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Müllabfuhr wird billiger - irgendwann

Gebührensenkung Müllabfuhr wird billiger - irgendwann

Gute Nachricht für die rund 30 000 Kunden des Müllabfuhrzweckverbandes Biedenkopf: Der MZV senkt die Müllgebühren nachträglich zum 1. Januar. Wann und wie viel Geld die Kunden zurückerhalten, ist noch offen.

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Mit der Abfuhr des Mülls in seinen Mitgliedsgemeinden macht der Müllabfuhrzweckverband Biedenkopf zurzeit gute Geschäfte.

Quelle: Thorsten Richter

Biedenkopf. Seit rund drei Jahren häuft der MZV Biedenkopf Rücklagen an, seit Jahren spricht die Verbandsversammlung davon, dass das Geld überschüssige Geld aus der Müllentsorgung an die Kunden in Form einer Gebührensenkung zurückgegeben werden soll. Noch im Oktober des vergangenen Jahres hatte der Vorsitzende des Verbands erklärt, dass auch für das laufende Jahr „erhebliche Überschüsse“ erwartet werden. 1,5 Millionen sollte die Gesamtsumme betragen, sagte Peter Pfingst, über die Gebührensenkung solle im ersten Quartal 2013 entschieden werden, wenn die genauen Zahlen aus den Jahresabschlüssen und der Bereinigung der Müllbehälterbestandsdaten vorliegen.

Gestern gab Pfingst bekannt, dass die Rücklagen des Verbandes jetzt mehr als 2 Millionen Euro betragen. Gestern vollzog die Verbandsversammlung auch die Gebührensenkung rückwirkend zum 1. Januar, jedoch nur als Grundsatzbeschluss, über die Höhe der Rückvergütung in Form einer Beitragssenkung und wann diese erfolgen soll, wurde kein Beschluss gefasst.

Laut Beschlussvorlage werden in diesem Jahr 500000 Euro an die Kunden des MZV zurückfließen, was einer Preissenkung von 7 Prozent entspricht. Nach OP-Informationen ist für nächstes Jahr eine Rückvergütung in gleicher Höhe geplant. Die Sätze für dieses Jahr sollen während einer Sondersitzung im Herbst festgelegt werden.

Softwarefehler verhindert Rechnungs-Gutschriften

Die Gründe für die Hängepartie nannte Pfingst gestern bei der Verbandsversammlung im Biedenkopfer Rathaus. Es ist die Furcht vor fehlerhaften Bescheiden. Diese könnten ergehen, weil der MZV seit zwei Jahren mit einem Software-Problem kämpft. Dieses bestehe seitdem das neue Ident-System im Jahr 2011 eingeführt wurde. Wie sich herausstellte funktioniert die EDV-Verbindung zwischen dem Ident-System und der Finanzsoftware des MZV nicht einwandfrei. Weil der Vorstand zu dem Schluss kam, dass die Bescheiderstellung zur Gebührensenkung mit dem derzeitigen System nicht zu vertreten ist, sah sich der Verband gezwungen, ein neues Softwaresystem zuzulegen, was laut Pfingst mit 62000 Euro zu Buche schlägt. Diese Software verfügt laut Pfingst über eine „erprobte Schnittstelle zwischen der Finanzbuchhaltung und dem Behältermanagement“. Wenn es installiert ist und störungsfrei funktioniert, soll die Gebührensenkung vollzogen werden.

Laut Geschäftsführerin Ninette Engel-Rezzonico hofft der MZV, die Bescheide vor der ersten Ratenzahlung im November zu verschicken. Die „Rückzahlung“ würde dann bei den Kunden mit Bankeinzug entsprechend berücksichtigt. Pfingst gab noch weitere Zahlen bekannt. So erwartet der MZV für das Jahr 2012 einen Überschuss, der mit einer Millionen Euro um 300000 Euro höher liegt als ursprünglich kalkuliert. Dies begründete er mit einem Rückgang der Abfallmengen sowie einem Anstieg der Gebühreneinnahmen durch das Ident-System. Der Jahresabschluss 2010, zu dem noch kein Prüfbericht vorliegt, weist einen Überschuss in Höhe von rund 596000 Euro aus, der Jahresabschluss 2011 ist noch nicht abgeschlossen, es ist aber mit einem Überschuss in Höhe von rund 669000 zu rechnen.

von Gianfranco Fain

MÜLLABFUHRZWECKVERBAND BIEDENKOPF

  • Der Müllabfuhrzweckverband Biedenkopf mit Sitz in Breidenbach entsorgt den Rest- und Biomüll sowie das Altpapier und den Sperrmüll von rund 30000 Kunden in den Gemeinden und Städten des Hinterlandes Angelburg, Bad Endbach, Biedenkopf, Breidenbach, Dautphetal, Gladenbach, Steffenberg sowie im Altkreis Marburg in den Gemeinden in Cölbe, Fronhausen, Lahntal, Lohra, der Stadt Wetter und in Wohratal.
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