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Nach einer Stunde sind Suppen ausgelöffelt

Tag der Integration mit Suppenfest Nach einer Stunde sind Suppen ausgelöffelt

Ein „Ort der Vielfalt“ war am Sonntag das Lohraer Bürgerhaus. Menschen aus verschiedenen Kulturen feierten dort ein Fest der Integration.

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Auch die Erste Beigeordnete (links) teilte Suppe aus. Rosemarie Wollny hatte eine Ingwer-Suppe im Angebot.

Quelle: Gianfranco Fain

Lohra. Schon vor dem Bürgerhaus liegt ein wohliger Geruch in der Luft, lockt Menschen hinein. Drinnen ist der große Saal gefüllt. Im Winkel vom Eingang bis entlang der Fensterfront stehen die Köche aus aller Herren Länder, vor sich auf einer Warmhalteplatte mehr oder minder große Kochtöpfe.

Die Wahl fällt schwer, es gibt zum Beispiel deutsche Kartoffelsuppe, sibirische Borschtschsuppe mit Rindfleisch, somalische Graupensuppe mit oder ohne Fleisch oder kurdische Linsensuppe. Dazu Weißbrot oder Gebäck wie Pispilat mit Lauch und Käse oder albanische Burek mit Kürbis.

Immer wieder nähern sich Gäste, lassen sich eine Kelle einschenken, kehren an ihren Platz – von denen es an den langen Tischreihen kaum noch welche gibt – zurück, um die Suppen zu probieren. Nachschlag ist erlaubt, dazu berechtigte die am Eingang für 5 Euro gekaufte Suppenterrine. Nach knapp einer Stunde sind die 18 Suppentöpfe ausgelöffelt, auch das Gebäck war alle, sodass einige Besucher mit einem Stück Torte vom großen Kuchenbüfett vorlieb nehmen müssen.

Mit einem solchen Besucheransturm (Foto: Fain) habe sie nicht gerechnet, bekennt Vorsitzende Elfriede Köhler, ebenso wenig ihr Team des Arbeitskreises für Menschenrechte und Menschenwürde, das rund 400 Besucher beim Suppenfest in Lohra zählt.

Es ist bereits der fünfte Tag der Integration, den der Arbeitskreis organisierte, diesmal in Kooperation mit dem Familien- und Seniorenrat der Gemeinde, dem Seniorenzentrum der Arbeiterwohlfahrt (AWO) und dem AWO-Kreisverband. Die einhellige Meinung der Besucher, die nicht nur aus der Großgemeinde Lohra kommen, sondern auch aus Gladenbach, Dautphetal und Steffenberg, lautet: Ein tolles Fest!

Ob es noch viele davon geben wird? Zur Eröffnung sagt der Erste Kreisbeigeordnete Marian Zachow: „Ich hoffe, dass wir in 10 Jahren keine Feste mehr wegen der Integration feiern müssen, obwohl so ein Suppenfest etwas Besonderes ist.“ Es wäre schön wenn alle Bürger, ob Einheimische oder Flüchtlinge, hier im „Ort der Vielfalt“ aber auch in den anderen Gemeinden zusammen wachsen.

Werde die Integration umgesetzt, so könnte es in ein paar Jahren so sein, dass der Nachbar syrischer Herkunft im Posaunenchor musiziert oder ein Kurde im Fußballteam mitspielt, so der fromme Wunsch des Ersten Kreisbeigeordneten. Respekt und Lob zollte auch der Kreistagsvorsitzende Detlef Ruffert vor allem dem Arbeitskreis um seine Vorsitzende Elfriede Köhler.

Für das gemeinsame Miteinander mit den Asylanten und den Heimbewohnern sowie den Gästen gab es auch ein Unterhaltungsprogramm. Dies eröffnete der Posaunenchor mit einem Konzert, dem sich der Männergesangverein „Liederhorst“ mit „Bajazzo“ und weitere Liedern anschloss. Mit „Halleluja“ und „Slopp John B“ begeisterten der junge Chor „Potpourri“. Zudem traten die Line Dancer der Volkstanz- und Trachtengruppe Gladenbach auf.

Zum Highlight wurde aber der Auftritt des eigens für diesen Tag gegründeten Projektchors „Vergissmeinnicht“ des AWO-Seniorenzentrums. Zum Abschluss nahm das Duo Amrei aus Fronhausen die Besucher mit in ferne Länder. Die Kinder konnten sich den ganzen Tag über auf der Hüpfburg austoben oder sich schminken lassen. Viele Besucher nutzten die Gelegenheit, um mit Flüchtlingen zu sprechen.

von Ingrid Lang
 und Gianfranco Fain

 
Ehrungen
Für 35 Jahre Mitgliedschaft im Arbeitskreis für Menschenrechte und Menschenwürde: Ludwig Debus aus Allendorf und Lothar Magaß aus Biedenkopf; für 30 Jahre: Helga Schimmel aus Gladenbach; für 10 Jahre: Elfriede Sälter aus Steffenberg.
 
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