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Neue Modelle sollen Zukunft sichern

Dorfgemeinschaftshäuser Neue Modelle sollen Zukunft sichern

Rund 50 Bürger diskutierten rege während der Bürgerversammlung in Kirchvers. Im Mittelpunkt stand der defizitäre Lohraer Haushalt und das Minus der Dorfgemeinschaftshäuser von jährlich rund 370000 Euro.

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Rund 50 Bürger diskutierten während der Bürgerversammlung in Kirchvers lebhaft.

Quelle: Klaus Peter

Kirchvers. Die erste von zehn Bürgerversammlungen fand am Montagabend unter der Federführung von Lohras Parlamentschef Hans-Wilhelm Kisch im Dorfgemeinschaftshaus Kirchvers statt. Dort wies Bürgermeister Georg Gaul auf die defizitäre Haushaltssituation der Gemeinde Lohra hin. Trotz deutlicher Anhebung der Hebesätze für Grund- und Gewerbesteuer weise auch der Haushalt 2013 ein neuerliches Defizit von rund 500000 Euro auf.

Während dieser und der nächsten Bürgerversammlungen würden die Dorfgemeinschaftshäuser (DGH) im Fokus der Gespräche stehen, weil diese Einrichtungen einen Großteil der ständig defizitären Haushalte verursachen. Bereits im Jahre 2011 sei bei den DGHs ein Minus von rund 370000 Euro aufgelaufen. Auf Dauer könnten sicher nicht alle zehn Dorfgemeinschaftshäuser „gehalten“ werden, wenn es zu keinen anderen Lösungen komme.

Obwohl die Auslastung des Dorfgemeinschaftshauses in Kirchvers mit etwa 28 Prozent sehr gut sei, würde es aber zu 80 Prozent von Vereinen genutzt, die keine Gebühren entrichten. Deshalb, so Gaul, müsse über Träger- oder Eigentumsmodelle nachgedacht werden.

von Klaus Peter

Der Sportverein, der der Hauptnutzer des Dorfgemeinschaftshauses sei, habe die Trägerschaft abgelehnt.

Ortsvorsteher Markus Hemberger wies darauf hin, dass das Dorfgemeinschaftshaus für Treffen vielfacher Art gebraucht werde. Das Dorfgemeinschaftshaus bringe der Dorfgemeinschaft sehr viel, was in die Bewertung einfließen müsse.

Ein Bürger schlug vor, eine Fotovoltaikanlage auf dem Dach des DGH zu installieren, um durch Netzeinspeisung Erlöse zu erzielen. Der Bürgermeister verwies darauf, dass die Gemeinde im Moment das Geld für eine solche Investition nicht habe.Ein anderer Bürger sprach sich dafür aus, dass mit den Vereinen gesprochen werden müsse, die das Dorfgemeinschaftshaus nutzen, mit dem Ziel, diese an den Energiekosten zu beteiligen.

Ortsvorsteher Hemberger gab zu bedenken, dass vielen Vereinen das Geld fehle, um sich an den Kosten zu beteiligen. Deshalb schlug er vor, mit den Vereinen darüber zu reden, welchen Beitrag sie für die Nutzung erbringen könnten. Ein Teilnehmer erkundigte sich, welcher Verkaufspreis bei einem Eigentümermodell zum Tragen käme. Dies müsste geprüft werden, entgegnete der Bürgermeister, wobei es auch Verhandlungsspielraum gebe. Kisch machte den Vorschlag, dass der Vereinsring Kirchvers die Trägerschaft übernehmen könnte. Eine Bürgerin fragte, ob eine Teilverpachtung des Bürgerhauses, zum Beispiel an einen Gastwirt, möglich sei. Dazu äußerte Kisch, dass die Gastwirte im Ort angesprochen werden müssten, ob diese zur Ergänzung ihres Angebotes Interesse daran hätten, um weitere Konkurrenz auszuschließen.

Gaul wies darauf hin, dass die Kostentrennung bei einer Teilverpachtung schwierig und diese im Übrigen meistens mit Investitionen verbunden sei. Ein Redner stellte in den Raum, dass bei den Kostenrechnungen für Gemeinschaftshäuser auch die Eigenleistungen der Vereine, die diese zum Wohle der Gemeinschaft ausführen, berücksichtigt werden müssten.

(Weiterer Bericht folgt.)

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