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Mit festen Schuhen geht‘s auf Tour

Wandermarathon Mit festen Schuhen geht‘s auf Tour

Wenn sich am Sonntag die Massen der Marathonwanderer auf die Strecke begeben, steht auch der 77-Jährige Emil Beilschmidt mit drei Freunden in den Startlöchern für den Halbmarthon.

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Der 77-jährige Emil Beilschmidt startet bei dem Halbmarathon in Bad Endbach. „Gute Schuhe“ sind für ihn das A und O bei einer Wanderung. Foto: Silke Pfeifer-Sternke

Dautphe. Seit 2010 tritt der Dautpher Emil Beilschmidt was Wanderstrecken angeht etwas kürzer. Elfmal war der Wandersmann mit Freunden auf der Bad Endbacher Wandermarathon-Strecke unterwegs. Auch hat er keinen der Grenzgänge in Biedenkopf und Buchenau verpasst - und das seit 1956. Doch mit zunehmendem Alter schraubt er auch seine Erwartung an die Tagesleistung einer Wanderung zurück.

„Die 20 Kilometer schaffe ich noch, ohne ein Training zu absolvieren“, sagt er. Er vermutet, dass er mit seinen drei Freunden am Sonntag auf der Halbmarathonstrecke gut fünf Stunden unterwegs sein wird. Dass die Mitglieder der kleinen Wandergruppe ungefähr ein Jahrgang sind, wertet Beilschmidt als Vorteil. Es sei fürs Tempo gut, sagt er. Er habe viele Jüngere erlebt, die beim Wandermarathon statt zu wandern im flotten Tempo laufen. Das kann er nur schwer nachvollziehen. Der Schnellste im Ziel einer Wanderung zu sein, war noch nie seine Motivation.

„Ich kann auch als Letzter ankommen. Das macht mir nichts aus“. Für Beilschmidt ist es wichtig, auch mal innezuhalten und die Natur zu genießen. Die 40-Kilometer-Strecke ist er früher in neun Stunden gelaufen, mit zwei langen Pausen. Auch für Sonntag plant er einen gemütlichen Marsch ein - auch mit Pausen. Die Zeit spielt keine große Rolle, Hauptsache er empfindet bis zum Schluss Freude auf der Wanderstrecke. Wenn um 11.30 Uhr am Kultur-, Sport- und Freizeitzentrum der Startschuss fällt, will Beilschmidt mit seinen Freunden schon eine Stunde unterwegs sein. In der Masse mitzulaufen, ist nichts für ihn. Er zieht es vor, entspannt zu genießen. Als er noch den Wandermarathon mitgelaufen ist, zog er es auch vor, hinter der Masse herzulaufen. „Dann ist das Laufen schöner.“

Dass der Halbmarathon mit einem steilen Anstieg beginnt, ist für Beilschmidt das geringste Problem. „Wenn die Strecke steil wird, muss man eben das Tempo drosseln“. Und er rät: „Man soll sich nicht überschätzen.“ Für ihn ist es nicht entscheidend, fünf Kilometer in einer Stunde zu laufen, sondern vielmehr achtet er darauf, dass er nicht außer Atem gerät und sich noch mit seinen Mitwanderern unterhalten kann. Laufentscheidend ist für ihn aber das richtige Schuhwerk. Mit Turnschuhen zu wandern, sei nicht empfehlenswert. Beilschmidt begibt sich nur mit Lederschuhen auf die Wanderung. „Der Schuh muss groß genug sein, gut sitzen und man darf nicht rausschlappen“, sagt er.

Wenn er am Sonntag gegen 15.30 Uhr am Ziel Kultur-, Sport- und Freizeitzentrum eintrifft, spielen wahrscheinlich schon die Musiker des Hinterländer Blasorchesters. Dann wollen er und seine Freunde sich bei Musik entspannen und sich von dem Marsch erholen.

von Silke Pfeifer-Sternke

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