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Müllverband macht den „Deckel drauf“

Gebühren bleiben stabil Müllverband macht den „Deckel drauf“

Rund 2,3 Millionen Euro hatte der Müllabfuhrzweckverband Ende 2014 auf der hohen Kante. Das geht aus dem jetzt vorgelegten Jahresabschluss hervor. Bis Ende 2017 
sollen es nur noch 
909.000 Euro sein.

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Tonne auf, Müll rein, Deckel zu. Ähnlich soll der Müllabfuhrzweckverband Biedenkopf mit den zum Teil umstrittenen Geschehnissen der Vergangenheit verfahren.

Quelle: Thorsten Richter

Lohra. Nach den Meinungsverschiedenheiten in der Vergangenheit bewegt sich der Müllabfuhrzweckverband (MZV) Biedenkopf offenbar ruhigeren Zeiten entgegen. Darauf deutet der Verlauf der Verbandsversammlung am Dienstagabend im Bürgerhaus Lohra hin.

Man müsse jetzt an der Zukunft arbeiten, sagte der von der OP befragte Michael Meinel. Er war in der Vergangenheit einer der aktivsten Kritiker am Kurs des Vorstandes, beschränkte sich aber während der Versammlung auf die Frage, ob man eventuell nachbessern müsse oder es wirklich gelinge, die Rücklagen bis Ende 2017 auf rund 909.000 Euro abzubauen.

Das müsse man sehen, lautete die Antwort des Verbandsvorsitzenden Christoph Felkl. Zwar wisse man durch den jetzt vorgelegten Jahresabschluss 2014 endlich genau, wie der Stand des Guthabens war, nämlich rund 2,3 Millionen Euro, die nun in der Bilanz als Rückstellungen aufgeführt werden, doch gebe es im Wirtschaftsplan 2017 noch einige Unwägbarkeiten.

Fünfjahresfrist zur Rückzahlung

So müsse die Versammlung zum Beispiel entscheiden, was mit den rund 90.000 Mülltonnen, die im Verbandsgebiet im Umlauf sind, geschehen soll. Rund 8600 davon gehören schon dem MZV durch den Beitritt von Cölbe, Wetter und Wohratal zum Verband. Sollte der Kauf beschlossen werden, sind dafür im Plan 300.000 Euro vorgesehen. Weitere 100.000 Euro werden für den Kauf eines Grundstücks für eine Abfallerfassungsanlage bereitgehalten.

Das Abschmelzen der Rücklage beschleunigt sich zudem dadurch, dass der Verband im vergangenen Jahr die Gebühren senkte, die unverändert bleiben. Weil der Verband nun aber nicht mehr von den Kunden einnimmt, als er darf, nehmen auch die Rückstellungen nicht mehr zu. Aus diesen führte der Verband in den vergangenen Jahren zwar mittlere sechsstellige Beträge zum Ausgleich der Entsorgungskosten ab, das Geldpolster verringerte sich aber nicht merklich. Laut rechtlichen Vorgaben hat der gemeinnützige Verband fünf Jahre Zeit, das jeweils zu viel eingenommene Geld zurückzuzahlen.

Felkl ging auch auf das Thema Informationspolitik des Vorstandes ein, die für Unmut sorgte. Diese sehe er selbstkritisch, sei in Personalfragen aber eine Gratwanderung zwischen Informationsrecht und dem Schutzrecht der Betroffenen.

Deshalb sagte er nur: Die Trennung von der ehemaligen Geschäftsführerin spiegele sich im Jahresabschluss 2015 wider, der bereits in der Sitzung am 8. Dezember vorgestellt werde. Der Verband habe eine Abfindung gezahlt, die aber durch das Freibleiben einer Technikerstelle eingespart werde. „Wir wären auch alle gut beraten, endlich einen Deckel auf dieses Thema zu legen“, sagte Felkl.

Vorerst weder Altkleider- noch Metallsammlung

Erleichtern dürfte das auch die letztens gefasste Entscheidung der Versammlung, auf die Errichtung eines Wertstoffhofes zu verzichten, für den die Technikerstelle vorgesehen war. Der Grund ist, dass der MZV die Wertstoffe zwar einsammeln könne, diese aber der Abfallwirtschaft Lahn-Fulda (ALF) andienen müsse.

Der ALF wolle einen Wertstoffhof im Verbandsgebiet betreiben. Die MZV-Mitgliedkommunen Biedenkopf und Lohra bieten zwar Standorte in Gewerbegebieten an, der ALF bevorzugt jedoch die Gemeinde Dautphetal als Basis, weshalb es ein Gespräch mit Bürgermeister Bernd Schmidt geben soll.

Wie Felkl weiter berichtete, trifft die Andienungspflicht auf die gewinnbringenden Altkleider und Altmetall nicht zu, doch der MZV wolle in diesen Segmenten vorerst nicht tätig werden. Zwar wären die „schwarzen Schafe“ unter den Sammlern ein guter Grund, um aktiv zu werden, doch wolle man weder einen Verdrängungskampf mit den privaten eingehen, noch den karitativen Sammlern „das Wasser abgraben“.

Vielmehr setzte der MZV auf Aufklärung. Auf der Homepage soll dargestellt werden, wer was einsammeln darf und wo Container für Altkleider stehen.

von Gianfranco Fain

 
 
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