Volltextsuche über das Angebot:

5 ° / 3 ° Schneeregen

Navigation:
Neue Ideen für den Tourismus

Parlament Neue Ideen für den Tourismus

In der Hinterlandkommune Bad Endbach, der einzigen Kurgemeinde im Landkreis, bleiben die Kurgäste und Touristen aus.

Bad Endbach. Der Kur- und Tourismusbetrieb in Bad Endbach krankt aus vielerlei Gründen, wenn man den Worten von Bürgermeister Markus Schäfer Glauben schenken darf. Beherbergungsbetriebe schließen, die Verordnung von ambulanten Kuren tendiert gegen null und für präventive Gesundheitspolitik fehlt es an Unterstützung durch den Bund.

Auch die Infrastruktur des Kurortes benötigt neue Impulse. Allerdings ist sowohl die vorhandene verkehrstechnische Anbindung als auch die wirtschaftliche Ausrichtung nicht förderlich für das Ankurbeln des Kurbetriebs und der Belebung des Orts durch Touristen.

Bereits aus einer 1997 von der Gemeinde in Auftrag gegebenen Studie geht hervor, dass der Kurort Bad Endbach unter dem Rückgang des „traditionellen Kurgastes“ leidet und deshalb zukunftsträchtige Segmente im Tourismus erschlossen werden müssen.

In der Gemeindevertretersitzung am Montagabend machte Bürgermeister Schäfer allerdings deutlich, dass der Bereich Tourismus aufgrund äußerer Bedingungen nur schwer in Gang kommt. Dem Gastgewerbe fehle es entweder an einem Nachfolger oder an der notwendigen Investitionskraft. Auch haben sich durch Basel II die Kredit-Bedingungen für die Investitionen im touristischen Sektor erheblich verschlechtert.

Die Ansiedlung weiterer Kliniken sei unmittelbar mit dem Bettenplan des Landes verknüpft. „Es ist also leicht gesagt, wir brauchen eine weitere Klinik oder ein weiteres Hotel. Für die Realisierung bedarf es dann mehr als nur dieser Idee“, sagte Schäfer. Trotz allem investieren das Rheumazentrum Mittelhessen sowie die Hessische Berglandklinik in Millionenhöhe in die Erweiterung und Modernisierung ihrer Kliniken. „Das ist eine klare Zusage an Bad Endbach“, sagte Schäfer.

Die Lahn-Dill-Bergland-Therme mache zudem deutlich, dass nicht Quantität, sondern Qualität Erfolg verspricht. Genau darauf solle sich die Gemeinde touristisch konzentrieren. „Unsere zweifelsfrei vorhandenen Potenziale und Trends im Gesundheitswesen und Tourismus gilt es zu nutzen“, erklärt Schäfer. Der Bürgermeister strebt zum Beispiel an, die vorhandene Wanderwege zu verringern, um somit die Qualität zu erhöhen.Auch das Thema Mountainbiking passe in die Topographie der Gemeinde und zum Zeitgeist. Eine im November vergangenen Jahres stillgelegten Downhillstrecke habe gezeigt, das sie genutzt werde. Allerdings sei sie in der angelegte Form, sie kreuzte Wanderwege, unzulässig und gefährlich.

Die Gemeinde prüft derzeit, inwieweit sie ein solches Angebot touristisch umsetzen kann.

von Silke Pfeifer-Sternke

Voriger Artikel
Nächster Artikel