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Nachbarin rettet gefangene Schwestern

Geiselnahme Nachbarin rettet gefangene Schwestern

In Buchenau verhinderte das couragierte Eingreifen einer Nachbarin ein mögliches Familiendrama, das womöglich in einem Haus in der Alten Landstraße in Buchenau vollendet worden wäre.

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Die Polizei befreite in Buchenau zwei Schwestern aus einer Notlage. Der mutmaßliche Täter wurde festgenommen.

Quelle: Rike / pixelio.de

Buchenau. Schon am Dienstagabend und auch noch tags darauf war der Polizeieinsatz in der Alten Landstraße Ortsgespräch in Buchenau.

Nach Informationen der OP zogen zwei Streifenwagen sowie zwei Notarztwagen am frühen Nachmittag die Aufmerksamkeit der Anwohner auf sich. Aus einem Haus unweit der Kirche befreiten vier Polizisten zwei Schwestern im Alter von 50 und 63 Jahren, die unter anderem schwere Kopfverletzungen aufwiesen. Der 57-jährige Bruder der Opfer wurde als mutmaßlicher Täter festgenommen.

Den Einsatz löste eine Nachbarin aus. Diese wurde von einer Arbeitskollegin der 50-Jährigen kontaktiert, weil die Buchenauerin weder an ihrem Arbeitsplatz erschienen, noch sich abgemeldet hatte. Da dies nicht dem üblichen Verhalten ihrer Bekannten entsprach, suchten die beiden Frauen das gegenüberliegende Haus auf, aus Sorge, der 50-Jährigen könnte es gesundheitlich nicht gut gehen.

Doch das Haus war verschlossen und niemand öffnete. Während sich die Frauen auf dem Hof des Anwesens noch unterhielten, sei der 57-Jährige auf dem Balkon getreten. Auf die Bitte der Nachbarin, die 50-Jährige zu sprechen, habe der Mann erwidert, dass diese schlafe.

Zeugin: Opfer wies Würgespuren auf

Als die Nachbarin nach eigenen Angaben hartnäckig blieb und gefordert habe, die 50-Jährige zu wecken, weil sie sie dringend sprechen müsse, habe der Mann energischer und abweisender seine Äußerung wiederholt. Da er sich auch nicht mit Scheinargumenten aus dem Haus habe locken lassen, sei die Nachbarin in ihr Haus zurückgekehrt und verständigte die Polizei.

Während des Wartens auf einen Streifenwagen sei die 50-Jährige doch im Hauseingang erschienen. Sie habe nach Angaben der Nachbarin ein vermutlich von Schlägen geschwollenes Gesicht, Würgespuren am Hals sowie an Hand- und Fußgelenken aufgewiesen und gefordert, nicht die Polizei zu rufen, da ihre Schwester noch in der Gewalt des 57-Jährigen sei.

Erst in diesem Moment erfuhr die Nachbarin, dass die 63-jährige Schwester sich ebenfalls in dem Haus befinden musste. Sie ließ die 50-Jährige nicht ins Haus zurück, sondern bugsierte sie in ein Auto, wo sie in Sicherheit war. Dann nahm sie nochmals telefonischen Kontakt mit der Polizei auf. Schließlich waren zwei Einsatzwagen mit vier Polizisten, die die Frauen befreiten, sowie zwei Notarztwagen vor Ort

Die 50-Jährige habe der Nachbarin erzählt, dass ein Streit am Vorabend der Auslöser gewesen sei. Der 57-Jährige habe ihre Schwester geschlagen und als sie „dazwischen ging“ kam es zum Handgemenge, sagte die 63-Jährige. Dann habe der Bruder die beiden Schwestern an Händen und Füßen gefesselt, ihre Münder zugeklebt und ein Stromkabel mehrmals um ihren Hals gelegt.

So schilderter die 50-Jährige nach Angaben der Nachbarin die Tat. Die 50-Jährige habe um ihr Leben gebangt, berichtet die Nachbarin. Sie selbst sei noch am Mittwoch völlig erschrocken und mit den Nerven am Ende, gestand sie der OP. „Ich begreife es einfach nicht.“
Nach Informationen der OP soll der mutmaßliche Täter psychisch auffällig sein. Dies bestätigte am Mittwochabend eine Pressemeldung der Polizei und der Staatsanwaltschaft (siehe Kasten).

von Gianfranco Fain

 
Das sagen Polizei und Staatsanwältin

Die Polizei nahm am Dienstag einen 57-jährigen Mann vorläufig fest. Der Mann wird beschuldigt, seine beiden Schwestern in deren Wohnung misshandelt zu haben. Die beiden 50 und 63 Jahre alten Frauen kamen nach notärztlicher Erstversorgung mit unter anderem schweren Kopfverletzungen ins Krankenhaus.

Eine erste ärztliche Untersuchung des Festgenommenen ergab eindeutige Hinweise auf psychische Auffälligkeiten. Der zuständige Haftrichter erließ am heutigen Nachmittag den von der Staatsanwaltschaft Marburg beantragten Beschluss zur einstweiligen Unterbringung in einem psychiatrischen Krankenhaus.

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Polizei befreit zwei misshandelte Frauen aus Haus

Mit der Festnahme eines 57-Jährigen endete Dienstag am frühen Nachmittag ein Polizeieinsatz im alten Dorfkern des Dautphetaler Ortsteils Buchenau.

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