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Nachwuchstalent forscht an Uni

17-Jährige im Erfinderlabor Nachwuchstalent forscht an Uni

Während andere Mädchen in ihrem Alter gern shoppen gehen, ist die Biedenkopferin Lisa-Marie Milchsack viel lieber in Sachen Forschung unterwegs.

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Lisa-Marie Milchsack betrachtet im Forschungslabor das Ergebnis in einer Petrischale.

Quelle: Veranstalter

Biedenkopf. Mit 17 Jahren hat Lisa-Marie Milchsack einen ganz besonderen Faible für die Naturwissenschaften. Bei einem Notendurchschnitt von 14 Punkten hat sich die Lahntalschülerin für das ZFC-Erfinderlabor qualifiziert und forschte in Frankfurt an der Goethe-Universität im Fachbereich Biowissenschaften. Sie wurde als eine von 16 Teilnehmern aus 250 Bewerbern aus mehr als 80 Schulen ausgewählt.

Im Prinzip ging es im Forschungslabor darum, zu testen und zu analysieren, ob und wie Indigoidin und RXP-Derivate in E.Coli eingebaut und verfielfältigt werden können. Einfach ausgedrückt: „Wir haben den blauen Farbstoff Indigoidin hergestellt. Wir haben die Bakterien geklont und gentechnisch verändert“, erklärt Lisa-Marie Milchsack.

Der in der Natur vorkommende blaue Farbstoff Indigoidin wurde von den jungen Forschern außerhalb seiner natürlichen Umgebung produziert und dann mit verschiedenen Enzymen modifiziert. „Wir haben probiert, welches am besten geeignet ist“, sagt Lisa-Marie Milchsack.

Die Schülerin arbeitete in einer vierköpfigen Gruppe. Das fünftägige Forschungslabor, das Firmenbesuche bei der Brain AG und der Biotest AG, drei Tage Forschung im Uni-Labor und einen Präsentationstag vorsah, war für sie „extrem aufregend“. Die Präsentation der Ergebnisse fand vor 150 geladenen Gästen aus Politik und Wirtschaft statt.

So erklären, dass es jeder versteht

„Wir hatten wenig Zeit für die Vorbereitung der komplexen Aufgabe, aber es hat allen viel Spaß gemacht, und wir sind sehr zufrieden, sagt Lisa-Marie Milchsack. Der Vortrag sei „sprachlich souverän, methodisch holperfrei, dazu plastisch, straff und kurzweilig“ gewesen, lobte Biotest-Vorstand Dr. Michael Romroth.

Das Thema zur künstlichen Herstellung des blauen Farbstoffs hatte sich ihre Gruppe selbst ausgesucht. Es musste so präsentiert werden, dass auch Laien das Ergebnis verstehen können. In der Praxis hält die 17-Jährige es allerdings für zu aufwändig, den Farbstoff künstlich herzustellen, außerdem für viel zu teuer. Dennoch: Forschung mit Bakterien hat auch einen praktischen und nützlichen Ansatz. „Bakterien werden zum Beispiel zur Herstellung von Antibiotika geklont und modifiziert“, sagt sie.

Sie und die anderen Teilnehmer bezeichnete Dr. Thomas Schneidermeier vom Zentrum für Chemie (ZFC) als „Hessens Hochleister.“ Das Zentrum bietet seit zehn Jahren Top-Schülern die Chance, sich außerhalb des Unterrichts mit Zukunftsthemen wie Bio-, Nano- und Umwelttechnologie zu beschäftigen. Ein weiteres Lob äußerte Gregor Dissen, Geschäftsführer des Verbandes der Chemischen Industrie Hessen. Er sprach von „Cracks“.

von Silke Pfeifer-Sternke

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