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Nach Geiselnahme: Frauen leben in Angst

Beschuldigter in Haft Nach Geiselnahme: Frauen leben in Angst

Geiselnahme und gefährliche Körperverletzung: Von diesen Tatvorwürfen geht die Marburger Staatsanwaltschaft derzeit aus.

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In der Alten Landstraße ereignete sich eine Familientragödie.

Quelle: Nadine Weigel

Buchenau. Wenig Neues gab es auch zwei Tage nach der Festnahme des mutmaßlichen Täters am Dienstagnachmittag, aus dessen Gewalt die Polizei zwei Frauen aus einem Anwesen in Buchenau befreite. Während die drei Frauen, zwei Arbeitskolleginnen und eine Nachbarin, die maßgeblichen Anteil an der Befreiungsaktion der beiden Buchenauerinnen hatten, in Angst vor einer Freilassung des 57-Jährigen leben und deshalb ihre Namen nicht genannt wissen wollen, gab Oberstaatsanwältin Ute Sehlbach-Schellenberg gestern Auskünfte über den Stand der Ermittlungen.

„Wir befinden uns in der Hochphase der Ermittlung, das heißt wir haben jetzt durch Zeugenaussagen zusammenzutragen, was eigentlich am Tatort passiert ist“, erklärt die Sprecherin der Marburger Staatsanwaltschaft. Die Ermittler gehen von Folgendem aus: Der Beschuldigte gelangte in die Wohnung der beiden Geschädigten, fesselte und schlug sie, warf eine Decke über sie und hielt sie vom frühen Abend bis zum nächsten Mittag gegen ihren Willen dort fest. Und: Es sei nur einem glücklichen Zufall zu verdanken, dass eine der Geschädigten aus der Wohnung gelangen und Hilfe holen konnte, so Sehlbach-Schellenberg.

Wie die OP gestern berichtete, sorgten sich die zwei Kolleginnen und die Nachbarin um die 50-Jährige der beiden Schwestern. Nur Dank ihrer Beharrlichkeit gelangte die Misshandelte aus den Fängen des Bruders, die Polizei befreite danach auch deren 63-jährige Schwester.  

Der mutmaßliche Täter befindet sich in einem psychiatrischen Krankenhaus. Die Staatsanwältin geht aufgrund psychiatrischer Untersuchungen davon aus, dass der Beschuldigte die Tat im Zustand der Schuldunfähigkeit oder zumindest der eingeschränkten Schuldfähigkeit beging. Da derzeit die Gefahr von ähnlichen Taten gesehen wird, geht Sehlbach-Schellenberg davon aus, dass es auch später zu einer Unterbringung kommen wird. Als mögliche Anklagepunkte nennt die Oberstaatsanwältin Geiselnahme und gefährliche Körperverletzung. Über den Gesundheitszustand der beiden Schwestern konnte die Oberstaatsanwältin nichts sagen.

von Gianfranco Fain
und Ruth Korte

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