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Neuer Baustein der Patientenversorgung

Brustschmerz-Ambulanz Neuer Baustein der Patientenversorgung

Standardisierte Verfahren zur Diagnose der 
Ursachen von Schmerzen in der Brust und spezifische Behandlungsketten verbessern die Chancen der Patienten.

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Das in der Region zentral gelegene DRK-Krankenhaus in Biedenkopf verfügt nun auch über eine von der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie, Herz- und Kreislaufforschung zertifizierte Brustschmerz-Ambulanz.

Quelle: Gianfranco Fain

Biedenkopf. Drei bis vier Patienten suchten im Laufe eines Jahres täglich die Brustschmerz-Ambulanz im Biedenkopfer DRK-Krankenhaus auf. Dort untersuchten sie Dr. Alexander Sattler und sein Team nach Kriterien, die von der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie, Herz- und Kreislaufforschung (DGK) als Standard festgelegt sind.

Mit Erfolg für die Patienten und auch für die Abteilung des Belegkrankenhauses. Am 16. November erteilte die DGK der Abteilung ihr Zertifikat, darf sich nun offiziell „Brustschmerz-Ambulanz“ nennen. Im Landkreis ist es erst die zweite nach dem „MUZ Innere Medizin“ in Marburg, in Hessen besteht Vergleichbares nur in Kassel, Bad Homburg, Frankfurt und Darmstadt.

Doch dem DRK-Krankenhaus kommt eine besondere Rolle in der Notfallversorgung im Hinterland und auch darüber hinaus zu. Zentral liegt sein Einzugsbereich, in dem rund 50.000 Menschen leben, im Schnittpunkt der vier Krankenhäuser in Dillenburg, Bad Berleburg, Frankenberg und Marburg. Es kann die Versorgung der Patienten übernehmen oder bei Bedarf diese an das Uniklinikum in Marburg weiterleiten.

Mit der Uni-Klinik besteht eine enge Kooperation. Die Zusammenarbeit mit der Chest-Pain-Unit der Klinik für Kardiologie unter Leitung von Professor Bernhard Schieffer war und ist für die Zertifizierung sowie den Erfolg der täglichen Arbeit entscheidend, erklärte Vorstandsvorsitzender Willy Welsch am Dienstagabend.

Vorteile für Patienten und Krankenhaus

Kooperation ist eine der Voraussetzungen für die Erteilung des Zertifikates. Die Notaufnahme des DRK-Krankenhauses unterhält solche auch mit dem Rettungsdienst und der „Internistischen Gemeinschaftspraxis Biedenkopf“. Weitere Bedingungen sind verfügbare Räumlichkeiten, Personal und Geräte, in die laut Dr. Sattler investiert wurde.

Die standardisierte Untersuchung und Behandlung bietet nicht nur Vorteile für die Patienten. Auch die beiden Krankenhäuser profitieren davon: Das DRK-Krankenhaus erfährt durch die Zertifizierung der Brustschmerz-Ambulanz eine Aufwertung, profitiert durch die enge Zusammenarbeit mit dem Uni-Klinikum bei der Ausbildung und auch dem Einsatz von Ärzten. Dem Uni-Klinikum werden dagegen nur die Patienten zugeführt, die auch die Möglichkeiten des Maximalversorgers benötigen. So bleiben zum Beispiel weniger kritischen Fällen weite Fahrten erspart.

Diese Spezialisierung wirkt sich letztlich auch auf die Kosten aus. Dennoch: Jeder Patient erhalte an jedem Standort die optimale Versorgung, die er benötige, versichert Professor Schieffer.
Als nächsten Schritt zur Verbesserung plant das DRK-Krankenhaus eine engere Verzahnung mit den rund 50 Medizinern, die in der ADR (Ärzte der Region) organisiert sind. Das Ziel ist es, durch einen verbesserten Datenfluss die Therapie effizienter zu gestalten. Gespräche dazu werden im Januar mit dem Ministerium in Wiesbaden aufgenommen.

von Gianfranco Fain

 
Brustschmerz-Ambulanz

Dr. Alexander Sattler erläuterte beim Pressegespräch die Funktionsweise der Brustschmerz­ambulanz im DRK-Krankenhaus Biedenkopf. Dorthin können Patienten nach der Erst­einschätzung durch den Notarzt kommen. Es wird eine Diagnose­kette in Gang gesetzt, um zu klären, ob die Schmerzen eine harmlose Ursache haben oder lebensbedrohlich sind. Innerhalb weniger Minuten untersucht ein Arzt den Patienten, lässt Laborschnelltests, EKG, Herz-Ultraschall und weitere Untersuchungen durchführen.

Je nach Ergebnis startet eine Behandlungskette, die sich an neuen wissenschaftlichen Erkenntnissen und Empfehlungen orientiert. Dies kann eine Überführung ins Universitäre Herzzentrum in Marburg erforderlich machen, oder die Weiterbehandlung auf der Normal- oder Intensivstation des DRK-Krankenhauses bedeuten. Ebenfalls möglich ist die Überweisung an eine heimatnahe Internistische Praxis zur weiteren Diagnostik.

 
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