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Müll landet häufig in der Natur

Illegale Müllentsorgung Müll landet häufig in der Natur

Immer öfter wird Müll illegal entsorgt. Die Kosten dafür gehen zu Lasten der Allgemeinheit. Auf einem Parkplatz an der Bundesstraße 453 bei Gladenbach wurde jetzt wieder Abfall hinterlassen.

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Bauhofmitarbeiter Christoph Becker entfernt den Müll vom Parkplatz bei Gladenbach.

Quelle: Heribert Theis

Gladenbach. Ausgediente Gegenstände wie Elektrogeräte, Möbel, Kleidung und anderer Müll verunstalten immer mehr öffentliche Parkplätze und Waldgebiete. Erst kürzlich hat ein offensichtlich privater Müllentsorger den Parkplatz an der Bundesstraße 453 hinter Gladenbach als Entsorgungsplatz für seinen persönlichen Abfall gewählt. Dort fand sich ein Couchtisch, auf dem ein Fernseher abgestellt war sowie ein Eimer mit Unrat und diverse Kleidung.

Den Abfall musste die Stadt Gladenbach als örtlich zuständige Kommune entfernen lassen. Für den Abtransport des illegalen Mülls ist Christoph Becker vom Bauhof der Stadt Gladenbach zuständig.

Becker fährt mit einem kleinen orangefarbenen Transporter vor und lädt den Müll ein. Er wundert sich nur über das Umweltverständnis mancher Zeitgenossen. Besonders schlimm empfindet es Becker, wenn im Wald Müll abgeladen wird. „Das ist eine große Sauerei“, meint er.

Suche nach dem Verursacher

In Zusammenarbeit mit dem Bauhof befasst sich auch Bruno Hercher vom Ordnungsamt der Stadt Gladenbach mit illegalen Müllentsorgungen. Alle Vorfälle dieser Art landen auf seinem Schreibtisch. Hercher versucht dann, den Verursacher zu ermitteln. Das ist auch schon öfter gelungen. Vor ein paar Jahren zum Beispiel seien im Gladenbacher Ortsteil Frohnhausen 30 Fernsehgeräte in der Natur abgeladen worden. In diesem Fall sei der Verursacher ermittelt und zur Rechenschaft gezogen worden.

Mit einem Bagger, so Hercher weiter, habe man schwergewichtige Spielautomaten bergen müssen, die vor einiger Zeit im Bereich der Stadt Gladenbach hinterlassen wurden.

Sogar Schlachtabfälle werden vorgefunden, berichtet Hercher. Laut Hercher ist die Bandbreite der Hinterlassenschaften verantwortungsloser Mitmenschen groß. „Wir bauen auf die Mithilfe der Bevölkerung. Die Bürger sollten Beobachtungen melden“, appelliert er.

Sperrmüll wird kostenlos entsorgt

Illegale Müllentsorgung sei kein Einzelproblem der Stadt Gladenbach. Auch andere Kommunen seien davon betroffen ergänzt Hercher. Und er macht darauf aufmerksam, dass das Abladen von Sperrmüll in der Natur gar nicht nötig ist. Dieser Müll werde überall kostenlos abgeholt. Durch die amtliche Entsorgung von Unrat entstehen den Kommunen und somit der Allgemeinheit Kosten. Konkrete Zahlen seien laut ­Hercher nicht verfügbar.

Umweltverschmutzung ist kein Kavaliersdelikt. Auch Umweltpolizist Dieter Engelbach von der Polizeistation Biedenkopf kennt die Problematik der illegalen Müllentsorgung. Regelmäßig werden Vorfälle dieser Art bei ihm gemeldet. Dieses Entsorgen von Gegenständen stelle einen Verstoß gegen das Kreislaufentsorgungsgesetz dar, erklärt er. Es sei eine Ordnungswidrigkeit, die normalerweise mit „harten Bußgeldern“ geahndet werde. Richtig ernst werde es jedoch, so Engelbach, wenn es sich bei den illegal entsorgten Massen um wassergefährdende Stoffe handele, die den Boden verunreinigen können. Hierzu gehörten zum Beispiel Altöl, Farben und andere gefährdende Emulsionen. In diesen Fällen käme das Strafgesetzbuch zum Tragen. Es erfülle den Tatbestand des sogenannten unerlaubten Umgangs mit Abfällen, was eine Strafanzeige und eine Mitteilung an die Staatsanwaltschaft zur Folge habe. Da drohe eine Geld- und unter Umständen sogar auch eine Freiheitsstrafe von bis zu fünf Jahren.

von Heribert Theis

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