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Mit den Bürgern in die Zukunft

Bürgermeisterwahl Biedenkopf Mit den Bürgern in die Zukunft

Das Freizeitgelände in Wallau und auf der Sackpfeife sowie die Gewerbeansiedlung im Krummacker sind die Nahziele des Bürgermeisterkandidaten. Die Stärkung der Zentren unter Bürgerbeteiligung soll folgen.

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Joachim Thiemig hofft, auch nach der Bürgermeisterwahl am kommenden Sonntag wieder für sechs Jahre auf dem Chefsessel im Biedenkopfer Rathaus sitzen zu dürfen.

Quelle: Gianfranco Fain

Biedenkopf. Vor sechs Jahren, als Joachim Thiemig sich das erste Mal für das Amt des Bürgermeisters in der ehemaligen Kreisstadt bewarb, war für ihn noch alles neu. Nun ist die Wahlperiode fast zu Ende, am Sonntag, 4. September, wird in Biedenkopf wieder gewählt, und der Amtsinhaber tritt erneut an.

Alles wie gehabt? Nein, der Dexbacher steht vor einer neuen Situation. Diesmal hat er keinen Gegenkandidaten, findet das „ungewohnt“. „Es gibt keine Möglichkeit, sich mit anderen Kandidaten auseinanderzusetzen“, bedauert der 49-Jährige.

Was bleibt? Mit dem Erreichten werben, Ziele und Möglichkeiten aufzeigen und möglichst viele Wähler zu motivieren, mit „Ja“ oder auch „Nein“ zu stimmen. Natürlich hofft Thiemig auf eine Wiederwahl und eine hohe Beteiligung, doch er schätzt das Potenzial einer Ein-Kandidaten-Wahl auch als Realist ein: „Jede Zahl über 50 Prozent wäre mir recht.“

Themen: Badgelände Wallau und Freizeitgelände Sackpfeife

Doch womit will er den Bürger überzeugen, was hat er erreicht, was sind seine Ziele? Auf einem guten Weg sei die Stadt, die er als kulturelles Zentrum der Region bezeichnet, die entgegen dem Kreis-Trend einen leichten Zuwachs der Bevölkerungszahl verzeichnet. Und handlungsfähig sei das Mittelzentrum auch wieder. Das zu seinem Amtsantritt bestehende Defizit gibt es nicht mehr. „Das war zu Beginn nicht einfach. Der Haushalt war defizitär, und es musste die eine oder andere unangenehme Entscheidung getroffen werden.“ Nun seien die Finanzen „wieder gesund“, sodass Thiemig glaubt: „Wir sind gut aufgestellt.“

Trotz der ungünstigen Ausgangsposition sei es zum Beispiel gelungen, ein Nutzungskonzept und Mieter für das Gebäude Marktplatz 2 zu finden, mit der IHK und dem Landkreis die Technische Hochschule Mittelhessen in Biedenkopf anzusiedeln oder den Busbahnhof in Wallau umzugestalten. Auch die Stadtteile profitierten. Thiemig nennt exemplarisch den Mehrgenerationenplatz in Kombach oder für alle die Kinderbetreuung, die „sehr weit vorangebracht wurde“.

Ein Standbein dieser Entwicklung sind die Steuereinnahmen der erfolgreichen mittelständischen Unternehmen, die sich bald mehren sollen. Nächste Woche wird der erste Spatenstich für das Gewerbegebiet Krummacker gesetzt. Ein Projekt, für das die Stadt 10 Millionen Euro bewegt.

Doch es gibt auch offene Baustellen oder solche, die es werden sollen. Das Badgelände in Wallau oder das Freizeitgelände auf der Sackpfeife stehen bei Thiemig obenan. Für den Biedenkopfer Hausberg soll es eine neue Konzeption geben, um die Besucherzahlen zu steigern. Der Prozess dazu soll im Herbst beginnen.

Keine neuen Windparks

Für Wallau sei unter Beteiligung der Bürger ein 750.000-Euro-Projekt entworfen, der Auftrag der Stadtverordnetenversammlung abgearbeitet worden. „Die Zahlen liegen auf dem Tisch. Das Gelände ist im elften Jahr ungenutzt, da wäre es wichtig, eine Entscheidung zu treffen“, sagt der Sozialdemokrat, wohl wissend, dass er seit der Kommunalwahl keine Parlamentsmehrheit mehr hat. Da der Zählgemeinschaft aus Bürgerblock, CDU und FDP das Projekt zu teuer ist, müssten halt Abstriche gemacht werden.

Dass letztlich die Stadtverordnetenversammlung entscheidet, ist Thiemig bewusst. Er will weiterhin dem Gremium seine Ideen zur Abwägung vortragen. Zum Beispiel Initiativen zur Stärkung der Innenstadt- und der Ortszentren wie die Umgestaltung des Marktplatzes oder die Nutzung der alten Weifenbacher Schule. Wobei die Beteiligung der Bürger für den Bürgermeister einen hohen Stellenwert einnimmt.

Er schätzt an der Stadtverordnetenversammlung, dass deren Mitglieder sachorientiert diskutieren, es nie persönlich wird. Das zeige auch, dass die meisten Beschlüsse der vergangenen sechs Jahre in großer Einmütigkeit getroffen wurden. So sei es auch beim Windpark Schwarzenberg gewesen. Als es darum ging, die beschlossene Energiewende umzusetzen, war klar, dass sich die Mittelgebirgsregion vor Ort verändern werde.

Die Gegner des Projekts meldeten sich 2012 nicht zu Wort, und so beschlossen Bürgerblock, CDU, FDP, SPD und UBL mit großer Mehrheit – wie die Gemeinde Breidenbach auch –, den Windpark Schwarzenberg zu bauen. Damit habe Biedenkopf sein Soll erfüllt, meint Thiemig. Weitere Windparks werde er der Stadtverordnetenversammlung nicht empfehlen.

von Gianfranco Fain

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