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Mit Schall dem Wind auf der Spur

Neues Messgerät Mit Schall dem Wind auf der Spur

Die Gesellschaft „BürgerWind Gladenbach“ hat ihr neues Windmessgerät vorgestellt. Mit dessen Hilfe sollen die optimalen Abmessungen für die Windradrotoren gefunden werden.

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Siegfried Klein vom Gladenbacher Zukunftsforum sowie Joachim Wierlemann, Harald Schneider und Ulf Schmidl (von links), drei der vier Geschäftsführer von „BürgerWind Gladenbach“ vor der neuen Anlage, die bereits ihre ersten Einsätze in Süd- und Nordhessen absolviert hat. Nun wird sie bei Rachelshausen Windgeschwindigkeiten messen.Fotos: Stefan Runzheimer, Hartmut Berge

Rachelshausen. Vor ein paar Tagen hat in der Gemarkung Römershausen, auf dem Gelände, welches als Standort für Windkraftanlagen in Betracht kommt, ein Windmessgerät seinen Betrieb aufgenommen. Die „BürgerWind Gladenbach“ (BWG), welche von der Stadt Gladenbach mit der Projektierung dieses und eines weiteren Windparks im Stadtgebiet beauftragt wurde, hat das Gerät für einen sechsstelligen Betrag bei einem renommierten schwedischen Hersteller erworben.

Das Gerät arbeitet mit Solarenergie und für den Fall, dass die integrierten Speicher leer sind, ist in einem Anhänger ein Notstromaggregat installiert. Für die Geschäftsführer der BWG liegen die Vorteile klar auf der Hand: Die Anlage ist mobil, an einem halben Tag aufgebaut und kann die Windverhältnisse stufenlos in allen Höhen von 50 bis 200 Metern messen. Bisherige Mastmessanlagen stoßen bei diesen Anforderungen an ihre technischen und vor allem wirtschaftlichen Grenzen.

Das Gerät misst alle zehn Sekunden die Windverhältnisse in den unterschiedlichen Höhen, in dem es Schallwellen aussendet, welche in den jeweiligen Höhen bei wechselnden Windgeschwindigkeiten unterschiedlich reflektiert werden.

Diese Daten werden an ein Rechnerzentrum des schwedischen Herstellers weitergeleitet und dort aufbereitet. Bei einer solchen Dauermessung dauert es drei bis zwölf Monaten, bis verlässliche Ergebnisse vorliegen. Aber der ganze Aufwand lohnt sich, denn damit ist es möglich, den optimalen Windradtyp für den jeweiligen Standort auszuwählen, da man dann die Winde auf der ganzen vom Rotor überstrichenen Fläche kennt. Das ist deshalb besonders wichtig, da doppelte Windgeschwindigkeit achtfache Energie im Wind bedeutet und die Kenntnis der vorhanden Windverhältnisse für den wirtschaftlichsten Betrieb der Anlagen von entscheidender Bedeutung ist, wie Ulf Schmidl, einer der Geschäftsführer der BWG, erläutert. Damit kann zum einen für die späteren Betreiber des Windparks eine gestiegene Investitionssicherheit geschaffen werden, ebenso können Einwänden, die einen wirtschaftlichen Betrieb der Anlagen kritisch sehen, dann konkrete Ergebnisse entgegengestellt werden.

Bürger sollen in Bau und Betrieb einbezogen werden

Den Geschäftsführern ist – nach ihrer eigenen Aussage – eine transparente Einbindung der Öffentlichkeit von Anfang an stets ein besonderes Anliegen. So betonten sie erneut, dass die vier geplanten Anlagen in den Gemarkungen Römershausen und Rachelshausen größtenteils auf Windwurfflächen entstehen sollen, was großflächige Rodungen überflüssig macht. Des weiteren legen die Geschäftsführer Wert darauf, dass die empfohlenen Mindestabstände zu Rachelshausen von 1000 Meter, welche über den gesetzlichen Anforderungen liegen, bei allen Anlagen eingehalten werden. Die Abstände zu Holzhausen sind dagegen sogar noch um einiges größer. Ebenso sollen die Bürger später beim Bau und Betrieb der Anlagen eingebunden werden. Damit sich auch Bürger mit kleineren Einlagen beteiligen können ist laut Auskunft von Siegfried Klein vom ehrenamtlich arbeitenden Gladenbacher Zukunftsforum in den nächsten Monaten die Gründung einer Genossenschaft angedacht. Allerdings betonten er und Schmidl, dass man zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht sagen kann, wie viele Anteile an der Gesamtfinanzierung der vier Anlagen die Stadt übernimmt und wie viele Anteile dementsprechend für andere Interessenten übrig bleiben.

von Stefan Runzheimer

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