabfuhrzweckverbands.

Gelbe Säcke auf dem Weg zur Wertstoffverwertung. Der Müllabfuhrzweckverband Biedenkopf  hat einen neuen Vorsitzenden.

Quelle: Patrick Seeger / dpa

Breidenbach. Zu zwei Dritteln neu aufgestellt ist der Geschäftsführende Vorstand des Müllabfuhrzweckverbands (MZV) Biedenkopf. Nach dem Rücktritt des Steffenberger Kämmerers Peter Pfingst und seines Wohrataler Amtskollegen Peter Hartmann bestimmte der aus 13 Bürgermeistern bestehende Gesamtvorstand den einzig aus dem alten Gremium verbliebenen Lohraer Bürgermeister Georg Gaul zum Vorsitzenden des Geschäftsführenden Vorstands. Zu seinen Stellvertretern wurden seine Amtskollegen aus Breidenbach, Christoph Felkl, und Dautphetal, Bernd Schmidt, gewählt.

Mit dem neuen Gremium sind Hoffnungen verbunden, dass der vor möglichen großen Veränderungen stehende Verband, der vom Verwaltungsstandort Breidenbach aus die Müllentsorgung in 13 Mitgliedkommunen im Kreisgebiet bewerkstelligt, in seiner Entscheidungs­findung endlich weiterkommt.

Diese verlief einigen Mitgliedern der Verbandsversammlung viel zu schleppend. Sie treibt die Sorge um, dass der Vorsprung der privaten Sammler im Wettbewerb um die attraktiven Abfallsegmente wie zum Beispiel Altkleider oder Metall noch größer wird, während der MZV nicht aus den Startlöchern kommt und somit an dem unattraktiven, weil kostenintensiven Müll hängen bleibt. Dies würde sich wiederum negativ auf die Müllgebühren der rund 96.000 Kunden auswirken.

Sammlung von Wertstoffen soll ausgeweitet werden

Zurzeit zehrt der Verband die in den ersten Jahren des Jahrhunderts aufgrund hoher Erträge und günstiger Verträge angesammelten Gewinne auf, indem die Überschüsse dazu verwendet werden, die Gebühren stabil zu halten.

Bereits im November 2012 beschloss die Verbandsversammlung einstimmig, der Empfehlung eines Organisationsgutachtens zu folgen. Die Sammlung von Wertstoffen soll ausgeweitet werden und das dazu nötige Personal eingestellt werden. Bisher ist aber noch keine der Stellen besetzt worden, weder die eines technischen Leiters noch dauerhaft die für die Öffentlichkeitsarbeit.

Auch die Frage eines neuen Standorts mit oder ohne Wertstoffhof ist noch nicht geklärt. Zuletzt waren noch Breidenbach und Carlshütte beim Dautphetaler Ortsteil Buchenau im Rennen. Im Breidenbacher Bürgerhaus ist die Geschäftstelle zurzeit untergebracht. An die Gemeinde herangetragene Erweiterungswünsche wurden erst abgelehnt, später doch ermöglicht, allerdings wurde das im Nachtragshaushalt vorgesehene Geld von der Gemeindevertretung mit einem Sperrvermerk versehen. Man will die Investition erst tätigen, wenn sicher ist, dass der MZV auch in Breidenbach bleibt. Laut Bürgermeister Felkl haben die Fraktionen signalisiert, das Geld freizugeben, man warte nur auf ein Signal des Verbandes. In Breidenbach könnte ein Wertstoffhof allerdings nicht direkt an die Verwaltung angegliedert werden.

Anders sieht die Lage an der Carlshütte aus. Dort müsste der MZV ein neues Verwaltungsgebäude bauen, könnte aber auch einen Wertstoffhof angliedern. In der Nachbarschaft existiert schon ein Entsorgungsunternehmen, sodass eine Zusammenarbeit möglich wäre, zum Beispiel auch vorhandene Anlagen wie eine Lastwagen-Wiegeanlage genutzt werden könnten, skizziert Schmidt die Möglichkeiten. Doch mit dem Bau eines Wertstoffhofes wäre auch die Frage der Finanzierung verbunden. Auch dazu gibt es konträre Meinungen.

Neuer Vorstand will Struktur optimieren

Die Optionen für diese Investition sind: Finanzierung über Darlehen oder aus der Rücklage. Gegen die Verwendung der Rücklage, also des Gewinns aus den vergangenen Jahren, spricht allerdings der Beschluss der Verbandsversammlung, die zu viel gezahlten Gebühren den Kunden in Form von Beitragsstabilität zu erstatten.

Diesen Entscheidungsstau will der neue Vorstand auflösen. „Wir müssen jetzt endlich Fahrt aufnehmen“, sagt Georg Gaul. Der neue Geschäftsführende Vorstand will den Verband besser strukturieren, um ihn effektiver aufzustellen. Dazu werden die Ergebnisse einer laufenden Personal-Optimierungsanalyse abgewartet. Ferner soll der Verbandsversammlung eine Satzungsänderung vorgeschlagen werden, um den Gesamtvorstand schon allein wegen der Terminschwierigkeiten von 13 auf 5 Mitglieder zu verkleinern.

Auf Grundlage eines Gutachtens soll über einzusammelnde Wertstoffe in Abstimmung mit der für die Entsorgung zuständigen „Abfallwirtschaft Lahn-Fulda“ beschlossen und dann die Frage nach dem Standort der Verwaltung mit oder ohne Wertstoffhof geklärt werden.

Näheres, womöglich auch ein Zeitplan, soll der Verbands­versammlung am 14. Oktober vorgestellt werden.

von Gianfranco Fain

 

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