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Neuer Entwurf kommt in Ausschüssen gut an

Innenstadtinsel Neuer Entwurf kommt in Ausschüssen gut an

Der Entwurf zur Neugestaltung der Innenstadtinsel in Gladenbachs Zentrum fand in zwei Ausschüssen große Akzeptanz.

Gladenbach. Nachdem mehrere Stadtverordnete während der Versammlung im Juni moniert hatten, dass bei dem Planentwurf zur Neugestaltung der Innenstadtinsel zu viel Parkraum und zu wenig Platz zum Verweilen vorgesehen sei, wurde die Entscheidung über die Umsetzung des Projekts an die beiden Fachausschüsse übertragen.

Bürgermeister Klaus-Dieter Knierim betonte während der gemeinsamen Sitzung des Bau- und Planungsausschusses sowie des Ausschusses für Wirtschaft, Landwirtschaft, Verkehr und Umwelt am Mittwochabend, dass bei der jetzigen Planung die Aufenthaltsfläche vergrößert und die Parkplätze von rund 100 auf 60 reduziert worden seien. Auch die Volksbank- und Raiffeisenbank Biedenkopf-Gladenbach wolle sich an der Neugestaltung beteiligen.

Landschaftsarchitekt Hans-Werner Kuhli stellte die überarbeitete Planung vor. Nun sei durch eine mit Bäumen bepflanzte Allee eine Abtrennung zwischen den geplanten 15 Parkplätzen in Richtung VR Bank und der übrigen Anlage geschaffen. Von der Teichstraße aus sind neben einer Zufahrt in Richtung VR Bank zwei weitere Zufahrten zu dem Park-Areal geplant. Des Weiteren sieht die Planung einen Brunnen und Wasserspiele vor.

Als Baumgestaltung und Bepflanzung schlug Hans-Werner Kuhli Vogelbeer- und rot blühende Kastanienbäume, Apfelrosen und Bepflanzungen vor, da sie zu unterschiedlichen Zeiten blühen. Die Kastanienbäume seien dort vorgesehen, wo sich keine Parkplätze befänden. Der Pflegeaufwand für diese Bäume sei relativ gering. Auch könnte das geplante Parkgelände für Marktstände und andere Veranstaltungen genutzt werden. Anschließend hatten die Parlamentarier die Möglichkeit, Fragen zu diesem Planungsentwurf zu stellen.

Bernhard Schwarz (SPD) betonte, dass sich die neue Planung seiner Vorstellung annähere und fragte, was mit dem alten Baumbestand geschehe. Kuhli führte dazu aus, dass es sich um keinen erhaltenswerten Baumbestand handelt. Aus diesem Grunde sei es sinnvoll, neue Bäume zu pflanzen.

Der Bürgermeister wies darauf hin, dass der alte Baumbestand auch eine Gefährdung darstelle. Weiter wollte Schwarz wissen, was mit den dort befindlichen Garagen geschehe. Diese, so Kuhli, würden vom Eigentümer abgerissen und dort werde eine Freifläche entstehen. Bei den Wasserspielen soll es eine wassergebundene Decke geben. Hans-Werner Roth (CDU) erschien der neue Plan „recht gut, aber sehr protzig“. Er stellte die Frage, ob dies zu einer Kommune passe, die sich unter dem Rettungsschirm befindet. Auch wollte Roth wissen, ob die Stadt die 15 Parkplätze an der VR Bank finanzierte. Hans-Werner Kuhli entgegnete, dass der Erwerb dieser Parkplätze durch die VR Bank Verhandlungssache zwischen der Verwaltung und der VR Bank sei.

Gunthard Koch (CDU) vertrat die Meinung, dass die Stadt bereits einen Park habe, der viele Kosten verursache und dass kein zweiter Kurpark benötigt werde. Hans-Werner Kuhli betonte dazu, dass eine Aufenthaltsqualität auch mit einer Attraktivität verbunden sein müsse und auf Nachfrage, was die Neuanpflanzung eines Baumes koste, führte Kuhli aus, dass die Gesamtkosten einschließlich Pflanzung sich vermutlich bei einem Betrag von 1 000 Euro einpendeln.

Helmut Brück (FW) machte darauf aufmerksam, dass es wichtig sei, dem Planer klar vorzugeben, was gewünscht werde, denn Umplanungen würden zusätzliche Kosten verursachen.

„Wir wollen sparen, wobei aber dadurch der Charakter des Platzes nicht zum Nachteil verändert werden dürfe“, stellte Brück heraus. Bernhard Schwarz fand es gut, dass neben der Parkfläche auch Freiflächen mit Aufenthaltsqualität bei der Planung geboten würden. Es sei auch wichtig, dass der Kostenrahmen eingehalten werde. Die Neugestaltung der Innenstadtinsel mache Gladenbach attraktiver und in Verbindung mit der Umgestaltung des Busbahnhofes werde „ein Schuh daraus“.

Gunthard Koch merkte an, dass er sich mit dem Brunnen und den Wasserspielen nicht anfreunden könne, da diese wohl hohe Investitions- und auch erhebliche Pflegekosten nach sich ziehen würden. Koch schlug vor, einen Grundsatzbeschluss zu fassen, um nach genauer Überprüfung der Planung noch Änderungen vorzunehmen. Auch wurde von einem Ausschussmitglied angesprochen, dass sich möglicherweise die Alkohol- und Drogenszene vom Marktplatz in dieses Areal verlagere.

Bürgermeister Knierim berichtet auch, dass derzeit noch Verhandlungen mit Grundstücksbesitzern geführt würden. Insgesamt sagte den Ausschuss-Mitglieder der überarbeitete Plan zu, wobei darauf hingewiesen wurde, dass der Kostenplan, der bei etwa 1,2 Millionen Euro liegt, eingehalten werden solle. Zweidrittel der förderfähigen Investitionen werden durch das Förderprogramm „Stadtumbau West“ übernommen, den Rest zahlt die Stadt.

Einstimmig fassten die Ausschüsse einen Grundsatzbeschluss zum überarbeiteten Plan, eine Kostenberechnung soll noch vorgelegt werden.

von Klaus Peter

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