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Mit Volldampf dem Ziel entgegen

Mit Volldampf dem Ziel entgegen

Christiane Becker will das Rad nicht neu erfinden, aber dafür Sorge tragen, dass es dauerhaft rund läuft im Mittelzentrum Gladenbach.

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Für interessierte Politiker aus Gladenbachs städtischen Gremien hatte Christiane Becker eine Informationsveranstaltung in dem im Bau befindlichen Windpark Hilsberg organisiert. Gemeinsam mit der Geschäftsführerin des CDU-Kreisverbandes, Christine Meister, verteilte die Erdhäuserin auf dem Marktplatz ihr heiß begehrtes Kochbuch.Fotos: Anita Ruprecht, Hartmut Berge

Gladenbach. Seitdem der Familienrat, bestehend aus Ehemann Rolf und Sohn Luis, sein Okay zur Bewerbung als Bürgermeisterkandidatin gegeben hat, nutzt Christiane Becker nahezu jede freie Minute für den Wahlkampf. Die offizielle Nominierung durch den CDU-Stadtverband war da nur noch Formsache.

Ein Wahlkampfteam war schnell gefunden. Bei ihren strategischen Planungen spielten zunächst Hausbesuche keine große Rolle. „Ich wollte den Leuten zu Hause nicht auf die Nerven gehen“, berichtet sie, stellte aber recht schnell fest, dass die Erfahrungen und Gespräche von unschätzbarem Wert sind. Und wer Bürgermeisterin aller 15 Stadtteile sein will, wie sie es sich auf die Fahne geschrieben hat, „der muss mit den Menschen vor Ort reden“, betont sie.

Ob beim „Klinkenputzen, an den CDU-Werbeständen, beim Besuch von Firmen oder auf öffentlichen Diskussionen: Sie scheut sich auch nicht davor, mit neuen Ideen anzuecken. „Letztlich dienen die nicht der Selbstverwirklichung, sondern sie sollen Gladenbach voranbringen, das Mittelzentrum stärken“, sagt sie.

Ziel: Benennung eines Stadtteilbeauftragten

So möchte sie in der Verwaltung einen Stadtteilbeauftragten benennen, „einen kompetenten und verlässlichen Ansprechpartner für die Ortsbeiräte und auch für die Bürger aus den Stadtteilen“.

Dort, so sagt sie, sollten alle Anregungen, Beschwerden und Belange der Stadtteile zusammenlaufen.

Der Stadtteilbeauftragte soll dann die Eingaben an die jeweiligen Fachdienste weiterleiten. Und ganz wichtig: „Er oder sie überwachen die Erledigung und geben zeitnah Rückmeldungen und Sachstandmeldungen an die Stadtteile“, erklärt Becker.

Dieser Wunsch resultiere aus ihren eigenen Erfahrungen als Ortsvorsteherin Erdhausens. Die teils schleppende Kommunikation sei aber auch immer wieder in ihren Gesprächen mit anderen Ortsvorstehern und Bürgern „als große Baustelle“ aufgetaucht.

Interkommunale Zusammenarbeit forcieren

Während der Tour über die Stadtteile wurde sie immer wieder mit einem Problem konfrontiert: dem teilweise schlechten Zustand städtischer Straßen. Diesen immensen Investitionsstau wolle sie zügig angehen, beteuert die Erdhäuserin. Auch da scheut sie sich nicht vor neuen Wegen, etwa dem Modell wiederkehrender Straßenbeiträge.

An den Haustüren berichtete sie den Bürgern auch von Ideen, wie man die Infrastruktur verbessern kann.

Für den alten Bahnhof in Gladenbach etwa könnte sie sich eine Nutzung als Zweigstelle oder sogar Zentrale der Tourist-Information vorstellen, einen Landgasthof oder eine Anlaufstelle für Vereine als Haus der Begegnung. Und woher will sie Geld für Investitionen nehmen?

Sparen "an Stellen wo es noch möglich ist"

„Durch das Sparen an Stellen, wo es noch möglich sei“, sagt sie und nennt das Forcieren interkommunaler Zusammenarbeit als ein Beispiel, um leere Kassen aufzufüllen. So müsse nicht jeder Bauhof alle Maschinen vorhalten, erklärt sie. Becker betont aber, dass Sparen nicht mit Mittelkürzungen zu verwechseln sei.

Für unverzichtbar hält sie etwa eine sinnvolle Vereinsförderung. „Ohne die Übernahme wichtiger Aufgaben durch Ehrenamtliche wären viele tolle Standards nicht mehr verfügbar“, weiß sie. So wie ihr Mitbewerber postet sie fleißig auf Facebook und ist stolz auf ihre Internetseite, die Parteikollege Peter Müller gebaut hat.

Die 44-Jährige geht auch in den nächsten Tagen wieder auf Wahlkampftour. Ihr begehrtestes Mitbringsel ist ein Kochbuch, in dem sie jedem Stadtteil ein Rezept gewidmet hat.

von Hartmut Berge

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