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Mit kleinen Sprüngen in der Michelgrube fängt alles an

Mit kleinen Sprüngen in der Michelgrube fängt alles an

Im Jahr 1957 etablierte sich der Skisport mit der Gründung des Skiclubs Hartenrod. In den Folgejahren fand die Freizeitbeschäftigung immer mehr Anhänger. Nicht zuletzt trugen die schneereichen Winter mit dazu bei.

Hartenrod . Während derzeit der Winter mit reichlichem Schneefall seinen zweiten Einstand gibt, erinnert sich Karl-Otto Bamberger, versierter Kenner der Historie seines Heimatdorfes, an die Vorläufer des heimischen Skisports und die Gründung des Skiclubs Hartenrod.

„Schnee hat die Jugend schon zu allen Zeiten fasziniert und auch inspiriert“, erzählt Bamberger und berichtet, dass „Am Loh“ in den 1950er-Jahren des vergangenen Jahrhunderts eine Sprungschanze existierte mit einer Anlaufspur, die über den alten Kirchenpfad in Richtung Bottenhorn und Dernbach zum Waldrand am heutigen Festplatz führte. Ein kleiner Schanzentisch, aus Schnee gebaut, von etwa einem Meter Höhe habe als Absprungschanze gedient. An weite Sprünge konnte zu dieser Zeit noch nicht gedacht werden, denn Sprungski seien nicht vorhanden gewesen.

Absprung in Hartenrod, Landung in Schlierbach

Der Skisport habe durch alle Altersgruppen hinweg eine große Faszination ausgeübt. 1957 gründete sich der Ski-Club Hartenrod. Pläne in Bezug auf eine Sprungschanze, einen Skilift und eine Skihütte gab es genügend, aber Ideen waren ohne Geld auch damals schwer umzusetzen. Über geeignete Flächen verfügte die Gemeinde. Ohne die Unterstützung eines einheimischen Unternehmers wären jedoch alle Vorhaben gescheitert.

Eröffnungsspringen sorgt für Fuore

Die Sprungschanze in der „Michelgrube“ war das erste Projekt des noch jungen Vereins, der sich Anregungen dafür in Winterberg holte. Der Sprungturm mit Schanzentisch bestand aus einer Holzkonstruktion. Interessant daran ist auch, dass der Absprung auf Hartenroder und die Ankunft in der Schlierbacher Gemarkung erfolgte. Für Furore habe damals das Eröffnungsspringen gesorgt, erinnert sich Bamberger.

Skispringen war damals nur etwas für mutige junge Männer. Skilaufen ist jedoch ein Breitensport und möglichst alle Vereinsmitglieder wollten aktiv werden. Damit dies umgesetzt werden konnte, war eine Abfahrtsstrecke und nicht zuletzt ein Lift vonnöten.

Die „Watzegrube“ stellt sich als optimale Piste dar

Der erste ins Auge gefasste Standort in den „Schönscheidswiesen“ habe sich als zu kurz erwiesen. In der „Watzegrube“, gar nicht weit entfernt, schattig gelegen und steil genug, wurde die optimale Abfahrtsstrecke gefunden.Es setzte ein Grundstückskauf und -tausch ein, erinnerte sich Bamberger, denn je länger und größer so ein Gelände ist, desto attraktiver ist es für den Skifahrer. Bald war der Benutzeransturm jedoch so groß, dass die Breite der Abfahrtsstrecke verdoppelt werden musste.

Zu einem Skibetrieb gehört auch eine zünftige Skihütte. Die Umsetzung dieses Projektes habe sich so einfach nicht gestaltet, denn zu dem Standort am Hang gab es keinen Fahrweg. Mühsam sei das Baumaterial von Hand zu der Baustelle gebracht worden. Mit der Fertigstellung des Rohbaus seien auch die vereinseigenen Mittel erschöpft gewesen und die Gemeinde habe das Geld für die Dacheindeckung zur Verfügung gestellt.

„Schneller, höher, weiter“ ist schon immer die Devise der fortschreitenden Zeit gewesen“, erklärt Bamberger und führt aus, dass die kurzen Sprünge auf der Sprungschanze in der „Michelgrube“ schon längst niemand mehr vom Hocker gerissen hätten. In der Gemarkung Hartenrod sei kein weiterer geeigneter Standort gefunden worden. Da habe sich das Gelände „Am Dachsberg“ in Schlierbach als optimal erwiesen.

Mithilfe einer speziellen Raupe wurde eine Naturschanze geschaffen. Daraus entwickelte sich in den Folgejahren durch das Verlegen von Matten die größte Mattenschanze in Hessen, wo auf der „Dachsbergschanze“ das ganze Jahr über Skispringen stattfinden konnten.

Begünstigt durch die schneereichen Winter habe der Skisport in Hartenrod einen Aufschwung erlebt, wie niemand dies in den kühnsten Träumen erwartet hätte und dies brachte mit sich, dass neue Parkplätze angelegt werden mussten. Um die langen Wartezeiten zu entzerren, waren auch eine zusätzliche Abfahrtsstrecke und die Installation eines neuen Liftes notwendig. Durch diese zweite Strecke sei insgesamt die längste Abfahrtsstrecke in der heimischen Region entstanden.

von Helga Peter

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