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Mit den Kollegen ist es „wie auf Klassenfahrt“

Maddin Schneider Mit den Kollegen ist es „wie auf Klassenfahrt“

In der 3-D-Animation „Der 7bte Zwerg“ mit Otto Waalkes geht es diesmal nicht um Schneewittchen, sondern um Dornröschen. „Maddin Schneider“ leiht dem Zwerg „Speedy“ sein unverwechselbares Aussehen und seine Stimme.

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„Maddin Schneider“ (links) genießt mit Otto Waalkes ein Glas Wein nach einem anstrengenden Tag als Synchronsprecher für den Film „Der 7bte Zwerg“. Privatfoto

Gladenbach. Otto Waalkes Zwerge sind wieder auf der Kino-Leinwand zu sehen. Acht Jahre musste das Publikum auf die Fortsetzung von „Sieben Zwerge - Der Wald ist nicht genug“ warten. In dem neuen Film mit der chaotischen Zwergengruppe um Waalkes muss der kleinste Zwerg „Bubi“ (Otto Waalkes) sein größtes Abenteuer bestehen. Mit von der Partie ist auch der im Marburger Nordkreis lebende Komiker „Maddin (Martin) Schneider“, der sich exklusiv im OP-Interview über seine Erfahrung als Synchronsprecher äußert.

OP: Du leihst im Film „Der 7bte Zwerg“ Speedy deine Stimme. Er sieht dir ziemlich ähnlich. Musstest du für dein Zeichendouble auch Modell stehen?

Maddin Schneider: In der ersten Phase hat eine russische Künstlerin in München eine sehr schöne Knetfigur von mir angefertigt, dazu wurden auch meine Maße genommen. Später wurden die Figuren dann aber per Computer animiert - wahrscheinlich ging die Knete aus... OP: War es deine erste Erfahrung als Synchronsprecher?

Schneider: Nein, ich hatte schon mal ein Monster gesprochen. Und den ersten Zwergenfilm haben wir mal in Englisch synchronisiert - bei mir mit leichtem hessischen Akzent.

OP: Wie sieht der Arbeitstag eines Synchronsprechers aus und worauf muss beim Sprechen besonders geachtet werden?

Schneider: Wichtig ist vor allem, das entsprechende Gefühl der Figur in der Handlungssituation wiederzugeben. Also muss man sich emotional in die Szene hineinfühlen, die man bearbeitet. Und es muss lippensynchron sein, also die Textlänge genau auf die sprechende Figur passen. Ansonsten gibt es im Studio Mittagbrot und um 15 Uhr Cappuccino.

OP: Gab es eine Szene, die dir im Gedächtnis geblieben ist, weil sie für dich arbeitsintensiv war, oder lief immer alles glatt?

Schneider: Es lief alles recht rund, und besonders bei den Gruppenszenen, die wir Zwerge zusammen eingesprochen haben, gab‘s viel Spaß.

OP: Die Comedians Otto Waalkes, Ralf Schmitz, Nobert Heisterkamp, Mirko Nontschew, Tatort-Komissar Boris Aljinovic und Schauspieler Gustav Peter Wöhler sind deine Sprecher-Kollegen. Wenn man zusammen gearbeitet hat, trinkt man dann abends noch ein Bier zusammen?

Schneider: Oder einen schweren Roten! Nee, ohne Ernst: Nach Feierabend wird‘s oft sehr lustig, vor allem, wenn wir alle im selben Hotel sind. Das ist dann wie auf Klassenfahrt.

OP: Seit wann stehst du jetzt schon im Rampenlicht?

Schneider: Meine ersten Bühnenauftritte hatte ich als Student 1989 in Marburg. Dann ging‘s Schritt für Schritt. Immer hübsch langsam, nicht so schnell, wie‘s heute oft läuft.

OP: Was treibt dich an, weiterzumachen?

Schneider: Der Spaß! Und es freut mich immer wieder, wenn ich sehe, wie die Leute lachen und fröhlich aus der Vorstellung gehen. Ich bekomme sehr viel zurück.

OP: Du bist einer von hier. Kannst du eigentlich noch unerkannt durch Marburgs Straßen laufen?

Schneider: Komme ursprünglich aus Burgholzhausen, seit dem Studium genieße ich das Leben in Oberhessen, jetzt auf dem Lande, wo ich viel durch die herrliche Natur streifen kann. Dass mich die Menschen erkennen, ist für mich normal geworden. Meist werde ich sehr nett gegrüßt, ist also eher angenehm.

OP: Es gibt unter den Comedians viele Nachwuchskünstler. Siehst du in ihnen Konkurrenz?

Schneider: Wir alle verkörpern sehr unterschiedliche Typen, haben andere Arten von Komik und Humor. Die Zuschauer suchen sich immer jemanden nach ihrem Geschmack aus, manchmal wechselt es auch. Aber in Konkurrenzmustern habe ich nie gedacht, jeder bringt eine besondere Facette mit sich mit. Nur wer nicht authentisch ist, hat Grund zu Konkurrenzangst, weil er sich an anderen orientieren muss und keine individuelle Kunst auf die Bühne bringt.

OP: Wenn du nicht ein TV-Star geworden wärst, was stand bei deiner Berufswahl ganz oben?

Schneider: Ach, ich wollte schon als kleiner Junge Clown oder Komiker werden - eine Alternative kann ich mir gar nicht vorstellen! Zum Blödsinn geboren.

von Silke Pfeifer-Sternke

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