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Müllsammelstelle kann kommen

Verband spricht Kommunen des Hinterlandes an Müllsammelstelle kann kommen

Die Verbandsversammlung „Abfallwirtschaft Lahn-Fulda“ beschloss, 
neben Marburg eine zweite Müll-Sammelstelle im Westkreis einzurichten. Es werden 5000 Quadratmeter benötigt, die möglichst nichts kosten sollen.

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In Marburg-Wehrda betreibt die ALF schon eine Müllumladestation. Nun wird verhandelt, wo im Altkreis Biedenkopf eine weitere Sammelstelle eingerichtet werden kann.

Quelle: Ruth Korte

Marburg. Einstimmig beauftragte die Verbandsversammlung der „Abfallwirtschaft Lahn- Fulda“ (ALF) am Mittwoch den Vorstand, Gespräche mit Vertretern der Städte und Gemeinden des Hinterlandes zu führen, um einen Standort für eine Müllsammelstelle im Kerngebiet des Müllabfuhrzweckverbandes (MZV) Biedenkopf zu finden. Auslöser war eine Anfrage des MZV, ob die ALF als Entsorgungspflichtiger Verband nicht eine Sammelstelle Altkreis Biedenkopf einrichten will.

Zuvor hatte sich die MZV-Verbandsversammlung vom Plan, einen eigenen Wertstoffhof einzurichten, abgewandt. Grundlage dafür war der Wunsch, sich den Zugang zu Wertstoffen zu eröffnen, mit denen Geld zu verdienen ist.

Zudem sollte den Bürgern ein besserer Service geboten werden, da die Hinterländer mit mehr als 25 Kilometern die weitesten Wege zur Müllumladestation in Marburg-Wehrda haben. Eine 
wohnortnahe Sammelstelle soll auch verhindern, dass Müll in der Umwelt illegal entsorgt wird.

Forderung nach einem 
Investitionszuschuss

Der Servicegedanke und das Vermeiden illegaler Müllablagerungen sind für den ALF die entscheidenden Argumente, 
 machte Geschäftsführer Dr. 
Peter Zulauf bei der Präsentation von Lösungsmöglichkeiten deutlich.

Gesucht wird nun ein Gewerbegrundstück mit guter Verkehrsanbindung im Korridor Biedenkopf – Dautphetal – Lohra. Auf 5000 Quadratmetern würde eine Sammelstelle mit Containern für Altmetall, Altpapier, Elektro- und Elektronikgeräte entstehen. Kostenpunkt: rund 1,4 Millionen Euro. Die Betriebskosten bezifferte Zulauf mit 340.000 Euro pro Jahr.

Zwar befürworteten die Verbandsvertreter in der Diskussion die Einrichtung einer Sammelstelle im Hinterland als sinnvoll, doch angesichts der geplanten Investitionen in Wehrda mahnte Bernd Heßler, „sollten wir uns nur das vornehmen, was wir bewältigen können“.

Im Hinblick auf die für den Verband entstehenden zusätzlichen Kosten, mahnte der sozialdemokratische Vertreter des Schwalm-Eder-Kreises eine Beteiligung der Gemeinden an. Diese sollten auch für das Ziel der Vermeidung illegaler Müllentsorgung „dankbar und bereit sein“, ein Grundstück einzubringen. Aus der Versammlung wurde auch die Forderung nach einem 
Investitionszuschuss laut. Somit 
gab die Verbandsversammlung 
vor: Eine Sammelstelle im Hinterland soll ALF möglichst 
wenig kosten.

Biedenkopf ist wieder 
an Standort interessiert

Das wiederum dürfte bei den Hinterländern auf wenig Gegenliebe stoßen. Nach der Absage an den Bau eines Wertstoffhofes samt Verwaltungsneubau begnügt sich die Gemeinde Breidenbach mit dem Verbleib der MZV-Verwaltung im Bürgerhaus.

Auch die Gemeinde Dautphetal hat sich offenbar vom Projekt verabschiedet. Lange Zeit lag das Industriegebiet Carlshütte an der B 62 bei Buchenau als zentralster Standort für einen Wertstoffhof gut im Rennen.

Doch angesichts knapp werdender Gewerbeflächen ist das Interesse abgekühlt, zumal es sich nur noch um eine Sammelstelle mit Container handelt und in der Nachbarschaft ein Privatunternehmer aus der Gemeinde ein ähnliches Gewerbe betreibt.

Ins Rennen zurückgemeldet hat sich die Stadt Biedenkopf. Nach einer Immobilie im Stadtteil Wallau für den Verwaltungsstandort wurde ALF nun ein Grundstück im Gewerbegebiet „Am Roten Stein“ angeboten. Über Konditionen sei aber nicht gesprochen worden, erklärte Bürgermeister Joachim Thiemig am Mittwoch der OP. Dies sei nun Sache der Gremien, so der Rathauschef.

4,5 Millionen-Investition 
in Marburg-Wehrda

Auch die Gemeinde Lohra hat im Verbund mit der Stadt Gladenbach ihr Standortinteresse bekundet. Dabei wird an eine Fläche im Interkommunalen Gewerbepark Salzbödetal gedacht. Wo der mögliche Standort liegen könnte, soll nun der Verbandsvorstand in Gesprächen mit den kommunalen Vertretern klären und vor allem auch, wie die Kosten verteilt werden. Denkbar, so war zu hören, wäre in diesem Zusammenhang auch, dass sich der MZV beteiligt – entweder durch einen direkten Zuschuss oder durch den Kauf des Grundstücks.

Für die ALF hat zurzeit aber ein anderes Projekt Vorrang. Aufgrund gesetzlicher Vorgaben und für einen wirtschaftlicheren Ablauf soll die Müllumladestation Marburg-Wehrda für rund 4,5 Millionen Euro umgebaut werden.

Da künftig das Leergewicht der Fahrzeuge nicht mehr gespeichert werden darf, müssen diese zweimal über die Waage 
fahren. In Wehrda heißt das eine Zusatzrunde um das Gelände und längere Wartezeiten, da nur eine Waage vorhanden ist.

Gelöst werden soll dies durch den Bau einer neuen Zufahrt über die auch die Anlieferung von privaten Kleinmengen und großen Müllfahrzeugen getrennt wird und die Installation einer zweiten Waage. Zudem soll eine Umschlaghalle für Altpapier und Leichtverpackungen entstehen. Liegen die Genehmigungen vor, soll Mitte 2017 der Baubeginn sein.

von Gianfranco Fain

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