Volltextsuche über das Angebot:

4 ° / 1 ° Sprühregen

Navigation:
Neue Unterkunft 
für Flüchtlinge

Landkreis sucht Dialog mit Bürgern Neue Unterkunft 
für Flüchtlinge

In Steinperf werden demnächst 25 weitere Flüchtlinge einziehen. Für Wallau plant der Landkreis dagegen derzeit keinen weiteren Zuzug von Asylbewerbern.

Voriger Artikel
Geschäftsleitung tritt in den Dialog
Nächster Artikel
FWG hilft SPD in den Sattel

Der Landkreis hat angekündigt, in Steinperf weitere Flüchtlinge unterzubringen.

Quelle: Nadine Weigel

Steinperf. In der heimischen AfD-Hochburg Steinperf plant der Landkreis zusammen mit einem privaten Vermieter neue Unterkünfte für Flüchtlinge. Zu den rund 25 Menschen, die derzeit bereits in dem Steffenberger Ortsteil untergekommen sind, 
sollen weitere rund 25 hinzu­kommen, wie Erster Kreisbeigeordneter Marian Zachow auf Nachfrage der OP mitteilte.

„Wir haben die Unterbringung von Flüchtlingen nie von Wahlergebnissen abhängig gemacht“, sagte er über das nach Wahlergebnis rechteste Dorf im Landkreis und sprach davon, dass es in Steinperf „keine signifikant größeren Probleme“ gebe als in anderen Orten.

„Es wurden Bedenken geäußert gegen die Unterkunft, die für die Flüchtlingsunterbringung genutzt werden soll, aber sachlich“, erklärte er und kündigte 
an, dass Landkreis und Gemeinde zuvor den Dialog mit Bürgern suchen werden.

Dies soll am Mittwoch, 13. April, ab 20 Uhr im Bürgerhaus Niedereisenhausen geschehen. „Wir werden über die Unterkünfte informieren und Überzeugungsarbeit leisten – es ist nicht das erste Mal, dass es Kritik und Widerstand gibt“, sagte Zachow.

Keine Flüchtlinge in Wallauer „Oberen Siedlungsstraße“

In Steffenberg waren bis Mitte 
März insgesamt 38 Geflüchtete 
untergekommen, außer in Steinperf noch 13 in Niederhörlen. Weitere 20 Plätze für Flüchtlinge hielt die Kommune in Niederhörlen vor und 12 Plätze wurden in Oberhörlen für die Nutzung vorbereitet. Alles Unterkünfte in Privatimmobilien, die die Besitzer an den Landkreis für die Flüchtlingsunterbringung vermieten.

Die Landkreis wird im Biedenkopfer Stadtteil Wallau derzeit keine Häuser mit Flüchtlingen, deren Asylanträge sich in der Prüfung befinden, belegen. Nach Rücksprache mit dem Erwerber des Gebäudes in der „Oberen Siedlungsstraße“ in Wallau soll das Haus nun nicht mehr an den Landkreis vermietet werden. Dort gab es unter den Anliegern erhebliche Widerstände gegen das Vorhaben (die OP berichtete).

Der Erste Kreisbeigeordnete Marian Zachow erklärt die Situation: „Ende vergangenen Jahres standen wir unter dem immensen Druck, eine große Anzahl von Flüchtlingen im Landkreis in kürzester Zeit unterbringen zu müssen, was uns auch durch die Hilfe vieler Beteiligter im Landkreis gut gelungen ist. Dabei mussten wir allerdings auch oft sehr schnell handeln. Wir erstellen einen Leitfaden für die Abwicklung bei Vertragsangelegenheiten im Zusammenhang mit der Zweitunterbringung, damit es bei künftig notwendigen, schnellen Entscheidungen für alle Beteiligten leichter wird und zudem erhöhte Kontrollmechanismen enthalten sind.“

Anders als erwartet ist die Unterbringungssituation zurzeit deutlich entspannter und zudem können frei werdende Plätze in bereits vorhandenen Unterbringungsmöglichkeiten genutzt werden. Aktuell könne der Landkreis keine Entscheidung über eine weitere Wohnungsakquise treffen.

von Carina Becker und Silke Pfeifer-Sternke

Voriger Artikel
Nächster Artikel

Auf der Meinungsseite der OP finden Sie Kommentare zu lokalen und regionalen Ereignissen und zum politischen Weltgeschehen. Sportliche "Einwürfe" und lokale Glossen gehören zum meinungsstarken Erscheinungsbild der Oberhessischen Presse. mehr